04.06.2020

«Wir sind noch keine Smart City – aber auf dem besten Weg dazu»

Der doppelte Stadtammann: Daniel Mosimann beim Schlusswort an der Fachtagung «citelligent 2020 – Lösungen für die Stadt von morgen» auf der Bühne  und im Livestream. Foto: Fritz Thut

Der doppelte Stadtammann: Daniel Mosimann beim Schlusswort an der Fachtagung «citelligent 2020 – Lösungen für die Stadt von morgen» auf der Bühne und im Livestream. Foto: Fritz Thut

Von: Fritz Thut

Fachtagung: Coronabedingt fand die Tagung «citelligent 2020 – Lösungen für die Stadt von morgen» ohne Publikum, dafür mit einem Onlinestream statt. Die Stadt Lenzburg dürfte von diversen innovativen Ansätzen profitieren.

Statt mit Publikum droben im Schloss fand die erste citelligent-Fachtagung nur mit den Referenten im locker möblierten Alten Gemeindesaal statt. Dafür wurden die auf zwei Stunden komprimierten Referate live online gestreamt.

Die Stadt Lenzburg arbeitet seit 2018 mit den Organisatoren Christian Wohlwend und Dominik Grögler von der Firma Savisio zusammen. Zu den vier Fachbereichen Bezahlsysteme, Energie/Umwelt, Mobilität und Daten wurden hochkarätig zusammengesetzte Arbeitsgruppen gebildet und nun wurden erste Ergebnisse und Lösungsansätze präsentiert.

Lenzburg als Testlaboratorium

In seiner Begrüssung schilderte Stadtammann Daniel Mosimann «Die Stadt Lenzburg auf dem Weg zur Smart City».  Heute will jeder smart sein, räumte er ein, doch der Begriff Smart City sei derart omnipräsent, dass man sich darunter nur wenig Konkretes vorstellen könne. 

Neuheiten mit vernetzten Technologien würden in der Regel in grossen Zentren lanciert. Nun werde hier stellvertretend für kleine und mittlere Städte und Gemeinden nach dem Motto «aus der Praxis für die Praxis» nach Lösungen gesucht: «Lenzburg stellt sich als Testlaboratorium zur Verfügung. Ich bin sehr gespannt, welche Ergebnisse diese Tagung bringt», so Mosimann.

Am schnellsten dürften die Bewohner Lenzburgs beim Bereich Bezahlsystem von zukunftsträchtigen Innovationen profitieren. Gemäss Marc Lindenmann, dem Leiter Finanzen der Stadt, gibt es beim Zahlungsverkehr mit den Bürgern «viele Insellösungen». Der Badieintritt, die Parkuhr, die Entsorgungsgebühr und viele andere Abgaben werden je mit einem andern System bezahlt. Auf der Suche nach einer neuen, einheitlichen Lösung ortet Lindenmann «grosses Potenzial».

Bonus mit Lenzburg Intelligent Card

Da muss doch in der Stadt mit einer extrem digitalaffinen Bank etwas drinliegen. André Renfer, Direktor Services bei der Hypothekarbank Lenzburg, stellte die Lenzburg Intelligent Card (LIC) vor, die einen offenen, hybriden Ansatz verfolgt: «Sie ist  kunden- und bedienerfreundlich.» 

Als Ergänzung präsentierte André Cuttat, CEO der Firma smarpay, das «Lenzburg Loyality Program»: Zusammen mit dem Smartphone wird die LIC zum Bonussystem, mit dem die Stadt als Träger das örtliche, von Corona gebeutelte Gewerbe unterstützen kann. Ein entsprechender Antrag behandelt der Einwohnerrat an der nächsten Sitzung.

Auch in den Bereichen Energie/Umwelt will «Lenzburg Trendsetter sein», wie Markus Blättler von der SWL Energie AG ausführte. Wie beim Bereich Mobilität wurden viele Ansatzpunkte wie etwa Wasserstoff im Gasnetz oder das integrierte Verkehrsmanagement präsentiert, deren Fortsetzung an der Tagung 2021 gezeigt werden. Im Bereich Daten konzentrierte man sich bisher auf neue Möglichkeiten der Bürgerpartizipation.

Den Bogen der konzentrierten Präsentationen schloss Stadtammann Mosimann. Seine Erkenntnis am Ende: «Wir sind noch keine Smart City – aber auf dem besten Weg dazu.» Es handle sich hier um einen «länger andauernden Prozess», der zu Lösungen führt, «wenn Wirtschaft, Wissenschaft und Politik gut zusammenarbeiten».

    Der Lenzburger Bezirks-Anzeiger und der Seetaler sind Publikationen der CH Media AG | Datenschutz