30.04.2020

Pragmatische Begegnungszonen

Treffen auf Distanz: Begegnungszone für Bewohner und Angehörige vor dem Alterszentrum Obere Mühle in Lenzburg. Foto: Fritz Thut

Treffen auf Distanz: Begegnungszone für Bewohner und Angehörige vor dem Alterszentrum Obere Mühle in Lenzburg. Foto: Fritz Thut

Von: Fritz Thut

Senioren: Im Alterszentrum Obere Mühle in Lenzburg hat man die Coronasituation gut im Griff und Begegnungszonen für Angehörige geschaffen.

Auch im Alterszentrum Obere Mühle (AZOM) in Lenzburg sind wegen der Coronaeinschränkungen gewisse Bereiche und Angebote nur eingeschränkt oder gar nicht in Betrieb. Zentrumsleiter Michael Hunziker erwähnt etwa den zentrumseigenen Coiffeur, die Physiotherapie. 

Das Restaurant «mülikafi» ist natürlich ebenfalls geschlossen.  «Darunter leiden bei uns alle, aber man hat keine Mühe mit der Akzeptanz», so Michael Hunziker.

Pragmatische Lösung gesucht

Für den Zentrumsleiter ist «die psychologische, also menschliche Komponente enorm wichtig». Nicht zuletzt aus diesem Grund hat man sich umgeschaut, ob es nicht eine Lösung gibt, das Begegnungsverbot zu lockern. «Aus feuerpolizeilichen Gründen kam bei uns der Einbau von Begegnungsboxen im Eingangsbereich nicht in Frage und so haben wir uns für eine pragmatische Variante entschieden», so Hunziker.

Im südlichen Aussenbereich wurden mit Absperrgittern drei Begegnungszonen eingerichtet, wo sich – auf Anmeldung – Angehörige mit Bewohnern treffen können. «Das Angebot wurde schnell fleissig benutzt. Es gab viele positive Rückmeldungen, aber auch einzelne kritische Stimmen, die von einem zoologischen Garten sprachen», fasst der Zentrumsleiter die Reaktionen zusammen.

Lob nach allen Seiten 

Michael Hunziker, der nicht von allen Dispositionen der Bundes- und Kantonsstellen begeistert ist (vgl. Gastbeitrag links), windet seinem Personal (130 Mitarbeiter betreuen 98 Bewohner) ein Kränzchen: «Die Disziplin und Ausdauer haben in dieser Krisenzeit trotz Mehraufwand noch zugenommen.» Begeistert ist der Zentrumsleiter von der spontan gebildeten Nachbarschaftshilfe in der Stadt, die etwa neu die Verteilung der 50 Mahlzeiten übernommen hat.

In seinen Dank schliesst Hunziker auch die Trägerschaft mit ein, die es nicht an Unterstützung mangeln lässt. Gemäss Präsidentin Heidi Berner findet die GV des Vereins für Alterswohnheime schriftlich statt. «Die GV ist zwar jeweils ein geselliger Anlass, doch  das Gesellige holen wir nach, sobald das Zusammensein wieder erlaubt ist.»

    Der Lenzburger Bezirks-Anzeiger und der Seetaler sind Publikationen der CH Media AG | Datenschutz