18.03.2020

«Es gibt nun Wichtigeres als Fussball»

Nachdenklich: Das Lenzburger Trainerduo Emilio Munera (rechts) und Assistent Thomas Kleiner im Trainingslager am Strand in Malaga. Foto: zvg

Nachdenklich: Das Lenzburger Trainerduo Emilio Munera (rechts) und Assistent Thomas Kleiner im Trainingslager am Strand in Malaga. Foto: zvg

Von: Ruedi Burkart

Lenzburg: Statt in die Rückrunde zu starten, üben sich auch die Lenzburger Fussballer in Geduld. Der Trainingsbetrieb ist eingestellt, ein Abbruch der Saison steht zur Diskussion. Emilio Munera, Trainer des 2.-Liga-Tabellenführers, äussert sich zur Situation.

Vor zwei Wochen bereitete sich das Fanionteam des FC Lenzburg in Spanien auf den Fussballfrühling vor. «Es waren herrliche Tage. Ideales Wetter, eine gute Stimmung – perfekt», blickt Emilio Munera zurück. Die Bezirkshauptstädter büffelten am Strand Kondition, feilten an der Technik und gewannen ein «Mätschli» gegen den ebenfalls vor Ort weilenden Drittligisten FC Seon mit 8:0. 

«Natürlich kam auch das Gesellige nicht zu kurz», meint Munera schmunzelnd. 24 Spieler und eine Handvoll Supporter mit den beiden Co-Präsidenten Mike Barth und Ueli Bruder an der Spitze kehrten am vorletzten Sonntag zurück in die Schweiz. Munera: «Wir waren bereit und freuten uns auf die Rückrunde.» In der Tabelle liegen die Lenzburger mit sechs und mehr Punkten Vorsprung auf die Konkurrenz an der Tabellenspitze, im Cup sind sie auch noch dabei. Die Chance auf die Rückkehr in die 2. Liga inter ist intakt.

Doch dann überschlugen sich bekanntermassen die Ereignisse wegen des grassierenden Coronavirus. Nichts ist mehr wie noch vor wenigen Tagen. An Fussballspielen ist nicht zu denken, nicht einmal Trainings werden durchgeführt. «Ich betone, dass ich für alle Massnahmen volles Verständnis habe», stellt Munera klar, «in der jetzigen Situation gibt es Wichtigeres als Fussball.» 

Es sei keine einfache Zeit für alle Menschen und der Sport deshalb absolut sekundär. Der 48-jährige Übungsleiter des FCL hat seinen Spielern ein individuelles Trainingsprogramm mit in die verordnete Wettkampfpause mitgegeben. Munera: «Jeder kann für sich etwas machen, joggen, ein paar Technikübungen, solche Sachen.»

Dabei waren die Lenzburger bereit für grosse Taten auf dem Rasen. Die Rochaden im FCL-Kader hielten sich erwartungsgemäss in engem Rahmen. Abgänge gabs in der Winterpause keine zu verzeichnen, gekommen sind Allrounder Jan Solak (22, Blue Stars), Stürmer Meriton Merko (24, vereinslos) und Goalie Ramon Koch (19, Wohlen). Eine interessante Personalie ist der 24-jährige Nordmazedonier Merko, der einst in der zweithöchsten mazedonischen Liga gespielt haben soll.

Lager als Saisonabschluss?

Ob die Fussballer ab Mai tatsächlich wieder zum Dienst antreten dürfen oder ob die Saison abgebrochen wird – wer weiss das schon in diesen verrückten Tagen. Wegen des Coronavirus kann sich innert Stunden vieles ändern. 

Durchaus möglich, dass das Trainingslager in Malaga gleichzeitig auch das «Saisonabschlussreisli» des FC Lenzburg gewesen ist.

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