12.03.2020

Mit einem «ausserordentlich guten Abschluss» Luft holen für Grosstaten

Präsentierten einen «ausserordentlich guten Rechnungsabschluss»: Peter Baumli (Leiter Stadtverwaltung), Vizeammann Franziska Möhl und Marc Lindenmann (Leiter Finanzen). Foto: Fritz Thut

Präsentierten einen «ausserordentlich guten Rechnungsabschluss»: Peter Baumli (Leiter Stadtverwaltung), Vizeammann Franziska Möhl und Marc Lindenmann (Leiter Finanzen). Foto: Fritz Thut

Von: Fritz Thut

Finanzen: Rekordverdächtig früh präsentierte die Stadt den Jahresabschluss 2019. Und dieser fiel «ausserordentlich gut» aus, wie Finanzministerin Franziska Möhl ausführte.

Auf den ersten Blick sieht das Ergebnis der Einwohnergemeinde Lenzburg nicht sehr erfreulich aus: Mit 3,14 Millionen Franken liegt das Gesamtergebnis des Jahres 2019 um 9 Prozent tiefer als im Budget vorgesehen.  

 Der Grund, weshalb Vizeammann Franziska Möhl gleichwohl von einem «wirklich ausserordentlich guten Abschluss» spricht, liegt in der Tatsache begründet, dass 2,1 Millionen Franken  mehr abgeschrieben werden mussten.

«Die Abschreibungen tun mir nicht weh; dies zeigt, dass wir viel zum Wohl der Bürger der Stadt investiert haben», so die Finanzministerin. Die massiv höheren Abschreibungen sind Verschiebungen auf der Zeitachse geschuldet. 

Massiv besserer Cashflow

Grosse Ausgaben bei den Schulbauten konnten früher abgerechnet werden als ursprünglich geplant. Es sei «nicht mehr als recht», so Marc Lindenmann als Leiter Finanzen der Stadt, dass mit der Verbuchung nicht zugewartet werde, nachdem die Schulanlagen ja bereits in Betrieb seien. Allein 1,37 Mio. der total 2,1 Mio. höheren Abschreibungen betreffen Schulbauten.

Positiv auf die Erfolgsrechnung haben sich auch die Unterschreitungen der Budgetposten bei der Regionalpolizei und dem Kantonsstrassenunterhalt um je 300000 Franken ausgewirkt. Auf der andern Seite liegen die Beiträge an die Pflegefinanzierung (plus 0,2 Mio.) und der bauliche Unterhalt an Liegenschaften (plus 0,51 Mio.) über dem Voranschlag.

Möhl ist ebenfalls «sehr stolz» auf den gesteigerten Cashflow. Die Selbstfinanzierung lag im letzten Jahr mit 8,49 Mio. 27 Prozent höher als die im Budget vorgesehenen 6,69 Millionen Franken.

Solide Steuererträge

Der gute Abschluss, der im Gegensatz zu etlichen andern Städten in Kanton und Region sogar ein positives Betriebsergebnis aufweist, ist den soliden Steuererträgen zu verdanken. 300000 Franken mehr als budgetiert wurden hier vereinnahmt. 

Dass wegen des Bevölkerungswachstums die Steuerkraft um 26 Prozent auf 3055  Franken pro Einwohner gesunken ist, verunsichert die Verantwortlichen nicht. Sie verweisen in diesem Zusammenhang auf den minim gesunkenen Aktiensteuerertrag: «Bei den natürlichen Personen ist die Steuerkraft um 2 Franken gestiegen», so Franziska Möhl.

 «Wappnen für die Zukunft»

Die Finanzvorsteherin weiss, dass in den nächsten Jahren wohl nicht solche Abschlüsse zu erwarten sind: «Wir wappneten uns für die Zukunft.» Die Verwaltungsreform «Lenzburg 21», Strassenausbauten, der ganze Bahnhofskomplex und die Sportanlage Wilmatten sind nur einige der grossen Ausgabeposten, die anfallen. Möhl: «2019 konnten wir bei den Investitionen etwas Luft holen, 2020 startet langsam und 2021 geht es dann richtig los.»

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