Stadt Lenzburg
05.02.2020

Gebäudesanierungen wichtig fürs Erreichen der Klimaziele

<em>Referenten am Energie-Apéro in Lenzburg:</em> Stephan Kämpfen, Werner Leuthard, Norbert Kräuchi und Gastgeber Markus Blättler. Foto: zvg

Referenten am Energie-Apéro in Lenzburg: Stephan Kämpfen, Werner Leuthard, Norbert Kräuchi und Gastgeber Markus Blättler. Foto: zvg

Energie-Apéro Die Optimierung der Gebäude ist entscheidend für die Erreichung der Klimaziele, erfuhr man jüngsten Energie-Apéro im Alten Gemeindesaal.

Der Andrang war gross beim Energie-Apéro in Lenzburg, der unter dem Titel «Erreichung der Klimaziele – Handlungsfeld Gebäude» lief. Norbert Kräuchi, Werner Leuthard und Stephan Kämpfen, alle vom kantonalen Baudepartement (BVU), berichteten zu unterschiedlichen Aspekten rund um das Klima und die Kohlendioxid-Einsparmöglichkeiten bei Gebäuden sowie die Klimaszenarien mit Blick auf den Kanton Aargau.

Markus Blättler, Geschäftsführer der SWL Energie AG, Lenzburg, freute sich. Vor vollem Haus durfte er im 20. Jahr der Energie-Apéros Aargau in Lenzburg 140 Gäste begrüssen. In diesen Jahren sei viel zum Thema Klima und Mobilität oder Klima und Gebäude berichtet worden. Doch während man bei der Mobilität beim Status quo bezüglich Kohlendioxid-Ausstoss verharre, habe man in den letzten Jahren im Bereich Gebäude eine stetige Verbesserung erzielt.

Experiment ohne Kontrolle

«Der durchschnittliche Temperaturanstieg in der Schweiz ist mit plus 2 Grad deutlich höher als der weltweite Durchschnitt.» Mit dieser Aussage leitete Norbert Kräuchi, Leiter der kantonalen Abteilung Landschaft und Gewässer, seinen Vortrag ein und fügte an: «Der Klimawandel ist ein Experiment ohne Kontrolle.» Der Gesellschaft bleibe nur das eine, strategisch und überlegt zu handeln, um das Ziel «Netto Null 2050» zu erreichen. Ein kleines Beispiel: Es werden heute keine neuen Fichtenwälder mehr aufgeforstet, denn die stete Erwärmung überlebt die Fichte nicht. Eine Alternative zur Fichte ist die Taubeneiche, die Wärme aushält, kühlt und Schatten spendet.

Spannend war der Aspekt der Kalt- und Warmluftströme, die künftig in die Planung einbezogen werden sollen, sei es beim Bau von Schulen, Spitälern und Altersheimen. Ein heikles Thema ist der Aspekt Kohlendioxid im Zusammenhang mit dem Finanzplatz Schweiz. Der Kohlendioxid-Ausstoss von den Investitionen der Finanzinstitute und Pensionskassen ist dermassen hoch, dass die Schweiz auf den weltweit wenig rühmlichen 6. Rang als Klimasünder vorrutscht.

Kantone in der Verantwortung

Werner Leuthard und Stephan Kämpfen, beide ebenfalls vom BVU, gingen auf die Gebäudestrategie des Kantons sowie deren Beitrag zur Erreichung der Klimaziele ein. Der Kanton liegt in der Verantwortung, sei es bezüglich Massnahmendefinition, Förderung von Gebäudesanierungen und erneuerbaren Energien (unter anderem Fotovoltaik) wie auch der Information, Beratung und Ausbildung der Bevölkerung zu diesem Thema.

So ist es beispielsweise sinnvoller, so Leuthard, vor dem Kauf einer Wärmepumpe eine Gebäudehüllensanierung vorzunehmen, weil der Stromverbrauch damit viel wirkungsvoller als ohne Sanierung gesenkt wird.

Stephan Kämpfen ging auf die Häusersanierung ein. Dabei solle man gut planen, strategisch vorgehen und immer den Werterhalt der Immobilie im Auge behalten. Der Kanton bietet mittels einfacher Tabellen Hilfe an. Auch der Gebäudeenergieausweis der Kantone (GEAK) hilft, die bauliche und energetische Situation eines Gebäudes aufzuzeigen und Massnahmen zu definieren. Es ist ausserdem sinnvoll, sich im Vorfeld einer Sanierung bezüglich Fördergelder schlau zu machen.

Beim anschliessenden Apéro wurde rege weiterdiskutiert. (bmau)

Links. Kanton: www.ag.ch/klimawandel. – Nächste Energie-Apéros Aargau: www.energieaperos-ag.ch.

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