Stadt Lenzburg
29.01.2020

Stete Suche nach Finanzen

<em>«Wir bewirken viel Gutes»:</em> Daniel Lukic, Geschäftsführer der Familienhilfe. Foto: zvg

«Wir bewirken viel Gutes»: Daniel Lukic, Geschäftsführer der Familienhilfe. Foto: zvg

Familienhilfe «Druck hinterlässt Spuren», heisst der Spen- denaufruf, mit dem sich die Familienhilfe an die Bevölkerung rund um Lenzburg wandte. Ziel ist es, weitere finanzielle Mittel zu finden, damit die Familienhilfe der grossen Nachfrage gerecht werden kann.

Die Familienhilfe Lenzburg schaut auf eine über 50-jährige Tradition zurück. Ursprünglich gegründet, um zugezogenen Familien zu helfen, hat sich ihr Angebot unter der Leitung der Spitex Region Lenzburg in den letzten zwei Jahren laufend den Bedürfnissen der Klienten angepasst, was zu einer stark wachsenden Zahl der Einsätze führte.

Dank den Subventionsgeldern konnten bisher viele Menschen entlastet, unterstützt und begleitet werden. Das Angebot wird geschätzt und der Bedarf nach den Leistungen der Familienhilfe Lenzburg wächst überdimensional. Weitere Einnahmequellen müssen gesucht werden, damit die Familienhilfe auch weiterhin der grossen Nachfrage gerecht werden kann.

Seit 2017 ist die Familienhilfe in die Spitex Region Lenzburg integriert und bietet insbesondere Unterstützungsleistungen für Familien, Entlastungsdienste für pflegende Angehörige und Begleitung und Hilfe für ältere Menschen an. Diese Entlastungs- und Unterstützungsleistungen sollen allen Menschen, unabhängig von Einkommen, Herkunft, Alter und Konfession, zur Verfügung stehen.

Sechsmal höhere Nachfrage

«Den diakonischen Auftrag konnten wir bisher nur dank der grosszügigen Unterstützung durch die Katholische Kirchgemeinde Lenzburg und die Reformierte Kirchgemeinde Lenzburg-Hendschiken erfüllen. Die Kirchgemeinden haben dazu beigetragen, dass wir in der Vergangenheit viele Menschen in Not unterstützen, entlasten und begleiten konnten», erzählt Daniel Lukic, der Geschäftsleiter der Familienhilfe Lenzburg.

«Doch die Nachfrage nach unseren Leistungen ist in den letzten zwei Jahren seit der Integration der Familienhilfe in die Spitex um das Sechsfache gestiegen. Neben erhöhtem Personalbedarf haben wir in den vergangenen zwei Jahren auch in die Weiterbildung investiert, um die neuen Tätigkeiten wie Betreuung, Mahlzeitenkochen und Kinderhüten professionell abdecken zu können», so Lukic weiter.

Ein Beispiel aus der Praxis

Eine Klientin aus Lenzburg erzählt: «Seit über 80 Jahren wohnt mein Vater in seinem Elternhaus. Als im Alter der Körper nicht mehr so richtig wollte, hatten wir täglich die Spitex als Hilfe. Doch diese Unterstützung deckte höchstens eine Stunde im Tag ab. Mehr Hilfe konnten wir uns aber aus finanzieller Sicht nicht leisten. Der grösste Wunsch meines Vaters war, auch die letzten Jahre in seinem Haus verbringen zu können. Was hätte ich tun können? Ihm diesen Wunsch verwehren? So kochte und putzte ich bei ihm, half ihm bei seinen Einkäufen und vieles mehr. Bald war ich am Ende meiner persönlichen Ressourcen. Doch dann erfuhr ich von der Familienhilfe Lenzburg. In einem Erstgespräch wurden unsere Bedürfnisse erfasst. Seither kann ich viele Aufgaben abgeben und darf mit gutem Gewissen auch einmal ein Wochenende wegfahren, denn ich weiss, dass für meinen Vater gesorgt wird.»

Vielen Angehörigen geht es gleich wie bei diesem Beispiel. Dank den Subventionsgeldern der Kirchgemeinden konnte die Familienhilfe schon vielen Menschen helfen. «2019 beispielsweise wurden 98 Prozent der 4000 Einsatzstunden in der Betreuung von kranken oder älteren Menschen und Kindern geleistet», hält Lukic fest.

Die enorme Nachfrage nach den Dienstleistungen der Familienhilfe zeigt deren Notwendigkeit und bestätigt die hohe Akzeptanz. Die Kehrseite der Medaille ist jedoch, dass das Subventionsvolumen nicht mit der wachsenden Nachfrage korreliert. Dies stellt die Familienhilfe vor neue Herausforderungen. «Wir wollen auch in Zukunft Menschen in der Region unterstützen, entlasten und begleiten. Druck hinterlässt Spuren. Die Familienhilfe Lenzburg bewirkt viel Gutes, um dem entgegenzutreten», so Lukic. (pd/fhl)

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