Stadt Lenzburg
08.01.2020

Alpensegler haben ihr Heim verloren

<em>Brut- und Schlafplätze sind weg:</em> Bei den markanten Futtersilos wurden die beiden UFA-Schilder entfernt und dadurch der Unterschlupf der Alpensegler vernichtet. Foto: Carolin Frei
<em>Gehörten bis Weihnachten zum Stadtbild:</em> Die UFA-Schilder an den Silos.Foto: Ruth Steiner

Brut- und Schlafplätze sind weg: Bei den markanten Futtersilos wurden die beiden UFA-Schilder entfernt und dadurch der Unterschlupf der Alpensegler vernichtet. Foto: Carolin Frei

<em>Brut- und Schlafplätze sind weg:</em> Bei den markanten Futtersilos wurden die beiden UFA-Schilder entfernt und dadurch der Unterschlupf der Alpensegler vernichtet. Foto: Carolin Frei
<em>Gehörten bis Weihnachten zum Stadtbild:</em> Die UFA-Schilder an den Silos.Foto: Ruth Steiner

Gehörten bis Weihnachten zum Stadtbild: Die UFA-Schilder an den Silos.Foto: Ruth Steiner

Alpensegler Vor den Festtagen wurden die UFA-Schilder an den Futtersilos an der Werkhofstrasse von der ehemaligen Eigentümerin UFA entfernt. Offenbar nicht wissend, dass sich darunter Nistplätze der Alpensegler befanden. Nun muss Ersatz her, bevor die Segler zurückkommen.

Von: Carolin Frei

Zum Glück wurden die Schilder nicht im Sommer entfernt – mitten in der Brutzeit», sagt Andres Beck, zuständig beim Kanton für den Schutz von Gebäudebrütern. Dass sich unter den UFA-Schildern Brutnester und Schlafplätze befanden, sei der ehemaligen Eigentümerin offenbar nicht bewusst gewesen. Nun ist man seitens des Kantons um Ersatz bemüht.

«Wir haben vor, vier bis fünf Batteriekästen mit je sechs Nistplätzen am Dachrand der ehemaligen Futtersilos zu platzieren», sagt Beck. Man wisse leider nicht genau, wie gross die Alpensegler-Kolonie sei, die Unterschlupf unter den Schildern suchte. Man gehe davon aus, dass es an die 50 Tiere sein könnten, wovon jedoch nicht alle Brüter seien. Wie die Holzkisten befestigen werden, muss noch geklärt werden.

Ersatz ist nur ein Provisorium

Eventuell müssen die Kästen zusätzlich mit Metallplatten vor der Witterung geschützt werden. «Mehr wissen wir, sobald wir mit den Zuständigen einen Augenschein vor Ort genommen haben», betont Beck. Der Ersatz ist aber so oder so nur als Provisorium gedacht. Dafür können vermutlich bereits hergestellte Kästen wieder verwendet werden.

Wohlwissend, dass sich die Situation nach der Absegnung der neuen Bau- und Nutzungsordnung für die 39 Meter hohen Silos ändern kann, hat man vorsorglich unter der Autobahnbrücke zwischen Lenzburg und Niederlenz Nistkästen montiert. «Um künftig über verlässliche Zahlen und Standorte der Alpensegler zu verfügen, sind wir daran, alles zu erfassen. Damit bei Sanierungen und Neubauten auf die Bedürfnisse der Vögel eingegangen werden kann. Ohne Nistplatzmöglichkeit wird einfach in Rollladenkästen gebrütet, was Kosten zur Folge hat», betont Beck.

Schlechtes Image befürchtet?

Warum die Schilder nun plötzlich entfernt werden sollten, darüber könne man nur spekulieren, sagt Henrik Stumpf von Stump + Partner, der die Eigentümerin CaMolino Immobilien vertritt. «Vermutlich fürchtete man seitens der ehemaligen Eigentümerin UFA, dass solch wuchtige Schilder, die von der Autobahn und der Bahnlinie her gut sichtbar sind, für das seit langem leerstehende Gebäude ein schlechtes Image abgäben», sagt Stump. Und so bekam denn die UFA das Okay, ihr Logo zu entfernen.

«Dass sich eine Alpensegler-Kolonie just diesen Platz zum Brüten aussuchte, war uns nicht bekannt», betont Stump. Auf diesen Umstand aufmerksam machte der Natur- und Vogelschutzverein Lenzburg, der sich nach der überraschenden Entfernung der Schilder sofort bei der Abteilung Stadtplanung & Hochbau meldete. Worauf unverzüglich Gespräche und Lösungen mit den Zuständigen gesucht wurden. Bis Ende März soll der Ersatz stehen, denn im April kommen die Alpensegler zurück.