Stadt Lenzburg
18.12.2019

Mit Hundegespannen in Lappland unterwegs

<em>Mitten durch die einsame Landschaft Lapplands: </em>Jeder der fünf Teilnehmer der SRF-«DOK»-Serie ist mit einem eigenen Hundegespann unterwegs: Fotos: Copyright: SRF/Jaakko Posti<em>Macht den letzten ihrer Huskys für die Tour bereit: </em>Barbara Studer beim Anleinen.<em>Eine Streicheleinheit für die Huskys darf nicht fehlen:</em> Martina Schweizer am Geniessen.

Mitten durch die einsame Landschaft Lapplands: Jeder der fünf Teilnehmer der SRF-«DOK»-Serie ist mit einem eigenen Hundegespann unterwegs: Fotos: Copyright: SRF/Jaakko Posti

Macht den letzten ihrer Huskys für die Tour bereit: Barbara Studer beim Anleinen.

Eine Streicheleinheit für die Huskys darf nicht fehlen: Martina Schweizer am Geniessen.

«DOK»-Serie Fünf Menschen haben sich wohl dem Abenteuer ihres Lebens gestellt. Mit von der Partie zwei Frauen aus Lenzburg und Brunegg. Ihre Erlebnisse werden am Sonntag, 29. Dezember, in einer SRF-«DOK»-Serie ausgestrahlt.

Carolin Frei

Auf Facebook habe ich den Trailer von SRF gesehen, in dem sie Teilnehmer für ihre ‹DOK›-Serie ‹Abenteuer Lappland – Husky-Tour des Lebens› suchten. Ich wusste sofort, das ist die Gelegenheit, meine Komfortzone zu verlassen. Die Gelegenheit, mein Leben zu erleben», sagt Martina Schweizer aus Brunegg. Die letzten Jahre waren für die 27-Jährige nicht einfach. «Es gab familiäre Probleme, meine langjährige Beziehung ging in die Brüche und ich war nur noch getaktet unterwegs. Dabei habe ich mich selbst verloren», sagt die HR-Fachfrau.

Auch Barbara Studer aus Lenzburg steckte in einer intensiven Phase mit ihrem Job als Psychologin, Universitätsdozentin und Mutter dreier Kinder zwischen zwei und sieben Jahren. «Ich durfte bereits einmal eine einstündige Husky-Tour erleben. Und für mich war klar, wenn ich die Chance habe, so etwas in erweiterter Form zu erleben, bin ich sofort dabei.»

Sie hat sich ebenfalls auf den SRF-Trailer gemeldet und ein selbst komponiertes Lied eingereicht. «Ich wünschte mir einen Platz fürs ‹Abenteuer Lappland› und wusste, ich muss mich von der Masse abheben», sagt die 35-Jährige schmunzelnd. Die Botschaft kam an, sie war mit im Boot beziehungsweise Flieger, der die fünf Teilnehmer Anfang Dezember in den hohen Norden brachte.

Nichts geht ohne Einführung

Am Einführungstag wurden sie, ein Mann und vier Frauen, nicht nur mit passender Bekleidung und Schuhwerk, sondern auch mit dem nötigen Info-Rüstzeug zum Thema «Husky-Tour des Lebens» ausgestattet. «Mir schwirrte am Abend der Kopf ob all der Informationen», erinnert sich Schweizer. Und Studer ergänzt: «Das war dicke Post. Aber wenn man etwas will, dann lernt man es auch schnell.» Genau die richtige Einstellung, wenn man sich auf ein solches Abenteuer einlässt.

Und so erstaunt denn nicht, dass bereits der erste Tag als Musher (Hundeschlittenführer) ganz ordeli über die Bühne ging und mächtig Spass gemacht hat. «Konditionell war ich schon etwas gefordert, wenn es bergauf ging», sagt die 27-Jährige. Barbara Studer konnte das besser wegstecken.

Faszination Nordlichter

Die eindrückliche Landschaft, die Stille, die Nordlichter und die Interaktion mit den Tieren seien einfach faszinierend gewesen. «Ich hatte Zeit, meine Gedanken schweifen zu lassen, ohne Zeitdruck zu reflektieren. Das war sehr wertvoll für mich», sagt die 35-Jährige. Auch Schweizer hat sich äusserst wohl gefühlt, war die Ruhe selbst, was sie im Alltag eher weniger ist. Nur einmal gabs Tränen, aber auch das darf sein.

Bei der «Husky-Tour des Lebens» kamen die Hunde immer an erster Stelle, beim Füttern und beim Bereitstellen des Schlafplatzes. Denn ohne diese treuen Begleiter ist man in der Wildnis verloren. Wenn dann alle gefrühstückt hatten, die Hunde angeleint waren und das Kamerateam bereit war, gings los. Jeder Teilnehmer lenkte seinen Schlitten mit dem Hundegespann selber, von professionellen Mushern unterstützt.

Kamerateam «störte» nicht

Daran, dass die Kamera immer mit dabei war, habe man sich schnell gewöhnt. Zudem gabs immer wieder Zeiten, in denen das Team nicht filmte. Am Abend dasselbe Spiel wie am Morgen, erst die Hunde versorgen, dann das Zelt aufstellen. Da konnte es durchaus sein, dass die Gruppe erst um 22 Uhr zum Essen kam. «Es gab vor allem Fleisch, wäre also nichts für Vegetarier gewesen», sagt Schweizer schmunzelnd. Nach dem Essen sass man noch beim Lagerfeuer zusammen, tauschte sich aus, bevor man es sich im Zelt auf Rentierfellen – bei bis zu minus 20 Grad – todmüde bequem machte. Man habe in diesen fünf Tagen als Gruppe wunderbar harmoniert.

Was nehmen die beiden Aargauerinnen an Erfahrungen in den Alltag mit? «Ich habe vor, auch zuhause alles etwas ruhiger anzugehen, gelassener zu sein. Und ich möchte mir genug Zeit dafür nehmen, entspannende und wohltuende Aktivitäten zu geniessen, wie Musik machen oder in die Natur gehen», sagt die Lenzburgerin.

Und Martina Schweizer fügt an: «Ich nehme mir vor, spontaner zu sein, mir selbst etwas zuzutrauen, nicht immer Angst zu haben, mir nicht mehr viel zu viele Gedanken zu machen und es einfach zu tun.» Was die beiden Frauen und ihre drei Mit-Abenteurer alles erlebt haben, erfährt man am Sonntagabend, 29. Dezember, um 20.05 Uhr auf SRF 1.