Stadt Lenzburg
21.08.2019

Bei den Gauklern «stimmte einfach alles»

<em>Die Gauchos sind in der Stadt:</em> Die Argentinier von «Cia Intrépidos» mit ihrem humorvollen Programm. Fotos: Ruedi Burkart<em>Poetischer Zirkus:</em> Die «Artistokraten» aus Deutschland begeisterten Jung und Alt.<em>In der ersten Reihe:</em> Teilweise skeptische Kids an einem Bühnenrand.<em>In luftiger Höhe:</em> «Creamina Circus Art» sorgten bei einigen Besuchern für Schmerzen im Genick.<em>Der Hut wird gefüllt:</em> Comedian Fabian Flender erhält nach seinem Auftritt Zahltag.

Die Gauchos sind in der Stadt: Die Argentinier von «Cia Intrépidos» mit ihrem humorvollen Programm. Fotos: Ruedi Burkart

Poetischer Zirkus: Die «Artistokraten» aus Deutschland begeisterten Jung und Alt.

In der ersten Reihe: Teilweise skeptische Kids an einem Bühnenrand.

In luftiger Höhe: «Creamina Circus Art» sorgten bei einigen Besuchern für Schmerzen im Genick.

Der Hut wird gefüllt: Comedian Fabian Flender erhält nach seinem Auftritt Zahltag.

Kleinkunst Das 26. Gaukler- und Kleinkunstfestival war ein grosser Erfolg, 16000 Besucher strömten am letzten Wochenende durch die Gassen. Wie die Zukunft des Anlasses aussieht, bleibt offen.

Ruedi Burkart

Das Rezept «verhebt» immer noch. Auch mehr als ein Vierteljahrhundert nach seiner ersten Durchführung hat das Lenzburger Gauklerfestival nichts von seiner Magie eingebüsst – im Gegenteil. «Wir sind sehr, sehr zufrieden mit dem ganzen Anlass», bilanzierte der abtretende OK-Präsident Marcel Lüscher.

Die Stimmung in den Gassen und bei den sechs Bühnen, die Qualität der Vorführungen, die Disziplin der Leute – es passte einfach. 16000 Besucher seien an den drei Tagen in die Stadt gepilgert, so Lüscher. Bemerkenswert: Das sind mehr als beim letztjährigen Jubiläum.

Gespräche laufen

«Mein Team lieferte auch dieses Jahr wieder eine exzellente Arbeit ab», wand Lüscher seinen Mitstreiterinnen und Mitstreitern ein Kränzchen. Wer im Hinblick auf die nächstjährige Ausgabe die organisatorischen Fäden in den Händen halten wird, konnte Lüscher noch nicht sagen. «Ich führe Gespräche mit potenziellen Nachfolgern für meine Position.» Bisher ohne Erfolg.

Nicht nur die interessante Mischung der Künstler macht den anhaltenden Erfolg des Lenzburger Anlasses aus. Auch die Markt- und Essensstände tragen zu einem wunderbaren Stimmungsbild bei. «Es stimmt hier bei uns einfach», so Lüscher. Und, klar, das gute Wetter leistete ebenfalls seinen Anteil am Gelingen.

Hutgeld oder nur Bares ist Wahres

«Der Mensch lebt nicht vom Brot allein», heisst es in der Bibel. So liessen die Künstler jeweils nach ihren Darbietungen den berühmten Hut kreisen, um von den Zuschauern einen Batzen zu erhalten. Die einen machten dies mehr oder weniger subtil, andere forderten die Leute lautstark und mit eindeutigen Gesten dazu auf, in die Gesässtasche zu langen und aus dem Portemonnaie das eine oder andere «Nötli» zu klauben und in den Hut zu legen.

Der Japaner Kanata, ein Diabolo-Virtuose sondergleichen, sprach seinen Wunsch nach Geld nicht nur aus («Please, give me your money»), er reckte auch gleich noch eine Zwanzigernote gen Himmel.

Wie viel Bares die total 24 Gruppen und Einzelkünstler am ganzen Wochenende eingenommen haben, wurde laut Marcel Lüscher nicht erhoben. «Ich kann aber bestätigen, dass es sich lohnt, eine gute Show zu zeigen», so der OK-Chef. Das Lenzburger Publikum, so die gängige Meinung, soll nicht knauserig sein.

Den traditionellen Abschluss bildete die Ehrung der beliebtesten Künstler. In der Gunst des Publikums obenaus schwang die deutsche Gruppe «Man in Back» mit ihrer eigentümlichen Back-Show.