Stadt Lenzburg
07.08.2019

Zwischen Vorfreude und ungewisser Zukunft

<em>Bald gehts wieder los:</em> Das Gauklerfestival lockt mit 24 ganz speziellen Nummern. So wie «Monsieur» vor einem Jahr.<em>Dernière: </em>OK-Chef Marcel Lüscher gibt sein Amt nach vier Jahren ab.

Bald gehts wieder los: Das Gauklerfestival lockt mit 24 ganz speziellen Nummern. So wie «Monsieur» vor einem Jahr.

Dernière: OK-Chef Marcel Lüscher gibt sein Amt nach vier Jahren ab.

Kleinkunst Das 26. Gaukler- und Kleinkunstfestival vom 16. bis 18. August verspricht drei Tage Hochstimmung in der Stadt. Marcel Lüscher, der 55-jährige OK-Chef, tritt nach der Durchführung von seinem Amt zurück. Wie es weitergehen soll, ist noch offen.

Ruedi Burkart (Text und Fotos)

Sie tragen so fantasievolle Namen wie «Cremina Circus Art», «Liv und Tobi» oder auch «Kanata» und kommen aus Österreich, Deutschland und Japan. Und am übernächsten Wochenende bezaubern, erstaunen und verzücken sie zusammen mit 21 weiteren Gruppen und Solokünstlern aus nah und fern die Schaulustigen. Kurz: Das Lenzburger Gaukler- und Kleinkunstfestival steht vor der Tür, bald gehören die Gassen wieder den Strassenkünstlern.

Insgesamt 24 Nummern umfasst das diesjährige Programm, fünf davon aus der Schweiz. «Wir dürfen sagen, dass wir ein sehr abwechslungsreiches Menü zusammenstellen konnten», freut sich OK-Chef Marcel Lüscher. Vor einem Jahr verzeichnete man rund 14000 Besucher.

Längst ist der Lenzburger Event zu einem landesweit wichtigen Anlass geworden, ein Auftritt macht sich im Palmarès eines jeden Künstlers gut. Wie kommt man eigentlich an begehrte Einzelakteure und Gruppen heran? Chris Wiedmer, im Organisationskomitee verantwortlich für die Kommunikation, erklärt das zeitraubende Prozedere im Programmheft wie folgt: «Wir besuchen unter anderem Künstlerbörsen und beobachten Künstler, die infrage kommen, bei einem Live-Auftritt.»

Nicht immer finde man mit den Künstlern sofort einen gemeinsamen Nenner, manchmal müsse man Geduld haben. «Die Artistokraten aus Berlin beispielsweise wollte ich schon immer verpflichten», verrät OK-Chef Lüscher, «dieses Jahr hat es endlich geklappt.»

Der Grund für die zähen Verhandlungen: der schnöde Mammon. Die 18-köpfige Truppe aus Deutschland nach Lenzburg zu lotsen ist sehr teuer. Umso schöner, so Lüscher erfreut, dass es diesen Sommer klappt. Auch eine spezielle Truppe sind «Pizza Mama Marina». Die Holländer zelebrieren den italienischen Teigfladen auf ihre ureigene Art und Weise.

Trotz aller internationaler Acts, das Spektakel in den Gassen ist und bleibt für die Zuschauer kostenlos.

Wer übernimmt die Leitung?

Seit acht Jahren gehört Marcel Lüscher zu den treibenden Kräften hinter dem Gauklerfestival, seit 2016 zeichnet er als Chef des 13-köpfigen Organisationskomitees verantwortlich. Nach der diesjährigen Ausgabe tritt er von seinem Amt zurück. Hauptgrund: Mangel an Zeit. «Der Aufwand, das Gauklerfestival auf die Beine zu stellen, hat stetig zugenommen.» Laut Lüscher befinde sich der Anlass indes auf einem guten Weg in die Zukunft. Man habe neue Sponsoren an Land ziehen können, finanziell sei man abgesichert. «Und das Gauklerfestival geniesst weit über die Bezirksgrenzen hinaus einen sehr guten Ruf», so Lüscher.

Wer an seiner Stelle die nächstjährige Ausgabe verantwortet, ist noch nicht klar. Mit der Rekrutierung einer neuen Führungsperson tue man sich schwer, gibt Lüscher unumwunden zu.

26. Gaukler- und Kleinkunstfestival. 16. bis 18. August. Lenzburger Altstadt. Infos zum Programm und den einzelnen Künstlern auf www.gauklerfestival.ch