Stadt Lenzburg
10.07.2019

Zeitreise zurück bis ins Jahr 1897

<em>Dienstältestes Mitglied:</em> Gertrud Strasser durfte die Chronik des Kirchenchors Liturgia enthüllen. Foto: Alfred Gassmann

Dienstältestes Mitglied: Gertrud Strasser durfte die Chronik des Kirchenchors Liturgia enthüllen. Foto: Alfred Gassmann

Kirchenchor Der Kirchenchor Liturgia Lenzburg machte der Kirchgemeinde und sich selber ein Geschenk. Ein fünfköpfiges, vereinsinternes Team verfasste eine Chronik – von der Gründung bis heute.

Alfred Gassmann

Vor den verdienten Sommerferien verband der Kirchenchor Liturgia Lenzburg den Grillabend mit der Präsentation der druckfrischen Vereinsschrift. Kathrin Regli, Dorli Wildhaber, Kathrin Buis, Peter Stutz und Peter Bürgisser gestalteten mit viel Herzblut eine Chronik. 122 Jahre Vereinsgeschichte, komprimiert auf 44 Seiten.

Die Arbeitsgruppenmitglieder erinnern sich noch bestens an den 23. Januar 2017. Im Archiv standen sie vor Ordnern, Heften mit wunderbarer Sütterlinschrift oder Protokollen auf verbleichten Wachsmatrizen. Es galt zu ordnen, zu lesen, zu interpretieren, Texte zu übernehmen, Tabellen und Listen zu erstellen.

Kathrin Buis verstand es, spannend das gewählte Vorgehen zu erläutern. Viele Arbeiten wurden zu Hause geleistet. «Die Fülle der Ordner und Hefte entlockte uns manchen Seufzer», gab sie unumwunden zu. Und Maria Bühlmann, Mitglied der Kirchenpflege, stellte die Frage: «Was ist das Geheimnis eurer unermüdlichen Energie?»

Beitrag zur Festlichkeit

Es gab Momente, da flimmerte es nur noch vor den Augen vor lauter Buchstaben und ein Gefühl kam auf, nie fertig zu werden, meinte Kathrin Regli, Präsidentin des Kirchenchores, an der Präsentation. Sie lobte die Zusammenarbeit untereinander, gleichsam die Motivation dranzubleiben. Entstanden ist ein Werk, das in die Augen springt, sympathisch und chronologisch aufgemacht, leicht lesbar und reich bebildert. Kirchenmusiker Florian Zaunmayr kam ebenso zum Zug wie die zurückgetretene Kirchenpflegepräsidentin Yvonne Rodel.

Pastoralraumpfarrer Roland Häfliger fand in seinem Gruss gewählte Worte: «Der Gesang bereichert die Liturgie unserer Kirche und leistet einen unverzichtbaren Beitrag für ihre Festlichkeit. Das Zweite Vatikanische Konzil bezeichnet die Kirchenmusik als einen notwendigen und integrierenden Bestandteil der feierlichen Liturgie, der die Mitfeiernden in die Begegnung zu Gott führt.»

Der Kirchenchor Liturgia wurde am 2. Mai 1897 gegründet. Mit dabei waren 16 Mitglieder, 10 davon stimmberechtigt. Kaum zu glauben, aber wegen inneren Zwistigkeiten und Rivalitäten wurde der Verein am 12. Februar 1899 wieder aufgelöst. Aber 15 Jahre später, am Sonntag, 15. Februar 1914, schritten 12 Mitglieder zur Neugründung.

Anekdoten, zumindest aus der heutigen Warte betrachtet, bereichern die Chronik. So wurde an der Generalversammlung 1925 beschlossen, wer dreimal unentschuldigt den Proben fernbleibt, wird als Passivmitglied betrachtet. Wie sagte doch Kathrin Regli am feierlichen Event: Die Chronik vermittelt auch ein Stück Zeitgeschichte.