Stadt Lenzburg
01.05.2019

«Freude, dass ich heimkommen kann»

<em>Ehrengast mit Organisatorin:</em> Fotograf und Heimweh-Lenzburger Henry Leutwyler mit Fotofestival-Lenzburg-Leiterin Margherita Guerra im Stapferhaus. Foto: Fritz Thut
<em>Eindrückliche Primaballerina:</em> Balletttänzerin Misty Copeland. Foto: Henry Leutwyler
<em>Fotograf und Modell:</em> Henry Leutwyler und die ehemalige First Lady der USA, Michelle Obama. Foto: Henry Leutwyler

Ehrengast mit Organisatorin: Fotograf und Heimweh-Lenzburger Henry Leutwyler mit Fotofestival-Lenzburg-Leiterin Margherita Guerra im Stapferhaus. Foto: Fritz Thut

<em>Ehrengast mit Organisatorin:</em> Fotograf und Heimweh-Lenzburger Henry Leutwyler mit Fotofestival-Lenzburg-Leiterin Margherita Guerra im Stapferhaus. Foto: Fritz Thut
<em>Eindrückliche Primaballerina:</em> Balletttänzerin Misty Copeland. Foto: Henry Leutwyler
<em>Fotograf und Modell:</em> Henry Leutwyler und die ehemalige First Lady der USA, Michelle Obama. Foto: Henry Leutwyler

Eindrückliche Primaballerina: Balletttänzerin Misty Copeland. Foto: Henry Leutwyler

<em>Ehrengast mit Organisatorin:</em> Fotograf und Heimweh-Lenzburger Henry Leutwyler mit Fotofestival-Lenzburg-Leiterin Margherita Guerra im Stapferhaus. Foto: Fritz Thut
<em>Eindrückliche Primaballerina:</em> Balletttänzerin Misty Copeland. Foto: Henry Leutwyler
<em>Fotograf und Modell:</em> Henry Leutwyler und die ehemalige First Lady der USA, Michelle Obama. Foto: Henry Leutwyler

Fotograf und Modell: Henry Leutwyler und die ehemalige First Lady der USA, Michelle Obama. Foto: Henry Leutwyler

Fotografie Das zweite Lenzburger Fotofestival, das von Mitte Mai bis Juni stattfindet, hat – im Gegensatz zur Premiere – einen klaren Protagonisten: Der zuletzt in New York lebende Fotograf Henry Leutwyler kehrt für die Ausstellung «Schein und Sein» in seine Heimatstadt zurück.

Von: Fritz Thut

Die Odyssee begann am Genfersee. Der in Lenzburg aufgewachsene Henry Leutwyler verliess die Heimat mit 14 Jahren. Doch bis zum Durchbruch als international renommierter Fach- und People-Fotograf dauerte es eine Weile: An der Fotoschule in Vevey wurde er nicht aufgenommen und das mit einem Kollegen eröffnete Fotostudio ging pleite.

Seinem hartnäckigen Willen, viel Arbeit und einer tüchtigen Prise Talent ist es zu verdanken, dass es der 1961 geborene Leutwyler trotz diesen anfänglichen Rückschlägen an die Spitze geschafft hat. In der Szene gilt er als Starfotograf, auch wenn er selbst diese Bezeichnung nicht gerne hört. Nach zehn Jahren in Paris wechselte er ins Fotografen-Mekka New York.

Der Glamourwelt ade gesagt

Und hat sich dort durchgesetzt. «Ich habe alle Cover der grossen Magazine gemacht», hält er fest. Wessen Bilder auf der Titelseite von «Vogue», «Time», «Vanity Fair», «The New Yorker» und Co. abgedruckt wurden, hat’s geschafft.

«Ich habe auf dem höchsten Punkt meiner Karriere aufgehört», zieht er, der sein New Yorker Studio 2017 geschlossen hat, zufrieden Bilanz: «Ich habe Glück gehabt und viele gute Projekte umsetzen können.» Noch mehr Prominenz vor der Linse braucht er nicht mehr. Stattdessen übernimmt er höchstens noch Aufträge von engagierten Organisationen und will so «etwas zur Verbesserung der Welt beitragen»: «Ich will reisen und zeigen, was man von der Welt erhalten soll.» Die 70-Stunden-Wochen in New Yorks Glamourwelt hat er hinter sich gelassen: «Ich habe kein Interesse, als reicher Mann ins Grab zu sinken.»

Lenzburger Souvenirs

Henry Leutwyler ist froh um seine Ausstellung im Stapferhaus. «Ich habe grosse Freude, dass ich heimkommen kann.» Auch in den Grossstädten ist seine Verbindung zu den Wurzeln nie abgerissen. «Ich habe alle persönlichen Dinge von Lenzburg aufbewahrt», sagt er und zieht eine Schatulle hervor. Darin finden sich neben anderem der Brief des Stadtrats zur Volljährigkeit, Velonummern, ein Glas mit Stadtwappen.

Die persönlichen Souvenirs wecken zahlreiche Erinnerungen. Voller Symbolik ist das Foto, das Klein-Henry mit umgehängter Kamera im Lenzburger Jugendfest-Lunapark zeigt. «In unserer Familie haben alle fotografiert», blickt er zurück und kramt eine «Instamatic» hervor, seine erste Kamera.

Er sei vielleicht ein wenig «romantic», doch hier in Lenzburg habe er «schöne Jahre verbracht». Er erinnert sich an den damaligen Jugendclub «Muusloch», doch er habe immer um Viertel vor zwölf daheim sein müssen. Ein Grundsatz des Vaters hat sich bis heute in Leutwylers Hirn festgesetzt: «Du musst lernen, die Party im richtigen Moment zu verlassen.»

Programm Fotofestival Lenzburg

Dauer

Vom 17. Mai bis 17. Juni<em/>

Ausstellungen

«Schein und Sein». Henry Leutwyler im Stapferhaus, in Zusammenarbeit mit dem Musée des Beaux-Arts, Le Locle, und Stapferhaus.

«Suche nach Schönheit». Ausstellung im Müllerhaus der besten Projekte aus dem Fotowettbewerb.

Open-Air-Ausstellung. In der Altstadt von Lenzburg in Zusammenarbeit mit den Lenzburger Geschäften.

Veranstaltungen

Freitag, 17. Mai. 18 bis 20 Uhr, Stapferhaus: Eröffnungsfeier mit Verleihung Jury-Preis Fotowettbewerb, Kinderworkshop, Apéro.

Samstag, 18. Mai. 10 bis 13.30 Uhr, Stapferhaus: Tag der Profis, Portfolio-Reviews & Walk. Anmeldung erforderlich. – 13 Uhr: Persönliche Führung durch die Ausstellung «Schein und Sein» von und mit Henry Leutwyler.

Samstag, 18. Mai. 15 Uhr, Müllerhaus: Führung durch die Ausstellung «Suche nach Schönheit» mit der Jury des Fotowettbewerbs.

Donnerstag, 23. Mai. 19 bis 21 Uhr, Müllerhaus: Referat und Workshop zu Bildaussage und Bildwahrnehmung mit Psychologin und Fotografin Amsél Muheim in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule. Anmeldung erforderlich.

Samstag, 25. Mai. 10 bis 16 Uhr, Müllerhaus: Fotomarathon rund um Lenzburg.

Das Oberthema «Schönheit» mit sechs Unterbegriffen ist in sechs Stunden in der vorgegebenen Reihenfolge festzuhalten. Anmeldung erforderlich.

Samstag, 25. Mai. 17 bis 18.30 Uhr, Stapferhaus: «Expedition Wahrheit», Talk mit Henry Leutwyler und Sonja Enz, Projektleiterin im Stapferhaus. Eine Veranstaltung im Rahmen der Ausstellung «Fake. Die ganze Wahrheit».

Sonntag, 26. Mai. 15 bis 16.30 Uhr, Stadtmuseum Aarau: Lenzburger Tag im Ringier-Bildarchiv. Individuell gestaltbarer Besuch. In Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Lenzburg.

Freitag, 7. Juni. 20 bis 22 Uhr, Burghaldenhaus: Prosecco-Abend zu «Was ist Schönheit?». Gespräch mit Thomas Kern, Fotograf, und Rafaela Roth, Journalistin. In Zusammenarbeit mit der Kultur-Kommission Lenzburg.

Freitag, 14. Juni. 18.30 bis 20 Uhr, Hypothekarbank Lenzburg: Finissage mit Verleihung Publikumspreis Fotowettbewerb, Prämierung beste Bilder Fotomarathon und Apéro.

Fotokurse (Anmeldung erforderlich)

Fotokurs für Kinder. Samstag, 18. Mai, 14 bis 18 Uhr, Müllerhaus.

Fotografare meglio. Leitung: Pino Stranieri in Italienisch. Donnerstag, 6. Juni, 18.30 bis 21.30 Uhr; Samstag, 8. Juni, 9 bis 12 Uhr und 13 bis 16 Uhr, KV-Schulhaus.

Mieux photographier. Leitung: Olivier Vermeulen in Französisch. Donnerstag, 6. Juni, 18.30 bis 21.30 Uhr; Samstag, 8. Juni, 9 bis 12 Uhr und 13 bis 16 Uhr, KV- Schulhaus.

Besser fotografieren. Leitung: Marco Müller in Deutsch. Mittwoch, 12. Juni, 18.30 bis 21.30 Uhr; Samstag, 15. Juni, 9 bis 12 und 13 bis 16 Uhr, KV-Schulhaus.

Internet: www.fotofestivallenzburg.ch.