Stadt Lenzburg
16.01.2019

Ein «Mutausbruch», der bewegte

<em>Inspirierend:</em> Marlène Campiche, Geschäftsführerin der Aargauer Frauenzentrale, und Hauptreferentin Jacqueline Straub an der Lenzburger Frauentagung. Foto: Graziella Jämsä

Inspirierend: Marlène Campiche, Geschäftsführerin der Aargauer Frauenzentrale, und Hauptreferentin Jacqueline Straub an der Lenzburger Frauentagung. Foto: Graziella Jämsä

Tagung Gut 120 Frauen aus dem ganzen Kanton trafen sich im Weiterbildungszentrum Lenzburg. Die Tagung, einst zur Vernetzung von Lokalpolitikerinnen geschaffen, ist heute weit über sich hinausgewachsen.

Graziella Jämsä

Neugierig, verwundert und manchmal ehrlich entsetzt lasen die Zuhörerinnen, was Jacqueline Straub ihnen an Mails oder Posts präsentierte. Die katholische Theologin thematisiert in ihren Büchern kirchliche Strukturen, welche sie und andere Frauen daran hindern, Priesterinnen zu werden. Das öffentliche Interesse an ihrem Engagement ist ebenso gross wie die Kritik.

«Kämpfen wir gemeinsam»

Seinem Traum bei all diesen Angriffen treu zu bleiben, falle manchmal schwer. «Gleichzeitig führen mir genau solche Nachrichten vor Augen, dass ich nicht aufgeben darf, dass der Weg zur respektvollen Gleichberechtigung noch lang ist», erklärte Jacqueline Straub.

Sie riet den Frauen zum persönlichen «Mutausbruch», dem Taten folgen. «Vor allem: Seien sie solidarisch mit anderen Menschen. Die Gleichberechtigung in Kirche und Staat wäre schon viel weiter, wenn wir Frauen endlich lernen würden, besser zusammenzuhalten.» Man solle dem anderen oder der anderen etwas gönnen. «Kämpfen wir gemeinsam auf verschiedenen Wegen für das Gleiche.»

Jacqueline Straub erntete grossen Applaus für ihre flammende Rede. Das Organisationsteam der Frauenzentrale freute sich über den gelungenen Auftakt der Lenzburger Tagung. Und wer nach dem ersten Teil verschiedenster Workshops dem Stimmengewirr beim Mittagessen lauschte, wusste: So klingt ein inspirierender Tag.