Stadt Lenzburg
30.11.2016

Operettenstar aus Leidenschaft

Andra Hofstetter hat schon längst die Bühnen der Region erobert. Foto: zvg

Andra Hofstetter hat schon längst die Bühnen der Region erobert. Foto: zvg

Liebe, sprühende Laune, Lust und Überschwang, gepaart mit beeindruckender Technik, hinreissender Theatralik und höchster Professionalität, das ist Operette mit Andrea Hofstetter aus Lenzburg.

Stefanie Osswald

Als Schwester des Schwanks deklassiert und von der Oper in den Schatten gestellt, gilt die Operette seit jeher als ein eher belächeltes Genre seichter Unterhaltungskunst. Doch weit gefehlt. Wer die Sängerin Andrea Hofstetter trifft, merkt schnell: Die Bühne ist ihr Element. Hinter der zierlichen Schweizerin verbirgt sich eine richtige Powerfrau, die weiss was sie will, und wenn die 42-jährige Sopranistin das Podium betritt, dauert es nicht lange und es ist um den Konzertbesucher geschehen. Auf der Bühne schöpft sie aus dem Vollen und weiss ihr Publikum mit szenischem Gespür und stimmlicher Brillanz umgehend für sich einzunehmen.

Die Sopranistin schloss ihr Gesangsstudium 2001 an der Musikhochschule Luzern ab. Seither führten sie diverse künstlerische Reisen ins Ausland, unter anderem in das Opernland Italien. Seit 2002 lebt die Diva aus dem Freiamt in Lenzburg, hat seither schon längst die Bühnen der Region erobert und zählt zu den meist gefragten Sängerinnen der Umgebung.

Ihr Repertoire umfasst ein stilistisch vielfältiges Spektrum vom Barock bis hin zur Romantik. Von Georg Friedrich Händel über Mozart bis Johann Strauss. Andrea Hofstetter ist in jeder musikalischen Epoche zu Hause. Doch die vielfach süffisante Tragik und der emotionale Prunk des 19. Jahrhunderts haben es ihr ganz besonders angetan.

Mit Emotion und sicherer Technik

Donizetti, Verdi oder Bellini, das sind ihre Komponisten, in deren Musik die schüchtern wirkende Musikerin vollends aufzugehen weiss. «Ich liebe das Fette, das Schwülstige der Romantik, die Emotion in dieser Musik», schwärmt sie und stimmt gleich ein paar Takte aus Verdis «La Traviata» an.

Es sei die Emotion in dieser Musik, die sie immer wieder zu künstlerischen Höchstleistungen antreibe, und die Faszination dafür, dass einem Komponisten eine Musik gelänge, die menschliche Gefühle so gut transportiere. Absolute Voraussetzung für jede künstlerische Darbietung sei und bleibe jedoch immer die akkurate Vorbereitung der Rolle sowie eine sichere Technik.

Distanz zur eigenen Rolle

Trotz all der persönlichen Begeisterung für die Musik sieht Hofstetter ihre nicht immer leichte Aufgabe als Sängerin darin, die Musik darzustellen und nicht sich selbst. Zu viel emotionale Beteiligung könne den dramaturgischen Zug des Werks und damit das grosse Ganze sogar stören, erklärt die professionelle Musikerin und mahnt zur Distanz zur eigenen Rolle.

Vor diesem Hintergrund scheint die Hauptrolle der Rosalinde aus Johann Strauss’ Operette «die Fledermaus» wie für sie gemacht.

Zwischen dem 13. Januar und dem 25. März 2017 geht der Klassiker erstmalig während 26 Aufführungen über die Bretter des traditionsreichen Stadttheaters Sursee und versetzt sein Publikum mit eingängigen Melodien des Walzerkönigs in beschwingte Champagnerlaune.

Ein musikalisches Souvenir

Auf ihrer neuen CD «Arias», aufgenommen mit dem Bulgarian National Radio Symphony Orchestra unter Leitung von Georgi Dimitrov, zeigt Hofstetter das ganze Spektrum vokaler Flexibilität und die Klangvielfalt einer Sopranistin, die sich mit halben Sachen nicht zufrieden- gibt.

Wer Andrea Hofstetter live erleben möchte, sollte «die Fledermaus» nicht versäumen und sich schnell Karten sichern. Unter vorverkaufstadttheater-sursee.ch oder Telefon 041 920 40 20.