Stadt Lenzburg
17.11.2021

Einkaufsmöglichkeiten sind wichtig

Sieger des Hauptpreises der Verlosung: Familie von Gewinner Mathieu Hediger. Foto: zvg

Sieger des Hauptpreises der Verlosung: Familie von Gewinner Mathieu Hediger. Foto: zvg

Umfrage «Wie gern leben Sie in Lenzburg? Was gefällt, was fehlt Ihnen in Ihrer Stadt?» Diesen und weiteren Fragen ging die Gesellschaftskommission mit einer breit angelegten Umfrage auf den Grund. Erste Ergebnisse liegen vor.

Seit Anfang April arbeiteten Freiwillige der Gesellschaftskommission Lenzburg an der Konzeption und Durchführung der Umfrage unter der Lenzburger Bevölkerung, um zukünftige Handlungsfelder abzustecken. Nach den Sommerferien wurden die Daten erhoben. Nun sind die Daten aufbereitet und liegen in einem anonymisierten Erstbericht vor.

Insgesamt 647 Menschen nahmen an der Umfrage teil, was die kühnsten Erwartungen der Arbeitsgruppe übertrifft. Ziel waren 500 Teilnehmende. Auch das ist schon ehrgeizig: Ein Rücklauf von 2 Prozent der Haushalte ist üblich.

Sehr gut vertreten ist die Altersgruppe 12 bis 18 Jahre, da Fragebögen an der Oberstufe verteilt und eingesammelt wurden. Unterdurchschnittlich repräsentiert sind die Altersgruppen 19 bis 25 Jahre und über 80 Jahre. Die meisten Teilnehmenden (291) gaben an, noch nicht länger als 10 Jahre in Lenzburg zu wohnen. 220 Teilnehmende leben mehr als 10 Jahre, aber nicht schon immer in Lenzburg. 163 Teilnehmende wohnen schon immer in Lenzburg.

Lebensqualität mehrheitlich gut

Gut 87 Prozent der Teilnehmenden bewerteten die Lebensqualität in Lenzburg mit gut oder sehr gut, unabhängig vom Geschlecht. Nach Altersklassen ausgewertet, ist eine höhere Zufriedenheit bei jüngeren und älteren Menschen sichtbar, während die mittleren Altersklassen etwas unter dem Durchschnitt liegen.

Bei Menschen, die seit bis zu 10 Jahren in Lenzburg wohnen, liegt die Bewertung der Lebensqualität leicht unter dem Durchschnitt. Bei denjenigen, die mehr als 10 Jahre, aber nicht immer schon ansässig sind, wird die Lebensqualität am höchsten bewertet, während diejenigen, die schon immer in Lenzburg wohnen, leicht über dem Durchschnitt liegen.

Wünsche nach Veränderungen

Mehr als ein Viertel der Teilnehmenden (27,3 Prozent) gab an, sich viel oder sehr viel Veränderung in Lenzburg zu wünschen. Ein knappes Drittel (32,2 Prozent) wünscht sich hingegen wenig oder keine Veränderung. Die grösste Gruppe (40,5 Prozent) wünschte sich mittlere Veränderungen. Der Veränderungswunsch der männlichen Personen war höher als derjenige der weiblichen Teilnehmenden.

Zu 13 Themenfeldern konnten die Teilnehmenden angeben, wie wichtig das jeweilige Feld für ihre Lebensqualität ist. Wichtig oder äusserst wichtig sind für 512 Menschen (76 Prozent) die Einkaufsmöglichkeiten, Spitzenreiter der Umfrage. Naturnahe Erholungsräume mit 478 Nennungen (71 Prozent) folgen an zweiter Stelle, dicht gefolgt vom sozialen Umfeld mit 472 Nennungen (70 Prozent) auf Rang drei.

Das Bildungsangebot wird an vierter Stelle genannt (443 Nennungen, 66 Prozent), das Zugehörigkeitsgefühl an fünfter Stelle mit 412 Nennungen (61 Prozent). Mit jeweils 302 Nennungen (45 Prozent) landen «Zugang zu Vereinen» und «Kommerzielle Freizeitangebote» auf den letzten Rängen.

«Wären Sie bereit, sich persönlich zu engagieren, zum Beispiel in einer Arbeitsgruppe, bei einer Aktion oder in einem Projekt rund um Themen, die das Zusammenleben in Lenzburg betreffen?», lautete eine der 16 Fragen. 137 Teilnehmende beantworteten dies mit «Ja» und hinterliessen auch ihre Kontaktangaben.

Verlosung eines Schlossgutscheins

Die Befragten konnten freiwillig an einer Preisverlosung teilnehmen. Die Gewinner der sieben Preise wurden durch ein Zufallsprinzip ermittelt. Den Hauptgewinn, eine Schlossführung für 20 Personen, konnte der 13-jährige Mathieu Hediger im Kreis seiner Familie bereits entgegennehmen.

Mehr als 160 Stunden

Zwischen 160 und 200 ehrenamtliche Arbeitsstunden leisteten die Mitglieder der Gesellschaftskommission bislang, um dieses Etappenziel zu erreichen, schätzt Christine Ziegler, Leiterin der Arbeitsgruppe Umfrage. Der Budgeteinsatz war hingegen mit weniger als 1000 Franken vergleichsweise bescheiden.

Christine Ziegler zieht Bilanz: «Ich danke allen Mitgliedern der Gesellschaftskommission für ihre Präsenz in den Quartieren der Stadt. Unter unserem Erkennungszeichen, dem grossen blauen Ballon, führten wir alle lebhafte Gespräche und konnten wertvolle Ideen für die Entwicklung von Lenzburg diskutieren. Wir freuen uns auch darüber, auf diese Weise die Gesellschaftskommission in der Bevölkerung bekannter zu machen. Für zukünftige Aktionen wünsche ich mir, dass mehr Ressourcen zur Verfügung stehen, um Sprachbarrieren zu überwinden.»

Weiterverwendung offen

In welcher Form die Umfrageergebnisse publiziert und allenfalls weiter bearbeitet werden, wird die Gesellschaftskommission an den nächsten Sitzungen entscheiden.

Die Kommission wurde Anfang 2020 vom Stadtrat eingesetzt mit dem Ziel, das gesellschaftliche Zusammenleben in Lenzburg zu fördern, insbesondere nach der starken Wachstumsphase der Stadt. Sie besteht derzeit aus zwölf Mitgliedern und arbeitet mit weiteren Personen in Arbeitsgruppen an unterschiedlichen gesellschaftlichen Themen.(akr)