Stadt Lenzburg
02.06.2021

Warm und herausfordernd

Nach drei Jahren erfolgreich abgeschlossen: Verwaltungsratspräsident Martin Steinmann und Geschäftsführer Markus Blättler beim Start des flächendeckenden Glasfasernetzes. Foto: Fritz Thut

Nach drei Jahren erfolgreich abgeschlossen: Verwaltungsratspräsident Martin Steinmann und Geschäftsführer Markus Blättler beim Start des flächendeckenden Glasfasernetzes. Foto: Fritz Thut

SWL Energie AG Für den städtischen Versorgungsbetrieb verlief das Pandemiejahr zufriedenstellend. Der Gewinn lag mit 3,44 Millionen Franken sogar höher als 2019.

Von: Fritz Thut

Trotz einer «schwierigen Zeit» könne man «auf ein gutes Jahr zurückblicken», zog Finanzchefin Sonja Zwahlen für 2020 zufrieden Bilanz für die SWL: «Bei einem leicht geringeren Umsatz von 55,07 Millionen Franken verzeichnen wir mit 3,44 einen gegenüber dem Vorjahr um 22 Prozent höheren Gewinn.» Zudem wurden im Hinblick auf absehbare Veränderungen in der Energiebranche höhere Abschreibungen vorgenommen.

Der Rückgang der verkauften Energie ging nur zum Teil auf Corona zurück, wie Geschäftsführer Markus Blättler an der Jahresmedienorientierung ausführte. Das Pandemiejahr war für den Versorgungsbetrieb schlicht zu warm. 2020 lag durchschnittlich 3,7 Heizgradtage über dem langjährigen Mittel.

Tiefere Kosten

Das gute Ergebnis lässt sich mit tieferen Kosten begründen. Durch die Auslagerung der Telematik-Abteilung fielen weniger Personalkosten an (71,6 Vollzeitstellen gegenüber 78,1 im Vorjahr) und weil zahlreiche Anlässe und Veranstaltungen abgesagt werden mussten, wurden Sponsoringausgaben eingespart: «Das hat sich zwar positiv ausgewirkt, aber es tat uns weh», erklärte Blättler, der diese Ausgaben gerne in Kauf genommen hätte.

Abgeschlossen wurde 2020 die drei Jahre dauernde flächendeckende Erschliessung der Stadt Lenzburg mit einem leistungsstarken Glasfasernetz. Mittlerweile werden die Dienstleistungen von sechs Providern auf dem SWL-Netz angeboten.

Gut auf Pandemie vorbereitet

Als hätte man bei den SWL die Situation vorhergesehen, wurde 2018 der Krisenstab neu abgestellt und 2019 Pandemie-Kits an die Mitarbeitenden abgegeben. «Unser Krisenmanagement funktionierte wie gewünscht», konnte der Geschäftsführer zurückblicken.

«Als der Stromabsatz von einem Tag auf den andern um 8 Prozent einbrach, war dies schwerwiegend», blickte Blättler auf den Start der Wirtschaftsmassnahmen zurück. Immerhin konnte die einsetzende Homeoffice-Tätigkeit der Lenzburger «diesen Einbruch weitgehend kompensieren».

Der Stadt als Alleinaktionärin wird für 2020 eine Dividende von 1,376 Millionen Franken ausbezahlt, also 176000 Franken mehr als im Vorjahr. «Dies liegt im Rahmen; wir wollen ja die Firma nicht aushöhlen», so Verwaltungsratspräsident Martin Steinmann.