01.10.2020

Seetal Admirals stürmen mit Spektakel in die Zukunft

Druck aufs gegnerische Tor: Seetal-Admirals-Stürmer Jan Kutschera sorgt für Betrieb vor dem Dulliker Gehäuse. Foto Ruedi Burkart

Druck aufs gegnerische Tor: Seetal-Admirals-Stürmer Jan Kutschera sorgt für Betrieb vor dem Dulliker Gehäuse. Foto Ruedi Burkart

Streethockey: Die Streethockeyaner der Seetal Admirals sind mit zwei Siegen in die 1.-Liga-Saison gestartet. Sie wollen indes nicht nur auf dem Feld erfolgreich sein, sondern auch ihren Sport bekannter machen.

Von: Ruedi Burkart

Ivan Calcagno konnte einem wirklich leidtun. Der arme Kerl im Tor der Mad Dogs aus Dulliken musste im Spiel gegen die in Lenzburg domizilierten Seetal Admirals eins ums andere Mal hinter sich greifen. 

Die mit nur sechs Feldspielern angetretenen Solothurner hatten an diesem herrlichen Sonntagnachmittag auf der Sportanlage Wilmatten keinen Stich. 19-mal trafen die Lenzburger während der 60-minütigen Demonstration ins gegnerische Tor, immerhin gelang den «verrückten Hunden» der Ehrentreffer dann doch noch. 

Nach dem 10:3 gegen ein Team namens Bulldozers Kernenried-Zauggenried II also wieder ein klarer Erfolg für die Lenzburger. 

Schwierigere Gegner folgen

«Ein guter Start von uns, ganz klar, aber auf diese beiden Siege wollen wir uns nicht zu viel einbilden», resümierte der gegen Dulliken dreifache Admirals-Torschütze Jan Kutschera nach dem Schlusspfiff des einseitigen Offensivspektakels. Es kämen dann schon noch schwierigere Gegner auf ihn und seine Kumpels zu, sagt Kutschera schmunzelnd.

Vor gut einem Jahr berichteten die Medien letztmals über den 1997 gegründeten Lenzburger Streethockey-Klub. Im Frühling 2019 qualifizierte man sich völlig überraschend für das Finalturnier im Schweizer Cup. Als Underdog gelang gegen die oberklassige Konkurrenz zwar kein Exploit, als «Sieger der Herzen» verabschiedeten sich die Lenzburger dennoch erhobenen Hauptes von der grossen Bühne. 

«Diese positive Stimmung im und um den Verein wollten wir ausnützen und einen Schritt vorwärts machen», sagt Kutschera. 

Anknüpfen an glorreiche Zeiten?

Gesagt, getan. In die kürzlich angelaufene Saison 2020/21 schicken die Admirals ein 1.-Liga-Team, ein 2.-Liga-Team sowie eine Nachwuchsmannschaft. Ob man dereinst an die glorreichen Zeiten von früher anknüpfen kann, als die erste Mannschaft in der NLB gespielt hatte und vier Teams den Admirals-Dress getragen haben, wird man sehen.

«Es ist uns in erster Linie wichtig, dass wir unseren ausgesprochen familiären Verein und damit auch unseren Sport in der Region bekannt machen können», sagt Kutschera.

Mädchen überflügeln die Jungs

Er selber könne sich keine schönere Freizeitbeschäftigung vorstellen, als Streethockey zu spielen. Klar, wie viele Jungs «tschuttete» auch er in früheren Jahren, auch Tennis probierte Kutschera aus. «Doch als ich mit zehn Jahren erstmals Strassenhockey spielte, wusste ich: Das ist es.» 

Seither ist er dabeigeblieben. Mittlerweile ein 23-jähriger junger Mann, spielt Kutschera nicht nur selbst, er leitet zusammen mit Samuel Sommerhalder auch das vor einem Jahr gegründete A-Juniorenteam. «Aktuell haben wir mehr Mädchen als Jungs in dieser Mannschaft», meint Kutschera schmunzelnd, «wir könnten den einen oder anderen gut gebrauchen, da das Kader ziemlich schmal ist.»

Die nächsten Spiele

Weiter geht es für die Lenzburger «Admirale» in der 1.-Liga-Meisterschaft am kommenden Sonntag mit einem Auswärtsspiel gegen Hägendorf. Am Freitag, 9. Oktober, reist der SHC Erlinsbach auf die Wilmatten.

Turnschuhe und Eishockeystock

Streethockey, oder auch Strassenhockey, ist eine Mannschaftssportart, die mit vier oder fünf Feldspielern und einem Goalie auf einem Hartbelag gespielt wird. Die Akteure tragen Turnschuhe, Eishockeyhandschuhe, einen Eishockeyhelm und verwenden einen Eishockeystock. Gespielt wird mit einem orangen Hartplastikball. In der Schweiz wird die nationale Meisterschaft vom Herbst bis ins Frühjahr ausgetragen. Die Regeln entsprechen weitgehend jenen des Eishockeys. Wird auf kleineren Feldern gespielt – wie etwa in Lenzburg –, fällt die Offsideregelung weg. (Quelle: Wikipedia)