02.07.2020

Der «Grüne Güggel» kräht

Durften das Zertifikat entgegennehmen: Umweltbeauftragte Brigitta Bölsterli und die Delegation mit Martin Kammerhofer, Patrick Maurer und Luzia Küng. Foto: Alfred Gassmann

Durften das Zertifikat entgegennehmen: Umweltbeauftragte Brigitta Bölsterli und die Delegation mit Martin Kammerhofer, Patrick Maurer und Luzia Küng. Foto: Alfred Gassmann

Von: Alfred Gassmann

Katholische Kirche: Der Pastoralraum Region Lenzburg mit seinem Umweltteam hat die Umweltzertifizierung erfolgreich bestanden. Am letzten Sonntag wurde ihm das Umweltzertifikat «Grüner Güggel» überreicht.

Feierliche Stunde am vergangenen Sonntag in der Kirche St. Marien in Windisch. Aus der Hand von Kurt Aufdereggen der ökumenischen Fachstelle «oeku – Kirche und Umwelt Bern» durften Brigitta Bölsterli (Brunegg), Umweltbeauftragte und Mitglied der Kirchenpflege Lenzburg, sowie eine Delegation des Lenzburger Umweltteams das kirchliche Label für Umweltmanagement «Grüner Güggel» entgegennehmen. 

Ebenso ausgezeichnet wurden drei weitere Gremien. Mit der Anwesenheit von Gemeindepräsidentin Heidi Ammon (Windisch), Stadtammann Barbara Horlacher (Brugg) und dem Kirchenratspräsidenten der katholischen Landeskirche Aargau, Luc Humbel, wurde die Bedeutung des Anlasses unterstrichen.

Umweltbericht von 59 Seiten

Die Kirchgemeinde Lenzburg wurde Anfang 2019 auf das Label aufmerksam. Weitsichtig entschied die Kirchenpflege bereits am 12. Februar 2019, im Pastoralraum Region Lenzburg mit den 19 politischen Gemeinden die Zertifizierung durch das Umweltzertifikat «Grüner Güggel» anzustreben. Sie erkannte in der Zertifizierung eine Möglichkeit, einen Teil der Fürsorge für die Schöpfung zu übernehmen. 

Brigitta Bölsterli hat mit dem Umweltteam die Arbeit angepackt. Sie lobt den kirchlichen Umweltberater Andreas Frei, der mit seiner ruhigen und besonnenen Art die Arbeit begleitet und unterstützt hat. Entstanden ist der Umweltbericht 2020 mit nicht weniger als 59 Seiten. «Im Bericht wird eindrücklich dokumentiert, wie sich der Einsatz einer Kirchgemeinde für die Umwelt gestalten kann», erklärt Kirchenpflegepräsidentin Anita Berger (Staufen). Das Audit wurde am 23. Juni vorgenommen. Dietmar Cords, der Auditor für kirchliches Umweltmanagement, zollte dem Umweltbericht und der Umsetzung höchste Anerkennung.

Keine Scheu vor Themen

Die Kirche müsse glaubwürdig sein und die Bewahrung der Schöpfung bilde eine Kernaufgabe, machte Luc Humbel im Gottesdienst klar. 

Unter die Lupe genommen wurden im Umweltbericht die Stichworte Strom- und Wasserverbrauch, Standby-Strom, Beleuchtung, Heizungssteuerung, energieeffiziente Geräte, Papierverbrauch, Abfallaufkommen, Abfalltrennung und die Umgestaltung der Grünanlagen in naturnahe Räume. 

Zudem werden die kirchlichen Angestellten stärker geschult und bereits im Religionsunterricht befassen sich die Schüler stufengerecht mit dem Thema Bewahrung der Schöpfung. Geplant ist, jährlich ein internes Audit durchzuführen sowie sich alle vier Jahre der Re-Zertifizierung zu stellen.