Seetal-Lindenberg
04.09.2019

Wellness und Pizza für Neo-«Eidgenosse» Andreas Döbeli

<em>Die Starken und die Schönen:</em> Andreas Döbeli (vorne) winkt an der Seite einer Ehrendame den Fans am Strassenrand zu, Joel Strebel nutzt die Zeit derweil für Smalltalk. Foto: Ruedi Burkart

Die Starken und die Schönen: Andreas Döbeli (vorne) winkt an der Seite einer Ehrendame den Fans am Strassenrand zu, Joel Strebel nutzt die Zeit derweil für Smalltalk. Foto: Ruedi Burkart

Sarmenstorf Der Empfang ihres «bösesten» Einwohners wurde zu einem stimmungsvollen Dorffest. Mehrere hundert Personen jubelten Andreas Döbeli und seinem Klubkollegen Joel Strebel aus Aristau zu. Die beiden Schwinger präsentierten stolz ihren ersten eidgenössischen Kranz.

Ruedi Burkart

Fast schon majestätisch sassen sie auf einem wunderbar dekorierten Anhänger, der die beiden, gezogen von einem Traktor, die Marktstrasse hoch bis zur Mehrzweckhalle brachte: Andreas Döbeli (21) und Joel Strebel (22).

Eskortiert von zwei Ehrendamen nahmen die beiden Neo-«Eidgenossen» (sie holten sich am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest in Zug den begehrten Kranz) die Huldigungen des Volkes entgegen. Ab und zu winkten die beiden den Zuschauern entgegen.

Ganz geheuer war es ihnen augenscheinlich nicht, so sehr im Fokus zu stehen. «Ich bedanke mich bei allen Unterstützern, bei allen Trainern», richtete Döbeli später auf der Bühne ein paar Worte an die Festgemeinde. Dann mischte er sich auch schon wieder unter seine Kameraden.

Gratulationen allerseits

Sarmenstorfs Gemeindeammann Meinrad Baur gratulierte bei seiner Ansprache in der proppenvollen Mehrzweckhalle den «beiden bösen Buben Andreas und Joel» und vergass dabei nicht, auch Lukas Döbeli zu erwähnen. Der um zwei Jahre jüngere Bruder von Andreas verpasste in Zug den Kranzgewinn um Haaresbreite. Baur lobte auch die verschiedenen Dorfvereine für ihre spontane Mitarbeit. Dann versprach er Andreas Döbeli als Belohnung für den sportlichen Erfolg «einen Batzen an ein Wellnesswochenende».

Unter den zahlreichen Vereinsdelegationen befand sich auch der lokale Fussballklub. Tobias Furrer, Präsident des FCS, hielt ein Couvert in den Händen und lächelte. Auf die Frage, welche Art von Geschenk er Andreas Döbeli überreichen werde, meinte er schmunzelnd: «Die beiden Schwinger dürfen auf Kosten des FC Sarmenstorf in einer Pizzeria nach Herzenslust schlemmen.» Zudem erhielten die beiden auch eine Saisonkarte für die Heimspiele.

Nach dem offiziellen Teil des Empfangs erschien ein Teil der 1. Mannschaft samt Trainer Michael Winsauer auf ein Bier am Fest. Offenbar war dies die richtige Art von Inspiration für die Kicker. 24 Stunden später gewannen sie ihr 2.-Liga-Heimspiel gegen Lenzburg mit 1:0 und holten sich damit die ersten Punkte der neuen Saison.

Good News von Nick Alpiger

Zu den Gratulanten vor Ort gehörte auch der Staufner Spitzenschwinger Nick Alpiger. Sein Schicksal bewegte in den Tagen vor und nach dem «Eidgenössischen» die Schweiz. Alpiger musste in Zug nach vier Gängen Forfait erklären, seine fünf Wochen zuvor erlittene Hüftverletzung war wieder aufgebrochen. Eine Sehne war gerissen, eine Operation unumgänglich geworden.

In Sarmenstorf machte der Pechvogel an Krücken indes einen einigermassen zufriedenen Eindruck. «Danke der Nachfrage, es geht mir gut», meinte der 22-jährige Staufner mit einem Lächeln, «im Spital haben sie ganze Arbeit geleistet.» Die gute Nachricht: Läuft mit der Genesung alles glatt, sollte Alpiger in rund vier Monaten wieder voll ins Training einsteigen können.