Seetal-Lindenberg
07.08.2019

Zeitmanagement und Präzision zählen

<em>Fleissig: </em>Bis jetzt hat Renato Meier über 600 Stunden lang trainiert. Foto: lh

Fleissig: Bis jetzt hat Renato Meier über 600 Stunden lang trainiert. Foto: lh

Seengen Der Plattenleger Renato Meier stellt an den Berufsweltmeisterschaften in Russland sein Können unter Beweis.

Larissa Hunziker

Schon seit Dezember bereitet sich Renato Meier auf die Berufsweltmeisterschaften, WorldSkills genannt, vor. Der amtierende Schweizer Meister der Plattenleger will auch an der Weltmeisterschaft sein Bestes geben. Dafür wird hart trainiert. «Momentan bin ich bei meinem Vater in der Bude am Üben», sagt der 22-jährige Seenger. Daneben konnte er sich in Dagmersellen, beim Schweizerischen Plattenverband, optimal vorbereiten. Sogar ein Mentaltraining und eine Medienschulung absolvierte Meier. Mittlerweile hat er über 600 Übungsstunden hinter sich und fühlt sich gut vorbereitet.

Am 16. August wird Meier nach Kazan (RUS) fliegen, am 23. wird sein Wettkampf starten und bis 26. August dauern. 22 Stunden, verteilt auf vier Tage, haben die Teilnehmer des Plattenleger-Wettkampfs Zeit, um ihre Aufgabe zu lösen. Diese ist den Kandidaten bereits bekannt. In der vorgegebenen Zeit und möglichst präzis müssen nach einem Bauplan zwei Wände und ein aufgemauerter Duschboden umgesetzt werden. «Am Wettkampf selber ist der Plan dann aber um 30 Prozent abgeändert», sagt Meier. So können sich die Kandidaten zwar vorbereiten, eine Ungewissheit bleibt aber. Aus der Schweiz darf Meier seine Werkzeuge mitnehmen, das Material wird ihm aber vor Ort zur Verfügung gestellt. «Auch das wird eine Überraschung.»

Zwei Mal bester Lehrabschluss

Meier absolvierte zunächst eine Lehre als Ofenbauer bei der Weber Ofenbau AG in Erlinsbach, wo er auch heute noch arbeitet. Die Lehre schloss er als schweizweit Bester ab. Danach durchlief Meier die einjährige Zusatzausbildung zum Plattenleger, die er wiederum als Bester abschloss. Die Teilnahme an den SwissSkills, der Berufs-Schweizer-Meisterschaft, war ihm somit sicher. «Auf die Schweizer Meisterschaft habe ich mich etwa drei Wochen vorbereitet», sagt Meier. Mit seinem dortigen Sieg hat er sich für die WorldSkills qualifiziert. Nur jeweils der oder die Beste aus jedem Beruf darf die Schweiz dort vertreten.

Nervös sei er noch nicht, sagt Meier. Langsam komme dafür die Freude auf den bevorstehenden Wettkampf. Unterstützt wird Meier vor Ort von seiner Familie, besonders von Vater Bruno, der in Dottikon ein Baukeramikgeschäft führt. Ausserdem reisen sieben Arbeitskollegen von Meier nach Kazan. «Die machen gleich eine Woche Betriebsferien.»

Berufliches Ziel: Selbstständigkeit

Der Sieg wäre nicht unmöglich, aber eine Überraschung, sagt Meier über seine Chancen am Wettkampf. «Die Frage ist, ob man am Tag X seine Leistung abrufen kann. Da ist es wie im Sport.» Zudem ist nur eine einmalige Teilnahme an den WorldSkills möglich, es gibt keine zweite Chance. Aber auch die alleinige Teilnahme bietet für Meier Vorteile. «Es gibt ein bisschen mehr Lohn, und für den Betrieb und den Beruf an sich ist es gute Werbung.» Seine berufliche Zukunft sieht Meier im Plattenlegen, als Ziel visiert er die Selbstständigkeit an.

Zunächst will er aber an den WorldSkills seine Fähigkeiten beweisen.