Seetal-Lindenberg
12.06.2019

Erst ein Jahr da und bereits gewählt

<em>Ein Haus am See war immer sein Traum:</em> Neo-Gemeinderat Stephan Läuchli. Foto: lh

Ein Haus am See war immer sein Traum: Neo-Gemeinderat Stephan Läuchli. Foto: lh

Birrwil Vor knapp einem Monat wurde Stephan Läuchli in den Gemeinderat gewählt. Der Neuzuzüger will sich mit viel Engagement ins Gremium einbringen.

Larissa Hunziker

Die Wahl war deutlich, doch gerechnet hatte er nicht damit: Von 430 Stimmen erhielt Stephan Läuchli 311. Und das als Neuzuzüger. «Ich habe eigentlich mit einem zweiten Wahlgang gerechnet», sagt der 56-Jährige. Auch eine Nichtwahl wäre keine Niederlage gewesen. «Dann hätte ich gewusst, dass ich im Dorf erst bekannter werden muss, bevor ich erneut kandidiere.» Doch es hat gleich im ersten Wahlgang für den Sitz im Gemeinderat gereicht. Läuchli ist für die Bereiche Hochbau, Energie, Immobilien und Abfall zuständig. Bereits am 14. Juni steht seine erste Gemeindeversammlung an.

Erst vor knapp einem Jahr ist Läuchli mit seiner Lebenspartnerin nach Birrwil gezogen. Dem Seetal war er immer verbunden. Er wuchs in Staufen auf, wo er die Primar- und später die Bezirksschule in Lenzburg besuchte. «Danach war ich froh, die Schule beendet zu haben, weshalb ein Studium nicht infrage kam», sagt Läuchli. Also absolvierte er bei der damaligen BBC eine Lehre als Maschinenoperateur, heute Polymechaniker. Nach dem Militär kehrte er zur BBC zurück, wechselte aber als Fertigungsplaner ins Büro. In den Jahren danach absolvierte er verschiedenste Ausbildungen, immer berufsbegleitend. Heute hat er sowohl als Ingenieur als auch in Betriebswirtschaft einen Masterabschluss und war in der Industrie in verschiedenen Führungsfunktionen, auch als CEO, tätig.

Unbekanntheit als Vorteil

Bevor er nach Birrwil zog, lebte Läuchli 15 Jahre in Ennetbaden. Dort engagierte er sich in der örtlichen FDP, deren Präsident er war, und in verschiedenen Kommissionen, aber nie im Gemeinderat. Sein politisches Engagement kommt nicht von ungefähr. «Mein Vater war 20 Jahre lang im Staufner Gemeinderat», erzählt Läuchli. «Da ich beruflich aber immer sehr eingespannt gewesen bin, ist für mich eine Tätigkeit im Gemeinderat bisher nicht infrage gekommen.»

Das änderte sich mit dem Umzug nach Birrwil. Knapp ein halbes Jahr nach seinem Einzug ins Haus mit Seesicht wurde er von einem Nachbarn angesprochen, ob er nicht für den Gemeinderat kandidieren wolle. Läuchli überlegte sich das Ganze, schlief eine Nacht darüber und meldete schliesslich seine Kandidatur an. «Ich habe meinen Unterstützern aber gesagt, mich kenne hier ja gar niemand», sagt Läuchli. Doch das sei vielleicht gerade sein Vorteil gewesen. «Ich habe keine Eigeninteressen, habe weder Freund- noch Feindschaften im Dorf.»

Beobachtungs- und Lernphase

«Im Gemeinderat befinde ich mich jetzt in der Beobachtungs- und Lernphase», so Läuchli. Doch er lerne schnell, sei sich das von Berufs wegen gewöhnt. Seine Ziele hat er bereits definiert: «Ich möchte die Effizienz im Gemeinderat steigern und die Zusammenarbeit im Gremium noch besser machen.» Mit Management und Effizienzsteigerung kenne er sich aus. «Ich bin sozusagen seit 30 Jahren Chef und habe in dieser Zeit Hunderte von Mitarbeitenden geführt.»

Läuchli sieht grosse Aufgaben auf die Gemeinde zukommen, doch er ist motiviert, diese anzugehen. «Wenn ich zu etwas Ja sage, dann bin ich mit Haut und Haaren dabei.»