Seetal-Lindenberg
24.04.2019

Männerstamm reiste ins Emmental

<em>Zu Besuch beim Alphornmacher: </em>Der Seener-Männerstamm im Emmental. Foto: zvg

Zu Besuch beim Alphornmacher: Der Seener-Männerstamm im Emmental. Foto: zvg

Seon Der erste Nachmittagsausflug in diesem Jahr, welcher ins Emmental führte, stiess beim Seener-Männerstamm auf reges Interesse: 67 Mitglieder nahmen teil. Er galt der Besichtigung von «Bachmanns Alphornmacherei» in Eggiwil. Obmann Hans-Ulrich Huber konnte auf der Fahrt wiederum zwei neue Mitglieder begrüssen, nämlich Rolf Walti und René Steiner.

Nach einer eineinhalbstündigen Carfahrt wurde Eggiwil erreicht. Bachmanns Alphornmacherei befindet sich etwas abseits des Dorfes, auf einer Anhöhe, die sich «Knubel» nennt. Hansruedi Bachmann führte die Besucher in die Alphornwerkstatt, wo er es in urchiger Emmentalersprache verstand, den Seoner Senioren die Herstellung (Drechslerarbeit) eines Alphornes vor Augen zu führen.

Aufmerksam lauschten die Seener seinen Erzählungen aus früheren Zeiten, wobei lustige Episoden ab und zu zum Lachen animierten. Die Alphornmacherei Bachmann hat eine lange Tradition. Ursprünglich war es Grossvater Ernst Schüpbach, der schon als 13-Jähriger «Stünggu» Geschichte schrieb: 1925 baute er sich das erste Alphorn schon in seiner Kindheit. Durch all die verflossenen Jahre legte Schüpbach immer grossen Wert auf sehr gute Qualität der Instrumente. In den 1970er-Jahren weihte er seine beiden Schwiegersöhne Fritz Christen und Hansruedi Bachmann in sein Lebenswerk ein. Die Werkstatt wurde 1991 von Hansruedi Bachmann übernommen und erfolgreich weitergeführt. In Bachmanns Alphornmacherei werden pro Jahr (auf Bestellung) rund 30 Instrumente hergestellt. Seit 2008 führt Sohn Walter mit seiner Frau Monika die Alphornmacherei und den Landwirtschaftsbetrieb.

Anschliessend an die Vorführung ging es zum kulinarischen Teil über. Von nun an übernahmen die Frauen vom Hof das Zepter. Als Erstes tischten sie ein Fleischplättli mit Alphornwurst, Trockenfleisch und Hobelkäse, auf. Dazu durfte natürlich ein feiner Zopf nicht fehlen. Ein Dessert, das sich bei Bachmanns «Hogantblick» nennt (Glace und Merängge) rundete das Zvieri-Essen ab. Nur allzu schnell verging die Zeit des gemütlichen Zusammenseins. Gegen 18 Uhr hiess es wieder einsteigen und von der ländlichen Idylle im Emmental Abschied nehmen. (huh)