Seetal-Lindenberg
28.04.2021

Das Gesicht des Strandbades

Zahlreiche Erinnerungen: Der scheidende Arbeiterstrandbad-Betriebsleiter Daniel Leuenberger erhält von Stiftungsratspräsident Jürg Lienhard die «Rückblick-Broschüre». Foto: zvg
Die neuen Verantwortlichen: Restaurantleiterin und Betriebsleiter-Stellvertreterin Sabrina Burri und Betriebsleiter Marco Fankhauser. Foto: zvg

Zahlreiche Erinnerungen: Der scheidende Arbeiterstrandbad-Betriebsleiter Daniel Leuenberger erhält von Stiftungsratspräsident Jürg Lienhard die «Rückblick-Broschüre». Foto: zvg

Zahlreiche Erinnerungen: Der scheidende Arbeiterstrandbad-Betriebsleiter Daniel Leuenberger erhält von Stiftungsratspräsident Jürg Lienhard die «Rückblick-Broschüre». Foto: zvg
Die neuen Verantwortlichen: Restaurantleiterin und Betriebsleiter-Stellvertreterin Sabrina Burri und Betriebsleiter Marco Fankhauser. Foto: zvg

Die neuen Verantwortlichen: Restaurantleiterin und Betriebsleiter-Stellvertreterin Sabrina Burri und Betriebsleiter Marco Fankhauser. Foto: zvg

Meisterschwanden Nach 22 Jahren nimmt Betriebsleiter Daniel Leuenberger Abschied vom Arbeiterstrandbad Tennwil.

Daniel Leuenberger war 22 Jahre lang Betriebsleiter im Arbeiterstrandbad Tennwil. Nun hat er sich vorzeitig pensionieren lassen und bricht zu neuen Ufern auf. Seinen Ruhestand will er in Schweden geniessen.

«Daniel Leuenberger war das Gesicht an der Front und die Visitenkarte des Arbeiterstrandbades»: Mit diesem Satz fasste Stiftungsratspräsident Jürg Lienhard das zusammen, was sich der Betriebsleiter in mehr als zwei Jahrzehnten im Dienst «seiner» Badi erarbeitet hat.

Welcher Wertschätzung sich der 62-Jährige erfreut, zeigte sich am Freitagabend bei seiner Verabschiedung im Strandbad, zu der eine grosse Gästeschar – unter Einhaltung der geltenden Coronaregeln – gekommen war.

Grosse Achtung und Anerkennung

Nach Lienhard war es «ein Glücksfall», dass Leuenberger 1999 die langen Winter am Jaunpass satt hatte, und «eine Meisterleistung» der damaligen Stiftungsräte, ihn davon zu überzeugen, dass sein Platz im roten Arbeiterstrandbad der richtige sei. Seine zurückhaltende Art, seine Leistungs- und Hilfsbereitschaft hätten ihm schnell grosse Achtung und viel Anerkennung verschafft.

Leuenberger habe das Arbeiterstrandbad zu dem gemacht, was es heute ist: ein tadelloser, gut organisierter und moderner Betrieb mit Campingplatz und Seebadi.

Wahl nicht unbestritten

Die seinerzeitige Wahl als Betriebsleiter war im Stiftungsrat nicht unbestritten. Der damalige Stiftungsratspräsident Ruedi Schmid erinnert sich: «Am Schluss des Auswahlprozesses standen sich zwei Kandidaten gegenüber. Beide erfüllten die Voraussetzungen für eine Anstellung.»

Ausschlaggebend für ihn sei gewesen, dass Leuenberger von aussen gekommen sei. So habe er unbelastet von möglichen alten Seilschaften, Traditionen und Gewohnheiten seine Aufgabe wahrnehmen können.

«Im Rückblick halte ich diesen Entscheid für den besten während meiner Präsidiumszeit», räumt Schmid ein. Leuenberger habe nicht schon im Voraus gewusst, was er habe anders machen wollen, sondern habe sich vorgenommen, sich erst einmal umzusehen und das Strandbad kennen zu lernen, um dann nötige Veränderungen einzuleiten. Er habe sich nicht als Chef verstanden, ihm sei das ganze Team wichtig gewesen.

Lehrgeld bezahlt

Mit der Anstellung als Betriebsleiter des Strandbades habe er die Möglichkeit gesehen, «etwas daraus zu machen und aufzubauen».

Ein besonderes Anliegen war dem gelernten Koch der Ausbau der Gastronomie. Seit 2007 stehen auf der Speisekarte nicht bloss Wienerli mit Senf, sondern ganze Menüs. Das führte dazu, so Leuenberger, dass das Strandbadrestaurant mehr und mehr auch von Spaziergängern, Arbeitern aus dem Dorf und Vereinen frequentiert wurde. Auch Hochzeiten, Konfirmationen oder Taufen seien verschiedentlich im Strandbad gefeiert worden.

Ein Herzensanliegen war dem scheidenden Betriebsleiter deshalb, dass mit dem Umbau des Hauptgebäudes vor zwei Jahren eine zeitgemässe Küche realisiert werden konnte.

Nach Glanzpunkten in seiner 22-jährigen Tätigkeit als Betriebsleiter gefragt, muss Leuenberger nicht lange überlegen: «Ein Highlight war jeweils, wenn wir Ende Saison sagen konnten, wir haben gut gearbeitet, das Team hat gepasst, das Wetter war gut, der Umsatz hat gestimmt und es gab keine gravierenden Unfälle.»

Den Wechsel vom Jaunpass an den Hallwilersee hat Leuenberger bis heute nicht bereut. «Ich habe hier meinen Traumjob gefunden», beteuert er. «Ich hatte einen wunderschönen Arbeitsplatz, viele schöne Erlebnisse und Kontakt mit vielen netten Menschen.»

In der Hochsaison sei der Job aber auch stressig gewesen. Dieser Stress sei nach all den Jahren nicht spurlos an ihm vorbeigegangen. Deshalb habe er im vergangenen Jahr beschlossen, sich vorzeitig pensionieren zu lassen.

Mit Lob überhäuft

Nach seiner Pensionierung sucht Leuenberger eine neue Herausforderung: Er wandert aus nach Schwedisch-Lappland, 150 Kilometer nördlich des Polarkreises. Dort möchte er auch seinem Hobby, dem Fischen, frönen. Nach 34 Jahren Rummel, zuerst auf dem Wintercampingplatz und dann im Arbeiterstrandbad, freue er sich darauf, seinen Lebensabend als Pensionär in Ruhe geniessen zu können. Schon in den nächsten Tagen soll es losgehen.

An der Abschiedsfeier wurde Daniel Leuenberger von Stiftungsratsmitgliedern, Angestellten und weiteren Weggefährten mit Lob überhäuft. In einer zu seinem Rücktritt verfassten Broschüre wird er als warmherziger, weltoffener Mensch mit viel Fachkompetenz beschrieben.

Neuer Betriebsleiter ist Marco Fankhauser. Er war 10 Jahre lang Leuenbergers Stellvertreter. Als neue Restaurantleiterin und stellvertretende Betriebsleiterin amtet seit 1. April die 27-jährige Sabrina Burri.(rma)