08.10.2020

Schafschur in Zeiten von Corona

Diesen Herbst nur in kleinem Rahmen: Ruedi Brunner und sein Vater Hansruedi Brunner bereiten die Schafschur vor. Foto: Andreas Walker

Diesen Herbst nur in kleinem Rahmen: Ruedi Brunner und sein Vater Hansruedi Brunner bereiten die Schafschur vor. Foto: Andreas Walker

Hallwil: In den letzten Jahren fand jeweils zweimal eine Schafschur statt, die zu einem regelrechten Publikumsmagnet wurde. Das Corona-Jahr hat auch hier alles verändert.

Von: Andreas Walker

Bisher wurde jeweils am ersten Samstag im April und im Oktober in Hallwil eine grosse Schafschur auf dem Brunner-Bauernhof durchgeführt, wo jeweils etwa 500 Schafe geschoren wurden. Landwirte aus der Umgebung brachten ihre Schafe, um sie von drei Profi-Schafscherern scheren zu lassen. Das Ereignis zog jeweils viele Schaulustige an, die das Geschehen interessiert verfolgten und sich in der Schöfeler-Beiz nebenan verpflegten.

Dieses Jahr ist alles ganz anders. Die Schafschur fand nur in kleinem Rahmen statt – es wurden nur die 200 eigenen Schafe vom Brunner-Hof geschoren, ohne Publikum und ohne die Schöfeler-Beiz.

Die Landwirte, die normalerweise ihre Schafe aus der Umgebung bringen, müssen selber eine Lösung finden. Weglassen kann man die Schafschur nicht, denn nach dem Tierschutzgesetz müssen die Tiere mindestens einmal im Jahr geschoren werden.

Pandemie wird nachwirken

Zwar wäre es offiziell nicht verboten, dieses Ereignis in grösserem Stil durchzuführen. Doch hat das Bundesamt für Gesundheit (BAG) folgende Auflagen erlassen: Auch im Zusammenhang mit Arbeiten mit Tieren gelten die Weisungen des BAG zum Schutz der involvierten Personen. 

Jeder Kontakt, der vermieden werden kann, sollte vermieden werden. So müssten wenn möglich Schutzmasken und Handschuhe getragen werden. Die Personen und Tiere von verschiedenen Betrieben sollten gestaffelt kommen, um jeden unnötigen Kontakt zu vermeiden. 

Kleinstmöglicher Rahmen

Um diese Auflagen einhalten zu können und unnötige Risiken zu vermeiden, hat die Familie Brunner deshalb beschlossen, die Schur nur im kleinstmöglichen Rahmen durchzuführen, wo nur Familienmitglieder und die Schafscherer anwesend sind.

Eine Schafschur im kleinen Rahmen wird möglicherweise nicht das einzige sein, was die Corona-Pandemie verursacht hat. Die Familie Brunner wird im kommenden Winter entscheiden, ob die Schafschur je wieder im grossen Stil mit Publikum durchgeführt werden kann.