20.05.2020

Frische Luft statt triste Röhre

Neue Linienführung für den Wildensteinerbach: Geplant im Acker neben dem Flurweg. Foto: Fabian Rickenbacher

Neue Linienführung für den Wildensteinerbach: Geplant im Acker neben dem Flurweg. Foto: Fabian Rickenbacher

Von: Alfred Gassmann

Veltheim: Der Wildensteinerbach wird teilweise ausgedolt, revitalisiert und mit einer neuen Linienführung dem Binnenkanal Schachen zugeleitet. Sobald baubewilligt, wird das Projekt ausgeführt.

Im Gebiet Unteregg in Veltheim wird für die Natur und die Landschaft ein Gewinn geschaffen. Statt in einer dunklen Röhre eingedolt zu bleiben, darf der Wildensteinerbach auf 150 Meter Länge bald Licht und Luft geniessen. Der Wildensteinerbach kommt vom Materialabbaugebiet Jakobsberg-Egg her, nimmt im Mühlemattweg den Mülimattbach auf und legt nach der Vereinigung eingedolt bis zur Aare einen weiten Weg zurück. 

Diese Sachlage birgt in sich Potenzial für eine Aufwertung. In der rechtskräftigen Materialabbaubewilligung 4 vom Juni 2018 wird der Jura-Cement-Fabriken AG (JCF) denn auch auferlegt, diese Situation wasserbaulich zu verbessen. Dies als ökologischer Ausgleich zur Materialentnahme. Die bisherige Röhre des Wildensteinerbaches wird nicht mehr benötigt und daher verschlossen.  

Keine Fische, aber Kleinlebewesen

Das Renaturierungsprojekt sieht vor, den Wildensteinerbach offen und weitestgehend mit einer neuen Linienwahl bis zum Binnenkanal Schachen zu führen. Sowohl der Wildensteinerbach wie auch der Mülimattbach stellen keine Fischgewässer dar. Im neuen mäandrierenden Bachbett werden sich bald wirbellose Kleinlebewesen wie Insekten und ihre Larven, Flohkrebse, Milben, Schnecken und Muscheln, Egel und Würmer einfinden. 

Für die Uferböschungen wählt der Projektverfasser Fabian Rickenbacher vom beauftragten Ingenieurbüro ausschliesslich einheimische Bäumchen und Sträucher. Ein Tümpel hilft mit, den ökologischen Wert zu verstärken. Auf dem Weg zum Binnenkanal muss der geöffnete Bach die Wildeggerstrasse unterqueren und für den Langsamverkehr ist eine neue Holzbrücke über den Bach nicht vergessen worden.

Grenzbereinigungen erforderlich 

Die Kosten für das Bauvorhaben addieren sich auf 538000 Franken und werden von den JCF getragen. Das Bachöffnungsprojekt ist das Ergebnis von Verhandlungen zwischen der Bauherrschaft und Vertretern der Gemeinde Veltheim. Allerdings befinden sich die in Anspruch genommenen Grundstücke nicht im Eigentum der JCF. Daher müssen die Grundstücksgrenzen noch bereinigt werden. 

Das Baugesuchsverfahren endet am 2. Juni, während die kantonale Zustimmung zum Bachöffnungsprojekt mit Datum 20. April 2020 bereits vorliegt. Die Bauarbeiten werden voraussichtlich von September bis Dezember ausgeführt.