12.03.2020

Freiwillige für Einsätze des Vereins zu finden, gestaltet sich teils schwierig

Hauchen dem Elternverein Hendschiken neues Leben ein: Desirée Friedli, Nathalie Boillod und Nina Obermeyer. Foto: zvg

Hauchen dem Elternverein Hendschiken neues Leben ein: Desirée Friedli, Nathalie Boillod und Nina Obermeyer. Foto: zvg

Von: Carolin Frei

Region: Ist der Elternverein ein Auslaufmodell? Oder werden die Angebote für Familien und Kinder immer noch gerne genutzt? Die Zeitung hat bei den Vereinen in Hallwil, Hendschiken und Lenzburg nachgefragt.

In der Dorfpost von Hendschiken teilte der Vorstand des Elternvereins mit, dass er nach acht Jahren geschlossen an der GV vom 13. Februar zurücktreten werde. Als Grund wurden schwindende Teilnehmerzahlen und das Absagenmüssen von bereits organisierten Anlässen genannt. Anlässe, für die jeweils Lokalitäten reserviert und bezahlt werden mussten. Eine griffige Lösung zur Behebung dieses Missstandes konnte vom alten Vorstand nicht wirklich gefunden werden. 

Neuer Vorstand ist gewählt

Mit ihrem geschlossenen Rücktritt wollen sie Platz schaffen für eine neue Crew, die frischen Wind in den Verein bringt, ihm neues Leben einhaucht, konnte in der Dorfpost nachgelesen werden. Dem Aufruf sind die drei Hendschikerinnen Desirée Friedli, Nathalie Boillod und Nina Obermeyer gefolgt. An der GV vom 13. Februar wurden sie einstimmig in den Vorstand gewählt. Wie will das neue Team nun frischen Wind in den Verein bringen, die Mitglieder zum Mittun motivieren? «Wir werden die Mitglieder regelmässig mit Informationen bedienen, ein spannendes Jahresprogramm erstellen und Flyer für Neumitglieder auflegen. Zudem werden wir enger mit der Schule, dem Kindergarten und der Gemeinde zusammenarbeiten», sagt Desirée Friedli, die neue Präsidentin des Elternvereins.

Statutenanpassung geplant

An der GV im April plant das neue Team eine Statutenanpassung und im Juni fällt der Startschuss mit dem ersten Anlass am Jugendfest – in Zusammenarbeit mit dem Mittagstisch. «Wir werden Spiele für Kinder jeden Alters anbieten. Eine gute Gelegenheit, uns einzubringen, die Resonanz auszuloten», betont Friedli. Weitere Anlässe sind in Planung und werden an der GV bekannt gegeben.

Für den neuen Vorstand ist ganz klar, dass es einen Elternverein braucht. «Ich bin mit meinen Söhnen Tim und Ben im letzten Herbst hierher gezogen. Dank dem Elternverein bin ich Kontakt mit anderen Familien gekommen und konnte so ein soziales Netzwerk aufbauen, was ich sehr schätze», betont Friedli. 

Autonome Teams

Dass es einen Elternverein braucht, dieser Meinung ist auch Rahel König, Co-Präsidentin des Elternvereins Lenzburg. «Unseren Verein gibt es seit über 40 Jahren. Er ist gut verankert und deckt mit seinen vielfältigen Angeboten ein Bedürfnis ab», ist König überzeugt. Vor allem der Ferienpass und das Kerzenziehen seien grosse Projekte. Auch das Projekt Lesetandem mit der Stadtbibliothek werde geschätzt. 

Neu wird die Vermittlung der Jugendlichen fürs Babysitting über die Sackgeldbörse von der Jugendarbeit gemacht. «Eine gute Vernetzung mit anderen ist uns sehr wichtig, daher arbeiten wir bei gewissen Themen etwa auch mit dem Elternrat zusammen», sagt König. Der Elternverein Lenzburg besteht aus autonomen Teams, die jeweils nur für ihre Projekte zuständig sind. «So hoffen wir, dass es allen Freude macht und wir immer Freiwillige haben, die sich für ihr Wunschprojekt einsetzen», betont sie.

Freiwillige finden wird immer schwieriger 

Der Verein Kinder Hallwil ist ebenfalls fester Bestandteil des Dorflebens. «Es wird zwar immer schwieriger, Freiwillige für unsere Anlässe zu finden», sagt Präsidentin Eva Suter. Doch aufgeben wolle man nicht. «Allerdings wünschten wir uns schon mehr Hilfe aus den eigenen Reihen», betont Suter. Freiwillige für die Börse oder die alle vier Jahre stattfindende Chilbi zu finden, sei nicht immer einfach. Meist würden sich die gleichen Personen melden. «Dabei wäre es so einfach. Wenn sich alle für eine halbe oder ganze Stunde einbringen würden, wäre die Einsatzzeit für alle erträglich kurz.» 

Nebst der Festwirtschaft, die der Verein jeweils beim Schulabschluss auf die Beine stellt, oder der Suppe, die zu Weihnachten ausgeschenkt wird, könnte der Verein auch einen Mittagstisch abdecken. «Leider haben wir zu wenig Anmeldungen, aber bereit wären wir.» Sagts und macht sich auf, um für die Börse mit Markt vom 2. Mai alles Nötige aufzugleisen und Freiwillige zu rekrutieren.

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