Region
24.04.2019

Der Cup-Kracher

<em>Man kennt sich bestens:</em> Offensivspieler Driton Vrella, früher beim FCL, seit dieser Saison in Othmarsingen und Lenzburgs Co-Präsident Mike Barth. Foto: Ruedi Burkart

Man kennt sich bestens: Offensivspieler Driton Vrella, früher beim FCL, seit dieser Saison in Othmarsingen und Lenzburgs Co-Präsident Mike Barth. Foto: Ruedi Burkart

Fussball Der FC Lenzburg oder doch Othmarsingen? Am Mittwoch, 1. Mai, zeigt sich, welcher Zweitligist den Bezirk im Final des Aargauer Cups am Auffahrtsdonnerstag vertreten darf. Und wem die Chance auf ein Spiel gegen einen grossen Verein winkt.

Ruedi Burkart

Die Szenen sind noch allgegenwärtig. Wie ein Bulldozer walzte der FC Lenzburg im zweiten Spiel der 2.-Liga-Rückrunde Othmarsingen nieder. Gleich mit 6:0 gewann das Team des neuen Trainers Emilio Munera an jenem frühlingshaften Sonntagnachmittag vor rund drei Wochen das ewig junge Revierderby auf fremdem Platz. Tempi passati. Was damals war, interessiert am kommenden Mittwoch niemanden mehr. Denn die Voraussetzungen haben sich seither geändert. Beim FCL muss man auf Enrico Hofer verzichten, der Captain fällt mit einer Knieverletzung aus. Und bei Othmarsingen ist Topskorer Gezim Zeqiraj (aktuell 13 Ligatore) im Gegensatz zum damaligen Meisterschaftsspiel mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht mehr «Bänkler», sondern wird ab der ersten Minute die gegnerische Defensive in Alarmbereitschaft versetzen.

Erfolge im Cup: Lang, lang ists her

Ihre grossen Zeiten im Aargauer Cup erlebten die Lenzburger vor über 20 Jahren. 1992 und 1993 gewannen sie den Wettbewerb, 1994 verloren sie den Final. Im Jahr 2000 klappte es dann mit dem insgesamt dritten und bislang letzten Cupsieg für die Bezirkshauptstädter. In den Folgejahren war stets frühzeitig Schluss mit lustig. Ganz bitter endeten die letzten beiden Cup-Kampagnen. 2014, im Jahr des erstmaligen Aufstiegs in die interregionale 2. Liga, scheiterte Lenzburg im Achtelfinale an den unterklassigen Spreitenbachern. Nach drei Jahren Cup-Abstinenz – weil die Lenzburger damals interregional spielten, durften sie am Regionalcup nicht teilnehmen – setzte es im vergangenen Frühling die jüngste Enttäuschung ab: 3:4-Heimpleite im Viertelfinal gegen den FC Neuenhof. Erneut war ein unterklassiger Gegner cleverer. Besonders bitter damals: Eine Viertelstunde vor Ende der regulären Spielzeit lag der FCL noch mit 3:2 in Führung.

Die Cup-Bilanz der vergangenen Jahre präsentiert sich für den FC Othmarsingen ähnlich, die Zeiten der erfolgreichen Auftritte im Cup sind vorbei. Am 25. Mai 2003 stand das Team von Trainer Beat Dünki im Endspiel und verlor gegen Brugg mit 0:2, ein Jahr später reichte es immerhin noch für die Halbfinalteilnahme (1:3-Niederlage gegen den nachmaligen Cupsieger Niedergösgen). Ausser einer weiteren Qualifikation für den Halbfinal vor acht Jahren sind die Bünztaler im K.o.-Wettbewerb ihren eigenen Ansprüchen nie mehr gerecht geworden. Jetzt jedoch scheinen sie bereit für den grossen Coup. «Ja, wir wollen in den Final», so Dünki, «aber das wollen sie in Lenzburg auch.»

Das Rennen um den Platz im Cupfinal vom Auffahrtsdonnerstag, 30. Mai, in Windisch ist lanciert. Auch wenn die Kontrahenten Othmarsingen und Lenzburg einen guten Kontakt pflegen. «Wir haben ein kollegiales Verhältnis», so Lenzburgs Co-Präsident Mike Barth – es geht um viel am Mittwoch. Allen ist klar: Erreichen sie den Cupfinal und gewinnen sie auch dort, stehen sie in der 1. Hauptrunde des nächstjährigen Schweizer Cups und dürfen auf ein Heimspiel gegen einen Profiverein hoffen.

Mittwoch, 1. Mai, 20.15 Uhr, FC Othmarsingen–FC Lenzburg (Cup-Halbfinal), Sportanlage Falkenmatt.