Region
24.04.2019

Ein säuerlich-süsser Möriker

<em>Beim Pflanzen des Mörikers in heimischer Erde: </em>Josef Niederberger, Gemeinderat, Matthias Betschen, Präsident Pro Natura Aargau, Roland Furrer, Landschaftskommission Möriken-Wildegg, und Isabel Häberli, Vizepräsidentin Pro Natura Aargau (von links). Foto: do

Beim Pflanzen des Mörikers in heimischer Erde: Josef Niederberger, Gemeinderat, Matthias Betschen, Präsident Pro Natura Aargau, Roland Furrer, Landschaftskommission Möriken-Wildegg, und Isabel Häberli, Vizepräsidentin Pro Natura Aargau (von links). Foto: do

Möriken-Wildegg Er ist mittelgross, schmeckt säuerlich-süss mit leichtem Zimtaroma und gehört zur Familie der Goldrenette – der würzige Winterapfel namens Möriker.

Von: Hanny Dorer

Die Pflanzaktion von zwei Hochstammbäumen im kleinen Naturschutzgebiet direkt neben der Multisammelstelle Hasli in Möriken setzt ein Zeichen für die Zusammenarbeit von Gemeinden mit Pro Natura. Diese Zusammenarbeit soll in Zukunft mit allen Gemeinden des Kantons intensiviert werden, so der Wunsch von Matthias Betschen, Präsident von Pro Natura Aargau. Dass der Auftakt dazu in seiner Wohngemeinde Möriken-Wildegg stattfand, freute ihn besonders. Wie viel für die Natur, die Landschaft und das Klima ganz konkret umgesetzt werde, entscheide sich oft auf kommunaler Ebene. «Die Gemeinden sind daher besonders wichtige Partner für Pro Natura», erklärte Betschen.

Diese Pflanzaktion sei kein alltäglicher Anlass, bestätigte Gemeinderat Josef Niederberger, dankbar für die Initiative von Pro Natura. Leicht verlegen gab er zu: «Bis vor zwei Wochen wusste ich nicht einmal, dass es einen Apfel mit dem Namen Möriker gibt.»

Dass der Gemeinde Möriken-Wildegg Natur, Umwelt und Landwirtschaft nicht gleichgültig sind, ist aus den Legislaturzielen 2018–2021 ersichtlich. Roland Furrer von der Landschaftskommission erläuterte diese Ziele, die explizit auch die Vielfalt an Arten und Lebensräumen umfassen.

«Klimawandel betrifft uns alle»

«Wir alle können dazu beitragen, dass die Klimaveränderung lokal und global gemildert wird», betonte Matthias Betschen. Dazu gehöre unter anderem der persönliche Beitrag zur lokalen Biodiversität auf dem Balkon und im Garten.

«Auch die Gemeinden können ihren Beitrag leisten. Das beginnt mit der klimafreundlichen Gestaltung der öffentlichen Grundstücke und Restflächen. Ruderalflächen und Blumenwiesen benötigen weniger Maschineneinsatz als langweilige Rasenflächen. Bäume beschatten die Hauswände, kühlen durch Verdunstung. Sie sorgen dadurch in den heisser werdenden Sommern für ein erträgliches Lokalklima», erklärte Betschen weitere Zusammenhänge. «Nicht zuletzt stellen die bandförmigen Strukturen wichtige Vernetzungskorridore für Pflanzen und Tiere dar», fügte er hinzu.

Möriker und Helliker Totenapfel

Der Winter-Tafelapfel Möriker wird nicht allein im Hasli stehen. Gleich daneben wurde gleichzeitig ein Helliker Totenapfel gepflanzt, der sich besonders für Apfelringe eignet. Woher der Name «Totenapfel» stamme, sei nicht bekannt, erläuterte Isabel Häberli, Vizepräsidentin von Pro Natura Aargau. Er könne damit zu tun haben, dass der Helliker Totenapfel im Frühjahr so spät austreibe, dass man ihn für tot halten könnte.

Sie wies darauf hin, dass Hochstammobstbäume nicht nur Gaumenfreuden bieten, sondern auch Lebensraum und Nahrung für Insekten, Fledermäuse und Vögel. «Für Fledermäuse sind sie besonders wichtig, da diese zur Orientierung die Strukturen der Landschaft benötigen», erklärte die Vizepräsidentin.

In gemeinsamer Arbeit wurden die noch unscheinbaren Bäumchen gepflanzt, in der Hoffnung, dass sie in einigen Jahren als erstarkte Hochstammbäume Früchte, Schatten und Lebensraum liefern werden.

Wo stehen noch Möriker?

Von den bei der Pflanzung Anwesenden wusste niemand, ob und wo es in Möriken Apfelbäume der Sorte Möriker gibt. Wer weiss es? Hinweise über allfällige Möriker Apfelbäume in Möriken bitte an Redaktion LBA@chmedia.ch .do