Region (Lenzburg)
30.06.2021

25 Kindergärtler legen Hand an für den neuen Chindsgi

Spatenstich für den neuen Kindergarten: Die Kindergärtler mit ihren Lehrerinnen und den Involvierten, unter anderem dem Gemeindeammann Ulrich Salm (3. von rechts) und dem Architekten Markus Fankhauser (rechts aussen). Foto: Carolin Frei

Spatenstich für den neuen Kindergarten: Die Kindergärtler mit ihren Lehrerinnen und den Involvierten, unter anderem dem Gemeindeammann Ulrich Salm (3. von rechts) und dem Architekten Markus Fankhauser (rechts aussen). Foto: Carolin Frei

Veltheim Strahlender Sonnenschein und strahlende Gesichter am Spatenstich. Freude herrschte zu Recht – bekommen doch die Kindergärtler einen neuen Kindergarten, der nach den Sportferien 2022 bezogen werden kann.

Von: Carolin Frei

Es ist fünfzig Jahre her, als ich hier als erster Jahrgang den Kindergarten besuchen durfte», sagt Gemeindeammann Ulrich Salm anlässlich des Spatenstichs für den neuen Kindergarten. Die Fassade des Kindergartens sei noch immer blau, doch er selber inzwischen grau, sagt er schmunzelnd. Nun werde wieder etwas Neues entstehen, auf das sich die Kinder freuen dürfen. Man wolle in die Jugend investieren, ihr einen guten Start für den weiteren Weg ermöglichen, betont er. Mit der aktuellen Situation – blauer Altbau sowie ein Kindergartenraum an der Wildeggerstrasse 52 – sei man nicht glücklich.

Nach einer zweijährigen Planungszeit, in der auch die angrenzende Wiese erworben und die Stichstrasse hinter dem bestehenden Kindergarten umgesetzt werden konnte, schritt man nun zum Spatenstich. Der Neubau, der auf dem Platz des Aussenspielplatzes entsteht, war wegen der schützenswerten Linde eine kleine Herausforderung.

Garderobe ist auch Werkraum

«Im Vorfeld haben wir viel studiert, disponiert, verworfen und versucht, alles noch ein Stück besser zu machen», sagt Architekt Markus Fankhauser von der BEM Architekten AG in Baden. Das Ergebnis sei ein Bau unter einem leicht gefalteten, begrünten Dach. In ihm eingebettet liegt über der zentralen Garderobe ein Oblicht – womit sich die Garderobe auch als Werkraum eigne. Unter dem gefalteten Dach liegen ein Klassenzimmer und ein separat zugänglicher und vom Klassenzimmer abtrennbarer Gruppenraum. Natürlich fehlen weder Toilettenanlagen noch Material- oder Werkräume.

Fankhauser bedauerte den Kindern gegenüber, dass der Spielplatz mit den Büschen und Bäumen bereits weichen musste. Und er betonte, dass die 80-jährige Linde in einem sehr guten Zustand und somit auch als Schattenspender erhaltenswert sei. Deshalb habe man den Neubau um die Linde herum oder korrekter mit der Linde geplant. «Und das, ohne dass die funktionellen Anforderungen Einschränkungen oder Kompromisse erfahren haben», hält er fest.

Der neue Kindergarten steht zu einem Grossteil nur auf punktuellen Pfahlschraubenfundamenten. Dies, damit die Wurzeln der Linde nicht verletzt werden. Der Boden des Kindergartens wird angehoben und auf das heutige Terrain gelegt. Darüber führt eine überdeckte, behindertengerechte Rampe unter der Krone hindurch zum neuen, etwas höher gelegenen Eingang des Neubaus. Das Haus ist ein ökologischer, nachhaltiger Holzbau, der nach den Sportferien 2022 bezugsbereit ist.

Kosten Neubau und Sanierung

Der Kindergarten ist mit 1,47 Millionen Franken budgetiert, wovon rund 100000 Franken für die Sanierung des bestehenden blauen Baus verwendet werden. Bei diesem Bau werden neue Fenster und ein Ausgang gegen den neuen Aussenraum mit Spielgeräten geschaffen. Es ist davon auszugehen, dass der blaue Kindergarten noch etwa 10 bis 15 Jahre halten wird. Danach wird er ersetzt.