22.10.2020

«Geschlecht» wird «farbig und lustvoll»

Ganz schön bunt hier: Stapferhausleiterin Sibylle Lichtensteiger in der Ausstellungsbaustelle von «Geschlecht. Jetzt entdecken».

Ganz schön bunt hier: Stapferhausleiterin Sibylle Lichtensteiger in der Ausstellungsbaustelle von «Geschlecht. Jetzt entdecken».

Von: Fritz Thut


Lenzburg Am 1. November beginnt im Stapferhaus beim Bahnhof die neue Ausstellung «Geschlecht. Jetzt entdecken». Stapferhausleiterin Sibylle Lichtensteiger führt durch die Baustelle.
 

Der Zugang zur «Geschlecht»-Ausstellung des Stapferhauses erfolgt – nach dem Ticketlösen – über die Aussentreppe; man tritt  quasi durch eine farbige Blüte. Bunt bleibt es. Nach der Wartezone mit einer 360-Grad-Filmprojektion, die vermittelt, dass Geschlecht viel mehr ist als Biologie, erreichen die Besucher via ein Mädchen- oder Bubenzimmer den Hauptsaal.

Die heute übliche Zuordnung von Rosa und Hellblau zu den Geschlechtern gibt es laut Stapferhausleiterin Sibylle Lichtensteiger erst seit relativ kurzer Zeit: «Vor hundert Jahren war es umgekehrt.» Dies ist eine von unzähligen Erkenntnissen, die Besucher der neuesten Ausstellung mitnehmen können.
Wie immer hat es das Stapferhaus­team verstanden, einem gesellschaftlich relevanten Thema viele, teils überraschende Aspekte abzugewinnen und diese gekonnt umzusetzen. Da werden zwar Grundlagen vermittelt, aber auch Rollen hinterfragt. 


Im Zentrumsraum der Ausstellung findet man entlang der Aussenwand einen 75 Meter langen Zeitstrahl, der die Geschichte des Verhältnisses zwischen den Geschlechtern ausleuchtet. Verstreut kann man sich an Stationen spezielle Geschlechtergeschichten anhören. In Nebenräumen werden bestimmte Aspekte meist interaktiv und spielerisch vertieft.
Wie prägt das Körpergefühl den geschlechtsspezifischen Ausdruck? Wo liegen die statistischen Unterschiede der Geschlechter? Stilisiert in einem Theater werden auch die Geschlechtsteile gezeigt: «Auf eine humorvolle und hübsche Art», ist Lichtensteiger überzeugt.
Das Wort humorvoll fällt auf dem Rundgang durch die fast fertige Ausstellung mehrmals: «Wir wollen den Besuchern einen poetisch humorvollen Zugang zum Thema bieten», so die Leiterin: «Man taucht ein in einen Mikrokosmos und verschafft sich einen farbigen und lustvollen Zugang in eine andere Welt.»
Am 1. November startet die zweite Ausstellung im neuen Stapferhaus am Lenzburger Bahnhof. Zum zweiten Mal nach «Fake» werden die Räume ausgiebig bespielt. Sibylle Lichtensteiger ist von der Infrastruktur begeistert: «Das Haus hat sich bestens bewährt.»

Bis zum Start von «Geschlecht» geht es noch gut eine Woche. Noch bis am nächsten Sonntag, 25. Oktober, dem Ende der Fotoausstellung «Divided we stand», gibt es eine Aktion. Im neu organisierten Bistro im Stapferhaus-Erdgeschoss erhalten Besucher zu jedem Getränk eine süsse Überraschung.