18.03.2020

Das Löwenkonzert war wohl für lange das letzte

Leere Stühle: Beim Löwenkonzert sass das Publikum locker. Foto: Fritz Thut

Leere Stühle: Beim Löwenkonzert sass das Publikum locker. Foto: Fritz Thut

Von: Fritz Thut

 Beinwil am See: Das dritte von vier Löwenkonzerten in Beinwil am See fand unter ganz besonderen Vorzeichen statt. Unter normalen Umständen hätten sicher mehr als 100 Personen den klassischen Klängen der Chaarts Chamber Artists gelauscht, doch die vom Bundesrat am Vortag verschärften Auflagen im Zusammenhang mit dem Coronavirus taten bereits ihre Wirkung und liessen viele Abo-Inhaber schon vorsorglich zu Hause bleiben.

Die Veranstalter hätten nicht mehr als die damals noch zugelassene Anzahl Zuhörer in den Löwensaal gelassen: «Das Konzert findet mit maximal 100 Personen statt. Es gibt genügend Platz und Abstand. Wir freuen uns auf ein positives Zeichen in ernsten Zeiten», stand auf der Internet-Homepage von Veranstalter und Orchester. Schliesslich  fanden sich etwas mehr als 50 Zuhörer ein, die sich entsprechend locker im Saal verteilen konnten.

Zusammen mit den zehn Musikern auf der Bühne wurde die tolerierte Maximalzahl immer noch deutlich unterschritten und das Publikum kam in den Genuss von zwei Suiten aus Edvard Griegs «Peer Gynt» und des Oktetts für Klarinette, Horn, Fagott und Streicher von Franz Schubert.

Aus aktuellem Anlass hätte man den Abend «Götterdämmerung» statt «Morgenstimmung» nennen können, hielt Chaarts-Leiter Andreas Fleck fest. Es sei schön, wenn man den Humor in diesen ernsten Zeiten nicht verliere. Doch Fleck kam auch auf die negativen Auswirkungen der Einschränkungen zu sprechen: «Dies ist sicherlich das letzte klassische Konzert in der Schweiz für Wochen, wenn nicht Monate.» Viele Musiker seien nun arbeitslos und hätten kein Einkommen. Trotzdem habe man dieses Konzert nicht in einer «Jetzt-erst-recht»-Stimmung durchgestiert.

Dass in der Pause die Getränkebar nicht in Betrieb war, konnte angesichts der aussergewöhnlichen Umstände gut verkraftet werden. Die wenigen Gespräche fanden mit der nötigen räumlichen, nicht aber mit inhaltlicher Distanz statt. Und statt den üblichen Cüpli wurde dem Desinfektionsmittelspender fleissig zugesprochen.

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