05.03.2020

Alois Huber als Aargauer Nationalrat vor leeren Zuschauerreihen vereidigt

Auf dem Weg nach Bern:  Anja und Céline mit den Eltern Silvia und Alois Huber. Foto: Hanny Dorer
«Ich schwöre es»:  Alois Huber, umrahmt von den Ratsweibelinnen, leistet seinen Eid als Nationalrat. Foto: Keystone/Alessandro della Valle

Auf dem Weg nach Bern: Anja und Céline mit den Eltern Silvia und Alois Huber. Foto: Hanny Dorer

Auf dem Weg nach Bern:  Anja und Céline mit den Eltern Silvia und Alois Huber. Foto: Hanny Dorer
«Ich schwöre es»:  Alois Huber, umrahmt von den Ratsweibelinnen, leistet seinen Eid als Nationalrat. Foto: Keystone/Alessandro della Valle

«Ich schwöre es»: Alois Huber, umrahmt von den Ratsweibelinnen, leistet seinen Eid als Nationalrat. Foto: Keystone/Alessandro della Valle

Von: Hanny Dorer

Möriken-Wildegg: Endlich hat der Bezirk Lenzburg wieder einen Nationalrat: Der Aargauer Bauernpräsident Alois Huber wurde am Montag in Bern in seinem neuen Amt vereidigt. Er tritt die Nachfolge von Jean-Pierre Gallati an, der in den Aargauer Regierungsrat gewählt wurde.

Eigentlich hätte eine grosse Gefolgschaft den neuen Nationalrat zu seiner Vereidigung nach Bern begleiten sollen. Freunde, Bekannte und der gesamte Gemeinderat Möriken-Wildegg mit dem Gemeindeschreiber wollten ihrem ehemaligen Vizeammann die Ehre erweisen und an seinem denkwürdigen Tag teilnehmen. Doch der Coronavirus machte ihnen einen Strich durch die Rechnung: Der Zutritt zum Bundeshaus blieb ausschliesslich den Politikern vorbehalten. Einzig die Ehefrau Silvia und die beiden Töchter Anja und Céline erhielten eine Ausnahmebewilligung.

 Für Alois Huber begann der Tag sehr früh – bereits um 4 Uhr war Tagwacht. «Es waren Schweine zu verladen und dann hatte ich noch eine Sitzung», blickt der Meisterlandwirt, der seit 1999 Pächter des Bauernhofs Schlossgut Wildegg ist, auf seinen Tagesbeginn zurück. Er geniesse deshalb jetzt die Zugfahrt nach Bern umso mehr.

Und wie fühlt er sich? «Sehr speziell», gibt er zu. Eine Vereidigung im Bundeshaus sei etwas anderes als im Grossrat, dem er die letzten 7 Jahre angehört hat. «Ich habe grossen Respekt vor diesem Haus, das in den letzten 150 Jahren bestimmt hat, was in der Schweiz läuft.»

Erste Kontakte geknüpft 

Alois Huber hat bereits an einer Fraktionssitzung der SVP teilgenommen. «Ich kenne aber noch nicht alle», schmunzelt er. Das werde sich nun rasch ändern.  

Vorerst wird er der Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur (WBK) angehören, die er von seinem Vorgänger Jean-Pierre Gallati «geerbt» hat. Da es in der WBK auch um die Forschungsbetriebe, unter anderem um die Umgestaltung von Agroscope, gehe, sei er froh, dort mitarbeiten zu können. Langfristig wäre sein Ziel jedoch die Kommission für Wirtschaft und Abgaben (WAK), der gegenwärtig sein Parteikollege Thomas Burgherr angehört.  Die WAK befasst sich auch mit der Landwirtschaft, die ihm natürlich besonders am Herzen liegt. Nicht umsonst ist er Aargauer Bauernpräsident und Vorstandsmitglied des Schweizerischen Bauernverbandes.

Zusätzliche Hilfe auf dem Hof

Damit die Arbeit auf dem Hof auch in seiner Abwesenheit weiterläuft, plant Huber, ab Juni einen Facharbeiter anzustellen. «Es war auch bisher manchmal schon ziemlich eng, trotz der beiden Lehrlinge, die wir ausbilden.» Einen Lehrling wolle er auf jeden Fall behalten, obwohl es heutzutage gar nicht einfach sei, junge Leute für den  Beruf Landwirt zu begeistern. 

Für seine Frau Silvia bedeutet es mehr Organisation, damit nicht beide gleichzeitig abwesend sind. Aber natürlich freut sie sich ungemein, dass ihr Mann den Sprung in den Nationalrat geschafft hat. Und die fünf Kinder der Familie Huber sind sehr stolz auf ihren Vater.  «Wir freuen uns sehr für ihn», sagen die beiden Töchter, die ihn nach Bern begleiten.

«Ich schwöre es»

Am Nachmittag dann der grosse Moment: Alois Huber, flankiert von zwei Ratsweibelinnen, trat vor die versammelten Nationalräte und liess sich mit den drei Worten «Ich schwöre es» vereidigen.

Der anschliessende Applaus der Nationalräte bewegte ihn sichtlich. Es sei ihm in diesem Moment so richtig bewusst geworden, welche Verantwortung er mit diesem Amt übernommen habe. Er werde alles dafür tun, um die in ihn gesetzten Erwartungen zu erfüllen. 

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