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21.08.2019

Nick Alpiger: Vom Drama zum ganz grossen Erfolg?

<em>Will auch am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest (Esaf) in Zug kräftig zupacken:</em> Der Staufner Spitzenschwinger Nick Alpiger. Foto: David Sigg

Will auch am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest (Esaf) in Zug kräftig zupacken: Der Staufner Spitzenschwinger Nick Alpiger. Foto: David Sigg

Schwingen Am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest von diesem Wochenende ruhen die Hoffnungen der Region auf dem Staufner Nick Alpiger. Trotz Verletzung und einem Auftritt an Krücken wird der 22-Jährige in Zug starten können. Und zwar zu 100 Prozent fit. Davon ist sein Technischer Leiter überzeugt.

Ruedi Burkart

Vor rund drei Wochen, an der Bundesfeier in Dintikon, zeigte sich der Staufner Nick Alpiger letztmals in der Öffentlichkeit. Nach seinem verletzungsbedingten Aus auf dem Weissenstein zehn Tage zuvor – Alpiger zog sich einen Knochenabriss am linken Oberschenkel zu – ging die Aargauer Schwing-Hoffnung an Krücken.

«Drama um Nick Alpiger», titelte die Tagespresse damals. Der Schwinger jedoch nahm es betont locker. Es gehe ihm gut, liess er Journalisten und Fans wissen. Und dass er alles daransetzen werde, am «Eidgenössischen» dabei sein zu können. Seither wurde es still um Alpiger. Eine Bitte um ein Interview wies er freundlich, aber bestimmt ab. Stattdessen stand der Hendschiker Stefan Strebel, Technischer Leiter des Nordwestschweizerischen Schwingerverbands, bereitwillig für eine Stellungnahme zur Verfügung. «Wir sind sehr guter Dinge, dass Nick in Zug starten wird», gab Strebel Entwarnung, «und ich kann versprechen: Wenn Nick antritt, dann tut er das zu hundert Prozent fit.» Dann dürfe man sich auf einen bärenstarken, bösen Nick Alpiger im Sägemehl freuen.

Wozu ein gesunder Nick Alpiger fähig ist, hat er vor seiner Verletzung eindrücklich bewiesen. Der Staufner schränzte sich im Frühling von Sieg zu Sieg, gewann unter anderen den Baselstädtischen Schwingertag und – als bisher grössten Erfolg – am 7. Juli das Innerschweizer Schwingfest in Flüelen. Wie es ist, an einem «Eidgenössischen» erfolgreich zu sein, weiss Alpiger zudem ganz genau. Vor drei Jahren liess er als 19-Jähriger mit seinem Kranzgewinn in Estavayer-le-Lac aufhorchen.

Thürigs grosse Erfahrung

Ebenfalls den «Cut» geschafft hat Alpigers Klubkollege vom Schwingklub Lenzburg und Umgebung, Mario Thürig. Der mittlerweile 34-jährige Möriker bestreitet in Zug sein sage und schreibe sechstes «Eidgenössisches».

Noch jedes Mal kehrte Thürig mit einem Kranz zurück in die Heimat. Auch in diesem Jahr? «Mario hat eine immense Erfahrung. Ich halte es durchaus für realistisch, dass er auch in Zug einen Kranz holen wird», sagt der Technische Leiter Strebel.

Bemerkenswertes Detail: Thürig musste ein Jahr pausieren, nachdem er sich 2018 eine Schulterverletzung zugezogen hatte – notabene auf dem Weissenstein. Also dort, wo ein Jahr später Nick Alpiger verletzt aufgeben musste.

In Staufen wartet man ab

Auch wenn das «Eidgenössische» bereits vor der Tür steht, in Alpigers Wohngemeinde Staufen ist deswegen noch keine Hektik ausgebrochen. Auf die Frage, ob und wie man den bösesten Einwohner nach dem Esaf begrüssen werde, verrät Gemeindeschreiber Mike Barth, dass man es halten werde wie vor drei Jahren. Nach Alpigers Kranzgewinn am «Eidgenössischen» in Estavayer-le-Lac stampfte die Gemeinde ein paar Tage danach einen würdigen Empfang aus dem Boden. Natürlich würde man bei einem ganz grossen Triumph – dem Gewinn des Königstitels – rasch reagieren. «Wir stellen ad hoc etwas auf die Beine. Das gibt immer die schönsten Feste», meint Barth schmunzelnd. Da hat der Gemeindeschreiber durchaus recht.