Im Gespräch
13.02.2019

Sie hat das Musical im Blut

<em>Gesang und Schauspiel ist ihr Metier: </em>Cinzia Koch-Conti in ihrem Zuhause in Möriken. Foto: Melanie Solloso<em>Bei den Proben für «No nöd ganz 100»: </em>Aktivmitglieder des Musicalvereins Mutschellen. Foto: zvg/Daniel Vizentini<em>Auf der Bühne zuhause:</em> Cinzia Koch in «Schlossherr, ledig, sucht…». Foto: zvg

Gesang und Schauspiel ist ihr Metier: Cinzia Koch-Conti in ihrem Zuhause in Möriken. Foto: Melanie Solloso

Bei den Proben für «No nöd ganz 100»: Aktivmitglieder des Musicalvereins Mutschellen. Foto: zvg/Daniel Vizentini

Auf der Bühne zuhause: Cinzia Koch in «Schlossherr, ledig, sucht…». Foto: zvg

Möriken-Wildegg Cinzia Koch-Conti aus Möriken liebt es von Kindsbeinen an, auf der Bühne zu stehen. Im Musicalverein Mutschellen hat sie ihr Zuhause gefunden.

Melanie Solloso

Seit Cinzia Koch-Conti aus Möriken-Wildegg zwölf Jahre alt war, folgte sie dem Ruf der Musik. Sie nahm Gesangsstunden und sammelte erste Erfahrungen auf der Bühne in Schulrockbands und an Musikwettbewerben. Später, als Erwachsene, folgten Aufnahmen im Tonstudio und die erste eigene CD; weitere folgten. Die Songs hat ein Freund für sie geschrieben. In der Welt der Pop-Musik fühlt sich Cinzia Koch zuhause. Das Gefühl- und Kraftvolle hat es ihr angetan. Sie ist beispielsweise ein grosser Fan von Xavier Naidoo und der Söhne Mannheims. Ihrem Idol lief sie sogar einmal Backstage über den Weg, als sie als Opener für DJ Bobo auftreten durfte. Ein Highlight in ihrer bisherigen Gesangskarriere.

Obwohl sie als Sängerin mit ihrer starken, klaren Stimme einige Erfolge verbuchen konnte, wie Auftritte im Vorprogramm von bekannten Grössen wie «Tears», «Vengaboys» oder an der «Clockhouse-Tour», merkte sie, dass «nur» Gesang nicht das war, was sie wirklich wollte. «Ich hatte immer das Gefühl: Es fehlt etwas», erinnert sich die 39-Jährige mit italienischen Wurzeln. Das änderte sich, als sie 2009 die Musicalschule in Cham besuchte und dort an zwei Musicalproduktionen teilnahm. «Die Kombination von Schauspiel und Gesang ist genau meins. Das passt zu mir», sagt die gebürtige Mörknerin mit Leidenschaft in den Augen und Händen, die das Gesagte unterstreichen.

Endlich angekommen

Vor gut fünf Jahren stiess die zweifache Mutter schliesslich im Internet auf den Musicalverein Mutschellen. «Nach so etwas hatte ich lange gesucht, in der Region aber leider erfolglos», erzählt sie. Seither hat sie bei zwei Musical-Produktionen mitgewirkt und probt derweil für ihre dritte. Im Musical hat Cinzia Koch ihre Berufung gefunden. «Ich bin endlich im richtigen Metier angekommen und am richtigen Ort.» Der Musicalverein Mutschellen sei mittlerweile wie eine Familie für sie.

Im Musical «No nöd ganz 100» spielt Koch die Esoterikerin Clärli. «Eine markante ältere Dame mit Gesundheits- und Yogawahn», beschreibt Koch die Rolle. Eine anspruchsvolle Rolle für die quirlige, energiegeladene Sängerin und Schauspielerin. «Die aufgeweckte Clärli hat zwar auch etwas von mir, diese Ruhe, die sie ausstrahlen soll, ist für mich aber eine Herausforderung.»

Lampenfieber ade

Mit der Zeit gelinge es jedoch, sich in eine Rolle richtig hineinzuleben. «Sogar so stark, dass man die Rolle nach Abschluss des Stücks vermisst.» Bis sich Cinzia Koch von der Rolle verabschieden muss, geht es aber noch eine Weile. Das Stück wird am Donnerstag, 28. März, uraufgeführt. Das Publikum darf eine rasante Musical-Komödie über eine bunt zusammengewürfelte Alters-Wohngemeinschaft, die so einige Geheimnisse hortet, erwarten.

Trotz viel Bühnenerfahrung hat Koch auch heute noch Lampenfieber vor Auftritten. Ganz gross ist dieses, wenn sie weiss, dass jemand aus der Familie im Publikum sitzt. «Das macht mich jeweils besonders nervös», verrät sie und erklärt: «Sie wissen, was ich kann. Das heisst, ich muss es extra gut machen.»

Davor wird sie auch an der Premiere von «No nöd ganz 100» nicht gefeit sein. Zumindest bis sie dann auf der Bühne steht. «Danach ist das Lampenfieber wie weggeblasen.»

Das Musical «No nöd ganz 100»

Das Musical Die Musical-Komödie namens «No nöd ganz 100» vom Musicalverein Mutschellen erzählt die Geschichte über eine bunt zusammengewürfelte Alterswohngemeinschaft.

Der arbeitslose Sämi nistet sich mit seinem Freund Benno im Haus seiner Mutter Hildi ein.

Der Sohn riecht das grosse Geld und überredet seine Mutter, Zimmer an Seniorinnen und Senioren zu vermieten.

Ein bunt zusammengewürfelter Haufen Rentner zieht ein, mit ihnen aber auch ihre Macken und gut gehüteten Geheimnisse. Ein unerwartetes Ereignis veranlasst die Bewohner, ihren bisherigen Lebensstil neu zu überdenken.

Das neue Musical des Musicalvereins Mutschellen unter musikalischer Leitung von Christian Ertl wartet auf mit bekannten Songs aus Pop und Musicals. Regie führte David Imhoof. Das Buch hat Anastasie Gräni geschrieben. Choreografiert hat Angela Mannarino.

Aufführungsdaten: 28. bis 31. März und 4. bis 6. April, im Chappelehofsaal Wohlen AG. Tickets gibt es unter www.musicalverein.ch. Wer noch Tickets möchte, sollte diese bald buchen, denn die meisten Shows sind schon über die Hälfte voll – es gibt aber noch einige gute Plätze.

Der Verein Der Musicalverein Mutschellen wurde 1994 gegründet. Heute zählt er rund 20 Aktivmitglieder. Der Verein hat seinen Sitz in Bremgarten und prägt mit seinen Produktionen das kulturelle Leben in der Umgebung. Die laufende Produktion «No nöd ganz 100» ist mittlerweile das 10. Musical. Die letzten drei Musicals wurden von Vereinsmitgliedern selbst geschrieben und umgesetzt. Alle Shows waren bis auf den letzten Platz ausverkauft. Infos unter www.musicalverein.ch.