Im Gespräch
30.01.2019

Lenzburger Stern strahlt in Sursee

<em>Der strahlende Mittelpunkt: </em>Andrea Hofstetter singt die Rolle der Angèle Didier in «Der Graf von Luxemburg» an der Operette Sursee. Foto: Roberto Conciatori<em>Vor dem Auftritt:</em> Andrea Hofstetter wird von Hanni Nievergelt frisiert. Foto: Hanny Dorer

Der strahlende Mittelpunkt: Andrea Hofstetter singt die Rolle der Angèle Didier in «Der Graf von Luxemburg» an der Operette Sursee. Foto: Roberto Conciatori

Vor dem Auftritt: Andrea Hofstetter wird von Hanni Nievergelt frisiert. Foto: Hanny Dorer

Operette Im Stadttheater Sursee wird gegenwärtig Franz Lehàrs Operette «Der Graf von Luxemburg» gespielt. Unbestrittener Star ist dabei die Lenzburger Sopranistin Andrea Hofstetter.

Hanny Dorer

Mit einem Schlag wird das Publikum im Stadttheater Sursee mitten ins turbulente Pariser Karnevals-Treiben versetzt. Dort vergnügt sich auch der zwar äusserst attraktive, aber mittellose Graf René von Luxemburg. Um wieder zu Geld zu kommen, lässt er sich von Fürst Basil dazu überreden, inkognito die schöne Angèle zu heiraten, um sie in den Adelsstand zu erheben. Nach drei Monaten soll diese – natürlich nicht vollzogene – Ehe geschieden werden.

Eine strahlende Angèle betritt die Bühne – und im Nu zieht Andrea Hofstetter das Publikum in ihren Bann. Die Sopranistin aus Lenzburg besticht einmal mehr durch ihre Ausstrahlung und ihr schauspielerisches Können. Die übrigen Solisten brillieren nicht weniger und sorgen zusammen mit einem ausgezeichneten Chor und einem quirligen Ballett für beste Unterhaltung.

Franz Lehàrs Werk wurde von Regisseur Björn B. Bugiel – er ist bereits zum sechsten Mal am Stadttheater Sursee tätig – meisterhaft inszeniert. Es wurde weder an Kostümen noch am Bühnenbild gespart und so kann das Publikum eine rundum gelungene Aufführung geniessen. Dazu beigetragen hat nicht zuletzt die Produktionsleiterin Isabelle Ruf-Weber, die auch die musikalische Gesamtverantwortung trägt.

Erster Bühnenauftritt in Möriken

Andrea Hofstetter studierte Gesang an der Musikhochschule Luzern. Nach ihrem Konzertdiplom folgte ein Studienaufenthalt in Mailand bei Vivien Memo, die das Potenzial der jungen Sängerin schon früh erkannte,

Ihre erste Bühnenerfahrung machte Andrea Hofstetter im Oktober 2005 in Möriken. In der Operette «Violetta» von Johann Strauss, die ursprünglich «Der lustige Krieg» hiess, spielte sie die Else, die Frau eines holländischen Tulpenzüchters. Mit dem perfekt nachgeahmten holländischen Akzent sang sie sich damals in die Herzen des Publikums. «Ich war ziemlich nervös», erinnert sie sich. Es sei etwas anderes, in einem Schauspiel aufzutreten als einfach an Liederabenden.

Bereits zwei Jahre später stand Andrea Hofstetter wieder in Möriken auf der Bühne, diesmal als Prinzessin von Granada in Jacques Offenbachs «Banditen». Als nächste Produktion folgte in Möriken «Der Graf von Luxemburg»; dort spielte die Lenzburger Solistin die Rolle der Juliette Vermont.

Ob als grazile Tänzerin Franziska Cagliari in «Wiener Blut», als aufmüpfige Sora in «Gasparone», als Gräfin Mariza, als vornehme Prinzessin Rosemarie in der «Herzogin von Chicago» oder als energische Isabella in «Boccaccio» – immer gelingt es Andrea Hofstetter, die jeweiligen Rollen äusserst glaubhaft zu interpretieren.

Meistens ist die Künstlerin auf den Bühnen in Möriken-Wildegg und in Sursee zu sehen. Mit einer Ausnahme: Im Musiktheater Wil, wo sie das Publikum als Violetta in «La Traviata» von Giuseppe Verdi mit ihrer prächtigen Stimme begeisterte.

Erneut Franz Lehàr

«Ich liebe die Musik von Lehàr», gibt Andrea Hofstetter zu. Deshalb freut sie sich besonders, dass auch ihre nächste Operette von ihm stammt: «Die lustige Witwe» wird vom 19. Oktober bis 29. November 2019 in Möriken aufgeführt. Dort spielt sie die Witwe Hanna Glawari, nachdem sie 2009 in der gleichen Operette in Sursee die Rolle der Valencienne innehatte. Ab Ende März wird sie also die neue Rolle lernen, damit Text und Melodie bis zum Beginn der Proben im August sitzen.

Zwischen ihren Auftritten unterrichtet sie an der Musikschule Lenzburg Sologesang und ist in der Kantorei Lenzburg für die Stimmbildung zuständig. Dank ihres Organisationstalents kommt trotz den zahlreichen musikalischen Aktivitäten die Familie nicht zu kurz.

Ein Lenzburger zieht die Fäden

Nicht nur die Solistin der Hauptrolle stammt aus Lenzburg, sondern auch der Präsident der Musik- und Theatergesellschaft Sursee. Daniel Gloor ist in Lenzburg aufgewachsen, lebt jedoch seit 30 Jahren im Kanton Luzern. Im Gegensatz zu anderen Operettenbühnen stellt Sursee jedes Jahr eine Produktion auf die Beine. «Das funktioniert nur mit einem eingespielten Team, bei dem alles routinemässig abläuft», stellt Daniel Gloor fest. Und fügt erfreut hinzu: «Wir haben auch dieses Jahr grossartige Besucherzahlen. Für die restlichen Vorführungen gibt es nicht mehr viele freie Plätze.»

Der Graf von Luxemburg

Aufführungen Freitag, 1. Februar; Samstag, 2. Februar; Sonntag, 3. Februar; Freitag, 8. Februar; Samstag, 9. Februar; Sonntag, 10. Februar; Freitag, 15. Februar; Samstag, 16. Februar; Sonntag, 17. Februar; Freitag, 22. Februar; Samstag, 23. Februar; Sonntag, 24. Februar; Freitag, 8. März; Samstag, 9. März; Sonntag, 10. März; Samstag, 16. März; Sonntag, 17. März; Freitag, 22. März; Samstag, 23. März (Derniere).

Die Vorstellungen beginnen am Freitag jeweils um 20 Uhr, am Samstag um 19 Uhr und am Sonntag um 14.30 Uhr.

Aufgrund der grossen Nachfrage findet am Mittwoch, 13. März, um 20 Uhr eine Zusatzvorstellung statt.

Informationen und Ticketbestellungen: www.stadttheater-sursee.ch. (do)