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23.01.2019

«Hypi» diversifiziert im Jubiläumsjahr

<em>Präsentierten solide Zahlen und interessante Ausblicke:</em> CEO Marianne Wildi und Verwaltungsratspräsident Gerhard Hanhart an der «Hypi»-Bilanzpressekonferenz. Foto: Chris Iseli<em>Bald ein Büro auf dem Mars: </em>Standbild aus einem «Hypi»-Werbefilm. Foto: zvg/hbl

Präsentierten solide Zahlen und interessante Ausblicke: CEO Marianne Wildi und Verwaltungsratspräsident Gerhard Hanhart an der «Hypi»-Bilanzpressekonferenz. Foto: Chris Iseli

Bald ein Büro auf dem Mars: Standbild aus einem «Hypi»-Werbefilm. Foto: zvg/hbl

Lenzburg Die Hypothekarbank wirtschaftete im 150. Jahr erfolgreich. Der Gewinn ging zwar auf 20,8 Millionen Franken zurück, dafür investierte die Bank viel in die eigene Zukunft.

Fritz Thut

Eine Woche später als üblich, aber immer noch als erste börsenkotierte Bank der Schweiz präsentierte die «Hypi» ihre Geschäftszahlen für das Jahr 2018 (vgl. unten rechts). Wie man es von einem grundsoliden Bankinstitut nicht anders erwarten kann, weicht das Ergebnis nicht gross von jenen der letzten Jahre ab.

«Es ist nicht schlecht herausgekommen», so Verwaltungsratspräsident Gerhard Hanhart und beklagte vor allem das Jahresende: «2018 hat am Anfang mehr versprochen, als am Schluss herausgekommen ist.»

Drei Standbeine

Kontinuität wird in dieser Branche grossgeschrieben und geschätzt. Doch bei der «Hypi» ist langsam, aber sicher ersichtlich, dass man sich nicht auf den Lorbeeren des traditionellen Retail-Banking-Geschäfts ausruhen will. Zwar steuerte auch im letzten Jahr das Zinsengeschäft den grössten Teil zum Ertrag bei. «Wir haben hier an der Qualität unserer Portfolios gearbeitet», hielt Marianne Wildi, die Vorsitzende der Geschäftsleitung, vor den Medien fest.

Dank dem Erfolg dieser Wertberichtigungen konnte hier eine Zunahme von fast 5 Prozent verzeichnet werden. Wie fast überall im Bankgeschäft sorgen die tiefen Zinsen für Sorgenfalten bei den Verantwortlichen. Wildi: «Tiefe Zinsen bringen mehr Konkurrenzangebote.»

So schaut die «Hypi», dass die andern Ertragssektoren gestärkt werden. Im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft gab es 2018 nur einen marginalen Mehrertrag, doch soll sich dies in Zukunft positiv verändern. Laut CEO Wildi «haben wir im letzten Jahr viel in unser zweites Standbein investiert».

Erfolgreiche Software

Mehr Freude macht allerdings das dritte Standbein, das unter «Übriger ordentlicher Erfolg» zusammengefasst ist. Hier sticht das im Haus entwickelte umfassende Bankensoftwaretool Finstar besonders heraus. Mit 4,5 Millionen Franken schoss der Ertrag um über einen Fünftel nach oben.

Allfällige Bedenken, die Hypothekarbank Lenzburg könnte langfristig mehr auf Software denn auf klassisches Retailbanking setzen, zerstreute Marianne Wildi mit Nachdruck: «Wir bieten nichts an, was nicht bankennah ist», sagt sie zu Kooperationen mit innovativen Partnern. Man sei nah am Puls der Zeit: «Wir wollen uns selbst verändern, bevor wir von aussen verändert werden.»

Büro auf dem Mars

Trotz immer schneller fortschreitender Digitalisierung, stetiger Diversifizierung und neuen Büro-Standorten – für die Finstar-Crew das benachbarte «Schneeflöcklihaus», für Innovationsbestrebungen in Zürich und schon bald auf dem Mars, wie in einem Werbefilm suggeriert wird – steht laut Wildi «immer das Vertrauen in der Mitte».

Man investiere nicht nur in Technologie, sondern auch in die Mitarbeiter; dies zeige die Jahresrechnung ebenfalls. So wie man bei den Kundenausleihen «auf konstantes, vorsichtiges und stabiles Wachstum» setze, erfolge die digitale Transformation zum Wohle der Kunden. Marianne Wildi: «Wir werden uns mit den Wünschen der Kunden verändern.»

Hypi-Kennzahlen 2018

Geschäftsertrag 80,2 Mio. (+ 3,7%)

Zinsengeschäft57,8 Mio. (+ 4,7%)

Kommissionsgeschäft12,7 Mio. (+ 0,9%)

Übriger Erfolg7,2 Mio. (+ 22,7%)

davon Finstar4,5 Mio. (+21,0%)

Geschäftsaufwand46,5 Mio. (+7,8%)

Personalaufwand31,2 Mio. (+5,3%)

Sachaufwand 15,3 Mio. (+13,3%)

(davon 1,8 Mio. für Jubiläum)

Geschäftserfolg 24,2 Mio. (– 11,8%)

Gewinn(n.Steuern) 20,8 Mio. (–5,6%)

Dividende 110 Franken pro Aktie

Bilanzsumme 5,2 Mia. (+3,25%)

Hypothekarforderungen

3,94 Mia. (+1,7%)

davon Gewerbe336 Mio. (–7,6%)

Einfamilienhäuser1,74 Mia. (+2,4%)

Mehrfamilienhäuser1,09 Mia. (+5,1%)

Eigentumswohnungen

721 Mio. (+4,2%)

Forderungen gegenüber Kunden

199 Mio. (– 1,7%)

Kundengelder 3,92 Mia. (+4,2%)

Mitarbeitende (Vollzeit) 263 (+9,1%)

davon 13 Lernende