Im Gespräch
16.01.2019

Von Egliswil in die Modemetropolen

<em>Hat und macht eine gute Fiugur:</em> Bilder von Nachwuchsmodel Natasha Wiedmer aus Egliswil. Fotos: zvg<em>Natürliche Ausstrahlung:</em> Natasha Wiedmer beim Besuch auf der Redaktion. Foto: Fritz Thut

Hat und macht eine gute Fiugur: Bilder von Nachwuchsmodel Natasha Wiedmer aus Egliswil. Fotos: zvg

Natürliche Ausstrahlung: Natasha Wiedmer beim Besuch auf der Redaktion. Foto: Fritz Thut

Nachwuchsmodel Es ist eine Glamourwelt, in der allerdings auch Gefahren lauern. Natasha Wiedmer aus Egliswil will als Model Karriere machen. Ohne Illusionen geht sie ihren Weg und jettet inzwischen von Singapur nach New York oder Mailand.

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Die 19-jährige Natasha Wiedmer steht, das merkt man im Gespräch sofort, mit beiden Beinen auf dem Boden der Realität. Klar posiert sie gerne, das gehört zum Beruf eines Models.

Auch nachdem sie im letzten Jahr mit verschiedenen Aufträgen in der grossen weiten Modewelt und Shootings in Asien, Australien, Amerika und Europa einen ersten Durchbruch geschafft hat, kehrt sie gerne ins heimatliche Seetal zurück: «Meine Familie ist meine grösste und für mich wichtigste Unterstützung.» Natashas Vater Erwin Wiedmer kennt man in der Region als Badmeister in der Lenzburger Badi. Und von ihrer aus Thailand stammenden Mutter hat sie etliche körperliche Vorzüge, etwa die asiatisch-hohen Wangenknochen, geerbt, die ihr nun zugutekommen.

Manchmal gibts sogar Pizza

Das Aussehen ist das wichtigste Kapital eines Models. «Ich bin schon während der Pubertät sehr dünn gewesen und habe seither kein Gramm zugenommen; das ist cool», freut sich Natasha über diese Veranlagung.

Ihre Figur hält sie, ohne zu hungern; Sport macht sie aus Spass. Sie legt Wert auf eine ausgewogene Ernährung, gönnt sich jedoch hin und wieder sogar eine Pizza.

Wie viele junge Mädchen hat sich Natasha im Fernsehen Model-Casting-Sendungen angeschaut, aber schon damals realisiert, dass dort nicht die reine Wirklichkeit abgebildet wird. Nach ihrer Lehre als Wohnberaterin unterschrieb sie 2017 – «nach Rücksprache mit meiner Familie» – bei einer seriösen Zürcher Agentur einen Vertrag: «Sie vermittelt mir Aufträge, aber sie schützt ihre Models etwa auch vor Missbräuchen.»

Angetreten ohne blauäugige Illusionen erfuhr die junge Egliswilerin schon leichte Schattenseiten ihres Berufs: «Wenn 15 Models in Singapur in einer kleinen Wohnung mit Schimmel und Kakerlaken untergebracht sind, hat dies mit Glamour wenig zu tun.»

Trotzdem liebt Natasha das Modeln für Fotoshootings und das Paradieren auf den Laufstegen dieser Welt. Immer im Bewusstsein, dass sie privilegiert ist. Es sei ähnlich wie im Spitzensport: «Eine Narbe an einem Bein wäre das Ende der Karriere.»

Nach dem ersten Titelbild weiter kleine Schritte

Karriere Ganz bewusst und in Übereinstimmung mit der in ihrer Herkunftsregion noch hoch geschätzten Bodenständigkeit setzt sich Natasha Wiedmer für den weiteren Verlauf ihrer Model-Karriere kleine Ziele: «So kann ich mich mehr über meine Erfolge freuen.»

Ein Ziel erreichte Natasha Wiedmer bereits im letzten Jahr: das erste Cover. Dass sie sich die Titelseite der asiatischen Zeitschrift «Golf Style» noch mit einem männlichen Kollegen teilen musste, stört da nicht gross. So können die nächsten Schritte angepeilt werden, das erste Solo-Cover, vielleicht schon bald bei «Harper’s Bazaar», «Vogue» oder «Elle».

Natasha Wiedmer will alles dazu beitragen, damit es mit den nächsten Schritten klappt: «Den Durchbruch gibt es idealerweise mit 22 Jahren.» Da hat sie ja noch etwas Zeit. (tf)