Im Gespräch
25.08.2021

Neue Vorzeige-Veranda für die ­wachzuküssende Villa Sonnenberg

Freude über den Meilenstein: Kunstschlosser Werner Villiger und Besitzerin Christine von Arx mit der sanierten Veranda. Foto: Fritz Thut
Eine Anzahlung: Der Kantonale Denkmalpfleger Reto Nussbaumer überreicht Villa-Sonnenberg-Besitzerin Christine von Arx einen alten Zweiräppler. Foto: Fritz Thut

Freude über den Meilenstein: Kunstschlosser Werner Villiger und Besitzerin Christine von Arx mit der sanierten Veranda. Foto: Fritz Thut

Freude über den Meilenstein: Kunstschlosser Werner Villiger und Besitzerin Christine von Arx mit der sanierten Veranda. Foto: Fritz Thut
Eine Anzahlung: Der Kantonale Denkmalpfleger Reto Nussbaumer überreicht Villa-Sonnenberg-Besitzerin Christine von Arx einen alten Zweiräppler. Foto: Fritz Thut

Eine Anzahlung: Der Kantonale Denkmalpfleger Reto Nussbaumer überreicht Villa-Sonnenberg-Besitzerin Christine von Arx einen alten Zweiräppler. Foto: Fritz Thut

Lenzburg Schritt für Schritt erwacht die Villa Sonnenberg an der Lenzburger Schlossgasse aus ihrem Dornröschenschlaf. Die neue Besitzerin Christine von Arx verwandelt das ehemalige Mieg-Haus in ein Kulturgasthaus. Ein Anfang ist mit der Veranda gemacht.

Von: Fritz Thut

Wenn eine Historikerin wie die ehemalige Museum-Burghalde-Leiterin Christine von Arx ein altes Hausensemble wie die Villa Sonnenberg kauft und sanieren will, befasst sie sich intensiv mit der Geschichte des Gebäudes: «Nach aktuellem Stand bin ich die neunte Besitzerin des Hauses.» Erbaut wurde die Villa zwischen Schlossberg und Goffersberg 1770 vom damaligen Landschreiber Fischer.

Acht Handänderungen haben Spuren hinterlassen und deshalb ist die Villa Sonnenberg für die kantonale Denkmalpflege besonders interessant. Kein Wunder, dass diese Abteilung letzte Woche zur ersten grösseren Retraite nach der Pandemie nach Lenzburg rief.

Zweiräppler als Anzahlung

Der für Lenzburg zuständige Denkmalpflege-Bauberater Jonas Kallenbach strich die Besonderheit der Villa hervor. Anhand von ersten Expertisen lassen sich verschiedene Etappen der Baugeschichte verfolgen. Sieben bis acht Schichten von Tapeten in gewissen Räumen, wie sie nun entdeckt wurden, sind da nur ein kleines Indiz. Laut Kallenbach ist «die Bauuntersuchung noch nicht abgeschlossen»: «Viele spannende Fragestellungen sind noch nicht beantwortet.»

Für Kallenbachs Chef, den Kantonalen Denkmalpfleger Reto Nussbaumer, war der Kauf durch von Arx «ein Glücksfall für das Haus». Als «Anzahlung» für den in Aussicht gestellten kantonalen Beitrag an die Sanierung überreichte Nussbaumer der Eigentümerin einen alten Zweiräppler, den man jüngst in weggeräumten Altlasten gefunden hatte.

Veranda als Bijou

Noch ist die Baubewilligung für Sanierung und Umnutzung in ein Kulturgästehaus nicht erteilt, aber erste Vorarbeiten sind bereits abgeschlossen. Im Beisein der Denkmalpfleger wurden die vom Freiämter Kunstschlosser Werner Villiger fachgerecht sanierten Gussteile und Geländer der Nordfassade offiziell enthüllt. Diese von der Schlossgasse aus einsehbare Veranda ist nun ein Bijou.

Villiger bezeichnete sein Gastspiel in Lenzburg als «Therapiebaustelle»: Kurze, pragmatische Entscheidungswege hätten sich positiv von verbürokratisierten Aufträgen andernorts unterschieden. Urs F. Meier, der Christine von Arx während der Renovation unterstützt, lobte Villigers Arbeit: «Ich hätte nie gedacht, dass die Veranda so schön herauskommt.»

Für die Besitzerin ist mit der Enthüllung der sanierten Veranda «ein erster grosser Meilenstein» geschafft. Sie erhofft sich für die anstehenden Arbeiten viele weitere Handwerker im Stil und mit dem Herzblut von Kunstschlosser Villiger. Vorgesehen ist, dass im Herbst 2023 der Betrieb als Kulturgästehaus aufgenommen werden kann.

Stadtammann Daniel Mosimann konnte zwar noch nicht die ersehnte Baubewilligung mitbringen, erklärte jedoch, dass «die Stadt froh ist, in welche Hände das Haus Sonnenberg gekommen ist».

Inzwischen wurde bekannt, dass gegen das Baugesuch keine Einsprache eingereicht wurde.