Im Gespräch
03.02.2021

Kindertagesstätte Sternenland als jüngstes Glied der Kette

Die Verantwortlichen der Kita Sternenland: Standortbetreuerin Susi Baumann, der kaufmännische Leiter Denis Neeser und Krippenleiterin 
Sibylle Steiger in den fast fertig ausgebauten Erdgeschossräumen. Foto: Fritz Thut
Gestaffelte Inbetriebnahme: Vorlesestunde im ersten Stock der neuen Kindertagesstätte Sternenland in Lenzburg. Foto: Fritz Thut

Die Verantwortlichen der Kita Sternenland: Standortbetreuerin Susi Baumann, der kaufmännische Leiter Denis Neeser und Krippenleiterin

Die Verantwortlichen der Kita Sternenland: Standortbetreuerin Susi Baumann, der kaufmännische Leiter Denis Neeser und Krippenleiterin 
Sibylle Steiger in den fast fertig ausgebauten Erdgeschossräumen. Foto: Fritz Thut
Gestaffelte Inbetriebnahme: Vorlesestunde im ersten Stock der neuen Kindertagesstätte Sternenland in Lenzburg. Foto: Fritz Thut

Sibylle Steiger in den fast fertig ausgebauten Erdgeschossräumen. Foto: Fritz Thut

Lenzburg In diesem Monat nimmt eine weitere Kindertagesstätte (Kita) in Lenzburg ihren Betrieb auf: Das «Sternenland» liegt in einer neuen Überbauung in der Nähe des Bahnhofs. Am Interieur haben Rentner mitgewirkt.

Von: Fritz Thut

Die gesellschaftliche Entwicklung führt dazu, dass immer mehr Eltern ihren Nachwuchs in der Vorschulzeit während einigen Wochentagen in fremde Obhut geben. «In Lenzburg steht ein breites Angebot für Kinderbetreuung zur Verfügung», steht auf der städtischen Internetseite.

Das Angebot, das dort aufgelistet ist, erfährt in diesen Tagen eine Erweiterung. In der neuen Überbauung zwischen Stapferhaus und Coop, an der Zeughausstrasse 4, eröffnet die Kindertagesstätte (Kita) Sternenland. An idealer Lage, in Bahnhofsnähe, steht auf anderthalb Etagen eine gute Infrastruktur für die Betreuung von rund 30 Vorschulkindern bereit.

Von Betrieb zu Betrieb gewachsen

Das «Sternenland» ist bereits die dritte Kita auf dem Stadtgebiet, die von der gleichen Trägerschaft geleitet wird. Susi Baumann und Denis Neeser haben vor rund zehn Jahren mit der Kita Lenzi in der Nähe des Schulzentrums Lenzhard begonnen. «Wir wollten damals etwas Gutes für die Gesellschaft machen», blicken die beiden auf die Anfänge zurück.

Das mit der Gründung erworbene Wissen hat man weiter verwendet. «Wir haben die Instrumente für die Organisation aufgebaut», so Neeser, der für die kaufmännische Leitung verantwortlich zeichnet. Man sei «von Betrieb zu Betrieb gewachsen»; zuerst kam die Kita Fauchi in Niederlenz dazu, dann die Kita Zauberland im Lenzburger Hämmerli-Areal. Die Seoner Kita Taubenschlag wird administrativ ebenfalls unterstützt, funktioniert aber eigenständig.

Und nun «Sternenland». Vorstandsmitglied Susi Baumann, die offiziell als Standortbetreuerin fungiert, legt zwar grossen Wert darauf, dass die Kinderbetreuung an den einzelnen Orten eigenständig funktioniert, doch biete die Zusammenarbeit verschiedener Betriebe auch Vorteile: «Überall müssen Bezugspersonen vor Ort vorhanden sein, doch kann man bei Bedarf Synergien nutzen.» Genau aus diesem Grund hat man streng darauf geachtet, dass man die verschiedenen Kitas alle im engen Raum um Lenzburg angesiedelt hat.

Gut 100 Betreuungsplätze werden zurzeit angeboten; «die Kinderzahlen sind in der Branche natürlich schwankend», wird das Angebot beschrieben. Unterschiedlich beansprucht werden auch die verschiedenen Wochentage: «Das braucht grosse Flexibilität und Organisationstalent, so Susi Baumann.

Über 30 Mitarbeitende zählt man momentan und deren Rekrutierung scheint nicht besonders schwierig. «Es gibt gute Fachleute auf dem Arbeitsmarkt; die Schwierigkeit besteht darin, Mitarbeitende zu finden, die den Beruf aus Leidenschaft wählten», so Baumann. Zudem bietet man Ausbildungsplätze für Fachleute Betreuung an. «In die Zukunft investieren», nennt dies Neeser.

Innenausbau durch Rentner

Die Kita Sternenland weist noch eine weitere Besonderheit auf: Der Innenausbau der im Rohbau übernommenen Räume erfolgte durch Pensionäre, die eigentlich nicht mehr im Arbeitsprozess standen und durch Inserate «Fleissige Rentner gesucht» angeworben wurden.

Die Initianten sehen darin auch einen «sozialen Aspekt»: «Das Zusammenarbeiten mit Älteren fehlte in unserem Betrieb bisher.»

Die Kooperation mit den fünf Rentnern sei keine Sparmassnahme gewesen, so die Verantwortlichen des Trägervereins. Man nahm sogar in Kauf, dass der Ausbau etwas länger dauerte, zieht aber trotzdem eine positive Bilanz: «Es kamen viele gute Ideen.»

Nun wird das «Sternenland» in Betrieb genommen. In der Wohnung im ersten Stock ist das «Babyhuus» für die Jüngsten untergebracht; im gesamten Erdgeschoss die Kita. Besonders stolz ist man auf den grossen, direkt zugänglichen Garten – eine Rarität im dicht überbauten Gebiet.

Die Coronaauflagen wirken sich natürlich auf den Kita-Betrieb ebenfalls aus. «Es gilt ein strenges Schutzkonzept», sagt Sibylle Steiger, die Krippenleiterin im «Sternenland». Die Hände werden noch mehr gewaschen als sonst schon, im Empfangsbereich ist jeweils nur ein Elternteil erlaubt, die Kinder seien viel an der frischen Luft, wobei jedoch öffentliche Plätze mit vielen Leuten gemieden werden, und das Mitwirken beim Kochen in der Gruppe fällt vorerst aus.

Anspruchsvolle Eltern

Die Wahl der richtigen Kita ist für die Eltern nicht immer einfach. Im Raum Lenzburg gibt es ein breites Angebot. Susi Baumann versteht sehr gut, dass die Eltern anspruchsvoll sind. Und rät dazu, die Angebote untereinander zu vergleichen. Ihr Partner Denis Neeser ergänzt: «Die Qualität ist sehr wichtig, schliesslich geht es um unsere Kinder. Da darf man keine Kompromisse eingehen.»

Internet: www.kita-sternenland.ch