03.09.2020

Der Grad der Mechanisierung stieg und die Holzpreise sanken

Drei Generationen Stadtoberförster am Fünfweiher vereint: Matthias Ott, Niklaus Lätt und Frank Haemmerli. Foto: zvg
1956 bis 1991: Lenzburger Stadtoberförster Niklaus Lätt. Foto: Alfred Gassmann
1992 bis 2019: Lenzburger Stadtoberförster Frank Haemmerli. Foto: zvg
Seit 2019: Lenzburger Stadtoberförster Matthias Ott. Foto: Colin Frei

Drei Generationen Stadtoberförster am Fünfweiher vereint: Matthias Ott, Niklaus Lätt und Frank Haemmerli. Foto: zvg

Drei Generationen Stadtoberförster am Fünfweiher vereint: Matthias Ott, Niklaus Lätt und Frank Haemmerli. Foto: zvg
1956 bis 1991: Lenzburger Stadtoberförster Niklaus Lätt. Foto: Alfred Gassmann
1992 bis 2019: Lenzburger Stadtoberförster Frank Haemmerli. Foto: zvg
Seit 2019: Lenzburger Stadtoberförster Matthias Ott. Foto: Colin Frei

1956 bis 1991: Lenzburger Stadtoberförster Niklaus Lätt. Foto: Alfred Gassmann

Drei Generationen Stadtoberförster am Fünfweiher vereint: Matthias Ott, Niklaus Lätt und Frank Haemmerli. Foto: zvg
1956 bis 1991: Lenzburger Stadtoberförster Niklaus Lätt. Foto: Alfred Gassmann
1992 bis 2019: Lenzburger Stadtoberförster Frank Haemmerli. Foto: zvg
Seit 2019: Lenzburger Stadtoberförster Matthias Ott. Foto: Colin Frei

1992 bis 2019: Lenzburger Stadtoberförster Frank Haemmerli. Foto: zvg

Drei Generationen Stadtoberförster am Fünfweiher vereint: Matthias Ott, Niklaus Lätt und Frank Haemmerli. Foto: zvg
1956 bis 1991: Lenzburger Stadtoberförster Niklaus Lätt. Foto: Alfred Gassmann
1992 bis 2019: Lenzburger Stadtoberförster Frank Haemmerli. Foto: zvg
Seit 2019: Lenzburger Stadtoberförster Matthias Ott. Foto: Colin Frei

Seit 2019: Lenzburger Stadtoberförster Matthias Ott. Foto: Colin Frei

Von: Alfred Gassmann

Lenzburg: Das ist selten: Drei Generationen Stadtoberförster treffen sich und tauschen sich aus.

Dass zwei Generationen gemeinsam auf ihre gleiche Berufsarbeit zurückblicken können und die dritte bereits seit knapp einem Jahr die Arbeit erfolgreich fortsetzt, ist keine alltägliche Konstellation – doch in Lenzburg Tatsache. 

Niklaus Lätt begann am 1. September 1956 als Stadtoberförster von Lenzburg, dies als Nachfolger von Walther Deck. Am 1. Oktober 1992 übernahm Frank Haemmerli die Leitung des Forstamtes. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass zwischen Niklaus Lätt und Frank Haemmerli Marcel Murri ein Jahr als Stadtoberförster diente. Frank Haemmerli leitete das Forstamt während 27 Jahren und konnte die Aufgabe mit dem Eintritt in die Pension am 1. Oktober 2019 an Matthias Ott abtreten. 

Vor 64 Jahren erfolgte die Waldbewirtschaftung als reine Handarbeit. Mangels Mechanisierung und Maschinen mussten in Lenzburg 1955 pro Hektare und Jahr 142 Gesamtarbeitsstunden geleistet werden. Diese nahmen dank Mechanisierung laufend ab und 1991 waren die Gesamtarbeitsstunden pro Hektare und Jahr nur noch mit 24 ausgewiesen. Seither ist sie weiter gesunken.

Die Waldbewirtschaftung und die Aufgaben des Stadtoberförsters haben sich in den vergangenen 64 Jahren grundlegend verändert. Die Holzpreise waren beim Antritt von Niklaus Lätt auf dem Höchststand. Die offenen Schweizer Grenzen und die Folgen der Stürme, namentlich des Sturms Lothar am 26. Dezember 1999, wirkten sich massgebend auf tiefere Holzpreise aus und förderten kantonsweit die Zusammenschlüsse von Forstrevieren.

Niklaus Lätt: Erste Motorsäge und wissenschaftliche Publikationen

Als Niklaus Lätt seine Arbeit aufnahm, verfügte der Forstbetrieb noch über keine Motorsäge und das heutige Waldwegnetz war erst knapp zur Hälfte gebaut. Es folgte der Übergang von der reinen Handarbeit zur ersten Stufe der Motorisierung. Zielstrebig verfolgte Niklaus Lätt die waldbaulichen Ziele und den naturnahen Waldbau. 

Lätt hat zahlreiche Publikationen und wissenschaftliche Arbeiten verfasst. Herausgepickt seien die «Aargauer Studie über die Forstrechnungen der Ortsbürgergemeinden» und «Der Zustand und die Entwicklung in einem ausgewählten Forstbetrieb. Beurteilung aus der Sicht des verantwortlichen Stadtoberförsters von Lenzburg». 

Die Waldbewirtschaftung in Lenzburg fand in Fachkreisen hohe Anerkennung. Niklaus Lätt wurde denn auch 1983 für seinen naturnahen Waldbau ausgezeichnet, und zwar mit der Kasthofer-Medaille der Stiftung Pro Silva Helvetica. Er erfreut sich mit seinen 92 Jahren dankbar bester Gesundheit und besorgt alleinstehend in bewundernswerter Art Haus und Garten. 

Frank Haemmerli: Extremereignisse und Neuorganisation

Frank Haemmerli trat vor 27 Jahren als Stadtoberförster in die Ortsbürgergemeinde Lenzburg ein. Seither hat er den Forstbetrieb mit Innovationsgeist und Tatkraft zu einem erfolgreichen Forstbetrieb weiterentwickelt, der mit seinem vielfältigen Angebot finanziell auf stabilem Fundament steht. Doch es galt, permanent zu rationalisieren, zu extensivieren und mit Dienstleistungen neue Einkommen zu generieren. Haemmerli war konfrontiert mit der zunehmenden Heftigkeit von Extremereignissen. Zudem hat er die Waldökologie gefördert und der Bevölkerung ein attraktives Umfeld für Freizeitaktivitäten bereitet. Erstaunlich ist, dass sich nämlich jeden Tag durchschnittlich 2000 Erholungssuchende im Forstgebiet Lenzia aufhalten.

In die Dienstzeit von Frank Haemmerli fiel der Aufbau der Forstdienste Lenzia mit den Ortsbürgergemeinden Lenzburg, Ammerswil, Niederlenz und Othmarsingen auf den 1. Januar 2003. 2008 kam Staufen dazu. 

Frank Haemmerli sorgte auch für eine wirksame Bekämpfung der Neophyten im ganzen Forstrevier.

Matthias Ott: Viele Aufgaben warten

Zum Nachfolger von Frank Haemmerli wählte der Stadtrat Matthias Ott. Sorgfältig eingeführt übernahm er am 1. Oktober 2019 die Leitung der Forstdienste Lenzia. 

Der 34-jährige Matthias Ott ist in Auenstein aufgewachsen und besitzt ebenfalls das Diplom als Forstingenieur. Er kennt die Wälder rund um Lenzburg bereits gut, und zwar aus der Zeit als Pfadileiter. Berufserfahrungen sammelte er im Emmental und bei der Pro Natura. Beim Kanton Nidwalden war er über drei Jahre als Kreisförster tätig. Ott erfüllte alle Voraussetzungen für die Wahl als Leiter der Forstdienste Lenzia. Er ist bestrebt, die Waldbewirtschaftung seiner Vorgänger im Grundsatz fortzusetzen. 

Der Aufgaben im 1127 Hektaren grosse Forstgebiet harren noch viele: das dauernde Überangebot an Holz mit den tiefen Preisen, die steigenden Ansprüche der Bevölkerung an den Wald und der Klimawandel. Gesucht werden neue Einnahmequellen und Absätze für das Holz. Schliesslich ist mit der Wahl der Bäume dem Klimawandel weitsichtig Rechnung zu tragen.

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