20.08.2020

Hoch hinaus in den Seetaler Badisommer

Kopfüber in den See: An heissen Sommertagen gibt es nichts Schöneres. Foto: Ruedi Burkart
«Ich will nicht klagen»: Silvan Suter, Bademeister und Restaurant-Pächter. Foto: Ruedi Burkart
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Kopfüber in den See: An heissen Sommertagen gibt es nichts Schöneres. Foto: Ruedi Burkart

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«Ich will nicht klagen»: Silvan Suter, Bademeister und Restaurant-Pächter. Foto: Ruedi Burkart

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Von: Ruedi Burkart

Beinwil am See: Das traditionsreiche Strandbad bildet den Abschluss der Sommerserie «Badis in der Region». Es erfreut sich ungebrochener Beliebtheit, feiert in zwei Jahren einen runden Geburtstag und ist Ausgangspunkt für eine besondere Schnitzeljagd durch das ganze Dorf.

Kein Zweifel: Der Sprungturm im See ist eines der Highlights des Strandbads Beinwil. Mit herrlichem Blick über das Gewässer hinüber zum Lindenberg lässt es sich genüsslich Pirouetten drehend von der drei Meter hohen Betonplatte ins kühle Nass springen. Oder mit einer «Arschbombe» die Freunde so richtig anspritzen. «Hey Manu, los komm! Noch einmal!», ruft ein rund Zehnjähriger seinem Freund aufgeregt zu. Zusammen schwimmen die beiden Wasserratten zum Turm, klettern johlend die Metallleiter hinauf und rennen kreischend über die Platte und tauchen unter. Sekunden später steigen sie aus dem Wasser, hasten wieder auf den Turm hinauf, und das ganze Schauspiel startet von neuem.

Die kleineren unter den wasserbegeisterten Gästen ziehen es indes vor, mit Mami oder Papi an der Hand vom 1-Meter-Sprungbrett zu springen. Wieder andere drehen ein paar Runden mit einem so genannten SUP, einem Stand-up-Paddelboot. Wer mag, spielt an Land eine Partie Tischtennis, ruht sich auf der Liegewiese aus oder stärkt sich im Restaurant. Dieses hält ab 11 Uhr bis eine halbe Stunde vor Schliessung der Badi warme Speisen, frische Salate und kalte Getränke bereit. So werden beispielsweise sechs verschiedene Arten von Fitnessteller, drei verschiedene Pizze und eine grosse Weinauswahl angeboten. Beliebt ist auch der «Baditeller» für Familien mit Pommes frites und 12 Pouletspiessli. 

«Ich bleibe immer gelassen»

Herr über das Strandbad Beinwil – das gemessen an den Eintritten grösste Strandbad am Hallwilersee – ist der 31-jährige Luzerner Silvan Suter. Der gelernte Zimmermann und frühere Ausbildungsverantwortliche der Schweizerischen Lebensrettungsgesellschaft (SLRG) übernahm 2015 die Leitung der Anlage und wurde zugleich Pächter des Restaurants. Trotz Corona und den damit verbundenen Einschränkungen wird das laufende Jahr nicht als das speziellste in die Geschichte eingehen. 

2019 sorgte ein echter oder vermeintlicher Kaiman für Aufregung, wegen eines Unfalls ausserhalb der Badi musste ebendiese einen halben Tag lang gesperrt werden, zudem brachen Unbekannte in den Kiosk ein. «Ich bleibe immer ruhig und gelassen. Wir machen stets das Beste aus jeder Situation», sagt Suter. Man glaubt es ihm gern.

Wegen Corona haben er und sein Team zum Saisonstart am 6. Juni verschiedene Massnahmen umsetzen müssen. So sind beispielsweise die Ein- und Ausgänge voneinander getrennt, Markierungen am Boden finden sich überall. «Unsere Gäste halten die Vorschriften sehr gut ein», sagt der Chef. Beschwerden müsse er kaum anbringen, es laufe alles nach Plan in seinem Reich. 

Silvan Suter ist nicht nur ein aufmerksamer Badichef, er ist auch ein innovativer Geschäftsmann. So bietet er für Privatpersonen und Firmen die «Agentenjagd am Hallwilersee» an, ein interaktives Spiel, in welchem man die Welt in rund drei Stunden vor einem gefährlichen Virus – man beachte den Bezug zur Aktualität – retten muss. «Es ist eine Art Escape Room im Freien», klärt Suter auf. Start und Ziel befinden sich im Strandbad. 

100 Jahre Strandbad im 2022

Im übernächsten Sommer wird in Beinwil am See kräftig gefeiert. Das 1922 eröffnete Strandbad wird dann 100-jährig. Laut Betriebsleiter Suter habe man sich bereits erste Gedanken über Feierlichkeiten gemacht (siehe Kurzinterview auf dieser Seite), Genaueres könne man zum jetzigen Zeitpunkt indes noch nicht verraten. 

Eine Tafel innerhalb der Badi erinnert an die Feierlichkeiten zum 75-Jahr-Jubiläum von 1997. Damals schenkten Sponsoren und Gönner der Bevölkerung von Beinwil einen Spielplatz im Sinne einer gezielten Jugendförderung. Und in zwei Jahren? Man darf gespannt sein.

«Erste Gespräche fanden bereits statt»

Interview: Drei Fragen an Silvan Suter (31), seit 2015 Leiter des Strandbads und Pächter des Badirestaurants.

Wegen Corona durften Sie die Badi statt wie geplant am 10. Mai erst am 6. Juni öffnen. Wie hat sich dieser verspätete Start auf das Geschäft ausgewirkt?

Silvan Suter: Ich darf sagen, dass wir trotzdem bislang einen nicht schlechten Sommer erleben. Der Monat, der uns gestrichen wurde, liegt ja in der Nebensaison. Entscheidend ist immer das Wetter während der Ferien. Und da können wir uns nicht beklagen. Wegen der Hygienemassnahmen dürfen wir diese Saison maximal 1400 Badegäste hereinlassen, in vergangenen Jahren hatten wir an sehr guten Tagen auch schon bedeutend mehr. Ich erinnere mich daran, dass es einmal 2600 Eintritte waren. Aber: Ich bin grundsätzlich ein positiv eingestellter Mensch, und darum will ich nicht klagen.

Sie haben einmal in einem Interview gesagt, dass Sie bezüglich Ihres Jobs im Strandbad immer von Jahr zu Jahr entscheiden. Wie siehts aktuell aus? Bleiben Sie der Region über diesen Sommer hinaus erhalten? Immerhin könnten Sie 2022 als Bademeister des 100-Jahr-Jubiläums in die Geschichte eingehen.

Es ist noch nichts definitiv entschieden. Das Jubiläum hier zu erleben, war bislang nicht mein Ziel gewesen. Es ist allerdings so, dass ich mir so meine Gedanken mache. Es fanden auch schon erste Gespräche über ein mögliches Jubiläumsprogramm in zwei Jahren statt.

Am 20. September gehört der Beinwiler Badisommer 2020 auch schon wieder der Vergangenheit an. Wie werden Sie sich von den Strapazen erholen?

Ich gönne mir erst mal zwei Wochen Ruhe. Und ich freue mich schon jetzt darauf, im Winter wieder Ski fahren zu gehen. (rubu)

Eckdaten zum Strandbad Beinwil am See

Eröffnungsjahr: 1922

Trägerschaft: Gemeinde Beinwil am See.

Leitung: Silvan Suter (seit 2015).

Öffnungszeiten: Hauptsaison (noch bis 31. August) von 9 bis 21 Uhr. Nebensaison (1. bis 20. September) von 10 bis 19 Uhr. Bei schlechtem Wetter ist die Badi geschlossen, bei schönem Wetter kann die Badi auch länger geöffnet haben.

Eintrittspreise: Erwachsene 5 Franken. Lehrlinge/Studenten 3.50 Franken. Schüler 3 Franken. Kinder bis 6 Jahre gratis. 10er-Abo Erwachsene 45 Franken. Saisonkarte Erwachsene 60 Franken. Saisonkarte Lehrlinge/Studenten 35 Franken. Die Saisonkarten sind für die einheimischen Gäste günstiger.

Parkgebühren: Montag bis Freitag 1 Franken/Stunde. Samstag und Sonntag 1.50 Franken/Stunde. Jahresvignette 75 Franken, Einheimische zahlen 42 Franken.

Spezielles: Die «Agentenjagd am Hallwilersee» startet und endet im Strandbad.

Homepage: www.strandbad-beinwilamsee.ch. (rubu)

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