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04.09.2019

Seltener Totenkopfschwärmer

<em>Markante, namensgebende Zeichnung auf dem oberen Teil des Rumpfes:</em> Geschlüpfter Totenkopfschwärmer in Seon. Foto: Andreas Walker<em>Vorstufe:</em> Die grosse grüne Raupe des Totenkopfschwärmers. Foto: Andrea Gloor

Markante, namensgebende Zeichnung auf dem oberen Teil des Rumpfes: Geschlüpfter Totenkopfschwärmer in Seon. Foto: Andreas Walker

Vorstufe: Die grosse grüne Raupe des Totenkopfschwärmers. Foto: Andrea Gloor

Seon Die Nachtfalter namens Totenkopfschwärmer sind bei uns nur selten zu sehen. Im August gab es ein Exemplar davon in Seon.

Andreas Walker

Im Juli fanden Otto und Andrea Gloor eine grosse grüne Raupe auf den Steinplatten in ihrem Garten in Seon. Andrea Gloor wusste sofort, dass dieses Tier etwas ganz Besonderes ist. Sie legte die Raupe in ein Glas mit Erde, damit sie sich zu einem Schmetterling verpuppen konnte. Fünf Wochen später schlüpfte schliesslich aus der Puppe ein Totenkopfschwärmer.

Der Totenkopfschwärmer (Acherontia atropos) ist ein Nachtfalter, dessen Hauptverbreitungsgebiet die Tropen Afrikas sind. Er kommt auch im äussersten Süden Europas vor, von wo aus er als Wanderfalter bis nach Mittel- und Nordeuropa fliegt.

Die Art der Schwärmer ist einzigartig, da sie durch einen Mechanismus in der Mundhöhle pfeifende Geräusche erzeugen können. Auch die Lebensweise der Falter ist sehr ungewöhnlich. Sie ernähren sich von Honig und dringen dafür in Bienenstöcke ein.

Früher ein Unglückssymbol

Die Falter erreichen eine Flügelspannweite von rund 10 Zentimetern. Besonders markant ist die Zeichnung auf dem oberen Teil des Rumpfes, die wie ein Totenkopf aussieht und für die Namensgebung verwendet wurde.

Aufgrund dieser Zeichnung galt er lange als Unglücksbringer und wird noch heute etwa im Roman «Das Schweigen der Lämmer» von Thomas Harris für das Böse stilisiert.

Bereits der schwedische Naturforscher Carl von Linné (1707–1778), der diesen Falter als Erster beschrieb, gab ihm mit «Atropos», einer Schicksalsgöttin der griechischen Mythologie, einen daran anknüpfenden wissenschaftlichen Namen. Die Aufgabe der Göttin Atropos war es, den Lebensfaden zu zerschneiden, der von ihren Schwestern Klotho gesponnen und von Lachesis bemessen worden war. Dabei wählte sie die Art und Weise des Todes eines Menschen.

Heute wissen wir, dass dieser Falter kein Unglück bringt. Im Gegenteil: Es ist ein riesiges Glück, wenn man ein Exemplar dieser Art mit eigenen Augen sehen kann.