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26.09.2018

Auf der Suche nach dem schwarzen Gold

<em>«Wer Trüffel finden möchte, muss die Natur und ihre Pflanzen kennen»</em>: Trüffelexperte Pius Bodenmann mit einem Trüffel. Foto: Fabio Baranzini

«Wer Trüffel finden möchte, muss die Natur und ihre Pflanzen kennen»: Trüffelexperte Pius Bodenmann mit einem Trüffel. Foto: Fabio Baranzini

Möriken-Wildegg Der Niederlenzer Trüffelexperte Pius Bodenmann und seine Hündin Pagira gaben am Wochenende mit exklusiven Exkursionen Einblicke in die fantastische Welt der Trüffel.

Stefanie Osswald

Wer am letzten Wochenende den Stand von Trüffelexperten Pius Bodenmann beim Tulpenzwiebelmarkt auf Schloss Wildegg besuchte, durfte Einmaliges erleben. Zusammen mit seiner Trüffelhündin Pagira lud der im naturnahen Niederlenz aufgewachsene Pilz- und Naturkenner ein auf eine Trüffelexkursion in den nicht weit oberhalb der Burg gelegenen Buchenwald. Und tatsächlich wurden die rund 20 Exkursionsteilnehmer nur etwa 500 Meter waldeinwärts dank der guten Nase des Labradormischlings fündig.

Seit jeher üben Pilze eine grosse Faszination auf den Menschen aus. Etliche Mythen ranken sich um diese flüchtigen Gewächse, die weder Pflanze noch Tier sind. Mit bislang weltweit über 100000 beschriebenen Arten gehören Pilze zu den artenreichsten Lebewesen dieser Erde. Alleine in der Schweiz sind etwa 5000 Arten beheimatet. «Um bei dieser Artenfülle den Überblick zu behalten, bedarf es intensiver Studien und Beobachtungen», bestätigt Bodenmann, der sich sein Wissen über Pilze über viele Jahre autodidaktisch angeeignet hat. Der ehemalige Forstwart und heute im Seeland BE lebende Naturfreund kennt die Wälder der Region wie seine Westentasche. Ganz besonders begeistert ihn der Trüffel, eine Schlauchpilzart, dessen Fruchtkörper sich gänzlich unter der Erde versteckt und nur mithilfe eines speziell dafür ausgebildeten Hundes zu finden ist.

Heilmittel und Hexenmedizin

Bis ins späte Mittelalter galten die erdigen Knollen des Trüffels nahezu in ganz Europa als Hexenwerk und wie alles aus der Erde Stammende als schädlich für den Menschen. Den am Licht wachsenden Baumpilzen hingegen wurde heilende Wirkung zugeschrieben. Erst die Einfuhr der exotischen Kartoffel im 17. Jahrhundert in die Gebiete nördlich der Alpen weckte ein neues Interesse an der heimischen, aber bisher unbekannten Trüffelknolle.

Zunächst glaubte man, beim Trüffel handle es sich um eine einheimische Sorte der Kartoffel. Etymologische Verwandtschaften zeugen noch heute davon. Tatsächlich stand der Begriff «Tartuffel» sowohl für Trüffel als auch für Kartoffel. Beide galten noch lange als rare, begehrte Kuriositäten. Heute finden die Trüffelknollen des Burgundertrüffels vor allem als Delikatesse Verwendung und werden aufgrund der hohen Ansprüche an ihre Sammler auch als schwarzes Gold bezeichnet.

Pius Bodenmann möchte sein exklusives Wissen weitergeben. Bei seinen Trüffelexkursionen erfahren Interessierte alles rund um den Trüffel, über dessen Suche und Lagerung sowie die Weiterverarbeitung dieser raren Delikatesse. Infos dazu findet man unter www.trueffelschnueffel.ch, pibo@hotmail.ch oder unter 0762001027.