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27.10.2021

Aargauer Chilis aus der «Mosti»

Innovativ und heimatverbunden: Pascal Furer beim Einmaischen der scharfen Aargauer Chilis in seiner «Mosti» in Staufen. Foto: Fritz Thut
«Eine angenehme fruchtige Schärfe»: Landwirtschaftsdirektor Markus Dieth mit einem Fläschchen «Bärgfeuer-Chilisauce». Foto: Fritz Thut

Innovativ und heimatverbunden: Pascal Furer beim Einmaischen der scharfen Aargauer Chilis in seiner «Mosti» in Staufen. Foto: Fritz Thut

Innovativ und heimatverbunden: Pascal Furer beim Einmaischen der scharfen Aargauer Chilis in seiner «Mosti» in Staufen. Foto: Fritz Thut
«Eine angenehme fruchtige Schärfe»: Landwirtschaftsdirektor Markus Dieth mit einem Fläschchen «Bärgfeuer-Chilisauce». Foto: Fritz Thut

«Eine angenehme fruchtige Schärfe»: Landwirtschaftsdirektor Markus Dieth mit einem Fläschchen «Bärgfeuer-Chilisauce». Foto: Fritz Thut

Staufen Pascal Furer ist aktuell nicht nur «höchster Aargauer». In seinem Betrieb, der «Mosti» in Staufen, zeigt er Innovationsgeist. Er verarbeitet Früchte zu Most, Wein und Edelessig und neuerdings auch scharfe Aargauer Chilis.

Von: Fritz Thut

Der aktuelle Grossratspräsident hat zwar schon bisher Chilis zu scharfen Saucen verarbeitet, doch Pascal Furer störte, dass die Rohfrüchte aus fernen Landen wie Indien, Afrika oder Lateinamerika stammten.

Schnell war der Kontakt zum Landwirtschaftlichen Zentrum Liebegg hergestellt. Nach ersten Abklärungen mit positivem Ergebnis wurde in der Folge ein Landwirt gesucht, der bereit war, scharfe Chilis in grösserem Stil im Aargau anzubauen. Man wurde im Reusstal fündig.

Jörg Friedli vom Wohlenschwiler Betrieb Friedli Gemüse, der schon früher einen kleinen Versuch mit Chilis unternommen hatte, pflanzte im Frühjahr auf 15 Aren, aufgeteilt auf fünf ungeheizte Folientunnels, Chilis der Sorte Habanero. Nun, mit einer durch den durchzogenen Sommer verursachten Verzögerung, konnten die ersten wirtschaftlich angebauten scharfen Chilis im Aargau geerntet werden.

Markus Dieth lobt Innovation

«Wir haben rund vier Tonnen ernten können», führte Friedli an einer Medienkonferenz aus. Gerechnet hatte er mit einem um einen Viertel höheren Ertrag. Doch auch unter Plastikfolien ist das Wachstum vom Wetter abhängig. Die lampionförmigen Habaneros gehören zu den schärferen Sorten; 100000 bis 300000 Scoville (das Mass der Schärfe) weisen sie auf.

«Es ist eine angenehme fruchtige Schärfe», sagte Regierungsrat Markus Dieth nach einer Degustation auf dem Friedli-Hof. Der Aargauer Landwirtschaftsdirektor lobte das Projekt als «Beispiel gelebter Innovation und Nachhaltigkeit». Beim Aargauer Chili entfallen lange Transportwege und «die Wertschöpfung bleibt bei uns», so Dieth.

Vom Hof in Wohlenschwil werden die reifen Habaneros nach Staufen gebracht, wo sie Pascal Furer einmaischt, also mit neutralem Essig vermischt, und in einer geschlossenen Mühle zerhackt. Die Mischung landet in einem grossen Plastiktank und wird regelmässig aufgerührt, bevor sie abgepresst und gefiltert wird.

Für die Vermarktung ist die Ostschweizer Firma Delico AG zuständig. Es gibt aktuell drei Produkte mit Aargauer Chili im Handel; sie sind in grösseren Filialen des Grossverteilers Coop erhältlich. Unter der Marke «Bärgfeuer» gibts Fläschchen mit purer Chilisauce oder Tuben mit Senf oder Mayonnaise – angereichert mit Aargauer Chilisauce.