Hauptartikel
21.07.2021

Unterwegs als Maskenbildnerin und Stör-Coiffeuse

Diese Coiffeuse besucht die Kundschaft zu Hause: Marina Keller mit ihrem zum Coiffeur-Salon umgebauten Kleinbus. Foto: Hanny Dorer

Diese Coiffeuse besucht die Kundschaft zu Hause: Marina Keller mit ihrem zum Coiffeur-Salon umgebauten Kleinbus. Foto: Hanny Dorer

Möriken-Wildegg Die 30-jährige Marina Keller ist nicht nur eine begnadete Maskenbildnerin, sondern besucht mit ihrem Kleinbus auch als Coiffeuse ihre Kundschaft zu Hause.

Von: Hanny Dorer

Angefangen hat alles mir ihrer Lehre als Coiffeuse bei Fredi Schmid in Möriken. Dieser ist verantwortlich für die Maske der Operette Möriken-Wildegg und so kam Marina Keller noch während ihrer Ausbildung in Kontakt mit der Maskenbildnerei. «Die Operette gehörte einfach dazu», sagt sie rückblickend. Sie war davon so begeistert, dass sie sich anschliessend in Aarau zur Maskenbildnerin ausbilden liess. «Coiffeuse als erster Beruf war eine gute Voraussetzung.» Zuerst war sie Vollzeitcoiffeuse, während die Maske an der Operette lediglich eine Nebenbeschäftigung war. «Maskenbildnerin in Vollzeit zu sein, ist schwierig», musste sie feststellen. Dabei liebt sie die Abwechslung des Berufes, kann sie dabei doch ihre Leidenschaft für Haar und Schminke voll ausleben.

Nach dem Start in Möriken hat Marina Keller auch in anderen Operetten Fuss gefasst. So trägt sie in Beinwil am See die Verantwortung für die Maske und ist regelmässig an den Operettenbühnen Bremgarten, Möriken und Sursee tätig. Die Aufführungen selber kann sie zwar nicht anschauen, dafür aber die Proben. «Dann gibt es oft noch Korrekturen bei Schminke und Frisur, da manches im Scheinwerferlicht anders aussieht.»

Corona hat auch Marina Keller einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wenn es keine Produktionen gibt, braucht es auch keine Maskenbildnerin. «Zum Glück habe ich eine 60-Prozent-Festanstellung bei Brack AG, wo ich im Kundendienst arbeite. So bin ich von Donnerstag bis Sonntag flexibel einsetzbar, auch für Ferienvertretungen.»

Einmal kam sie aber trotz Corona zum Einsatz: Die Freilichtspiele Moosegg im Emmental liessen sich nicht von einer Produktion abhalten. Für Marina Keller hiess dies, für jeden Darsteller eine Maske zu bemalen, welche das ganze Gesicht bedeckt. Die Maske brauchte genügend Abstand, um ein Mikrofon darunter zu verstecken und durfte trotzdem nicht wackeln. «Das war eine echte Herausforderung, vor allem für die Schauspieler, die ohne Mimik spielen mussten», erzählt Marina Keller.

Schon länger geisterte ihr der Gedanke an einen fahrbaren Coiffeursalon im Kopf herum. Nun wurde die Idee realisiert: In ihrem Bus ist alles vorhanden, was ein Coiffeur braucht.

«Das Geschäft läuft langsam an», freut sie sich. «Die Leute finden es lustig, vor allem ältere Personen und Familien mit Kindern.» Besonders gerne macht sie Makeups und schminkt ganze Hochzeitsgesellschaften. Und sie ist stolz, wenn man ihr später sagt: «Es hat extrem gut und lange gehalten». Auf www.hauptsach.ch können Termine direkt gebucht werden.

Ein eigenes Coiffeurgeschäft möchte Marina Keller nicht besitzen. «Zu wenig Abwechslung», sagt sie. Die Kombination Maskenbildnerin und Stör-Coiffeuse mit Bus dagegen sei für sie ideal.