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09.06.2021

Pole-Position in der Schweiz

Er wird einen würdigen Platz bekommen: Matthias und Werner Frei mit dem Siegerpokal, den die Aargauer Kantonalbank alljährlich an herausragende Unternehmen vergibt. Foto: Regina Grob

Er wird einen würdigen Platz bekommen: Matthias und Werner Frei mit dem Siegerpokal, den die Aargauer Kantonalbank alljährlich an herausragende Unternehmen vergibt. Foto: Regina Grob

Niederlenz Die Unifil AG hat den Aargauer Unternehmenspreis in der Kategorie Grossunternehmen gewonnen. Der Siegerpokal wird einen würdigen Platz bekommen – auf einem Podest beim Eingang.

Von: Carolin Frei

Dieser Preis repräsentiert eine Wertschätzung unseres Engagements am Standort Niederlenz und letztendlich eine Würdigung der Gesamtleistung der letzten 43 Jahre», betonen Geschäftsführer Matthias Frei und sein Vater und Firmengründer Werner Frei. Die Wertschätzung gelte aber auch allen Mitarbeitenden, die die Werte des Unternehmens mittragen, sowie der Kundschaft und den Lieferanten, die mit der Unifil AG seit Jahren verbunden sind.

Alles begann in einer Garage

Die Basis für die Erfolgsgeschichte legte Werner Frei 1978, als er in der Garage seines Einfamilienhauses erst mit Filtern handelte und später selber entwickelte und produzierte. «Durch meine Arbeit beim Bau von Zivilschutzanlagen kam ich erstmals in Kontakt mit solchen Filtern. Und mir wurde schnell bewusst, dass die herkömmlichen Produkte nicht den Kundenbedürfnissen entsprachen», sagt der 76-Jährige, der Maschinenbau studiert hat.

Gestartet hat er damals mit einer Occasionsnähmaschine, die er auf einer Gant ersteigern konnte. Die ersten Jahre seien hart gewesen, da und dort galt es, Lehrgeld zu bezahlen. Doch sein Einsatz, geprägt von Herzblut und Ausdauer, wurde belohnt. «Nach verschiedenen Standorten in den umliegenden Gemeinden konnte ich 1984 eine Liegenschaft am heutigen Standort übernehmen», sagt Werner Frei. 1989 wurde eine Lagerhalle gebaut, 2000 und 2009 kamen zwei weitere Bauten dazu. 2020 wurde die Lagerhalle abgebaut, neu erstellt und das Hightech-Labor integriert. Heute umfasst das ganze Areal 20000 Quadratmeter und bietet Platz für 150 Mitarbeitende.

Sportkarriere an den Nagel gehängt

«Nachdem meine Spitzensportkarriere in der nordischen Kombination nicht so verlief, wie ich es mir gewünscht hätte, studierte ich Betriebswirtschaft», sagt Matthias Frei. Und obwohl er als Jugendlicher in den Ferien sein Taschengeld im Familienbetrieb aufbesserte, wollte er erst nicht in die Fussstapfen seines Vaters treten. 2004 änderte sich dies.

2008 Leitung übernommen

«Erst habe ich interne Projekte sowie den Verkauf geleitet und nach einer rollenden Übergabe 2008 die operative Führung übernommen. Bei strategischen Entscheiden tausche ich mich nach wie vor mit meinem Vater aus», betont der 45-Jährige. Auch unter der Führung von Matthias Frei ist das Unternehmen stetig am Wachsen. Dies sei den guten Produkten, den guten Mitarbeitenden und der guten Marktpositionierung zu verdanken. «Sozusagen ein Sechser im Lotto», sagt er schmunzelnd.

So erstaunt nicht wirklich, dass die Unifil AG Marktführerin in der Schweiz ist. Mit Filtern, die von konventionellen Gebäudelüftungen über komplexe Industrieanwendungen bis hin zu hochsensiblen Reinraumanwendungen (etwa bei der Lonza, die den Moderna-Impfstoff produziert) zur Anwendung kommen. Auf Herz und Nieren im hauseigenen Labor getestet, das international über einen ausgezeichneten Ruf verfügt.

90 Prozent werden im Inland abgesetzt, 10 Prozent exportiert. «Gerade im Export könnten wir um ein Vielfaches wachsen. Doch was dies alles an Ressourcen und Infrastruktur nach sich ziehen würde, entspricht nicht unserer Firmenphilosophie. Wir wollen ein Familienbetrieb mit heimischer Wertschöpfung bleiben, der seine Mitarbeitenden, Kunden und Lieferanten noch kennt», sagt der 45-Jährige.