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21.04.2021

Salzkorn: Déjà-vu

Beatrice Strässle

Beatrice Strässle

Von: Beatrice Strässle, Montabone/Provinz Asti

Es ist einige Jahre her, da hat mich mein Sohn mit der Frage überrascht, ab wann man Familien und Freunde über die Schwangerschaft informiert. Meine spontane Antwort damals: «Ab der 16. Woche.» Ja, damals kam ich nach dieser Unterhaltung schon ziemlich ins Grübeln und hakte dann einen Tag später vorsichtig nach, um lediglich als Antwort von meinem Sohn herzlich ausgelacht zu werden. Er wollte dies nur rein interessehalber wissen.

Wieso ich die Geschichte wieder «aufköchle»? Ganz einfach, ich blicke nun wirklich dem Grossmutterwerden entgegen. In dieser recht schwierigen Zeit kam diese Nachricht einem Wunder gleich. Ich wusste nicht wohin mit meinen Freudentränen und warf auch alle vom Bundesrat wie natürlich auch von der italienischen Regierung so ans Herz gelegten Abstandsregeln über Bord – ich musste meine Liebsten einfach an mich drücken.

Dieses Glücksgefühl hält noch immer an, und ich bedaure ein wenig, nicht näher bei meiner Familie zu sein. Jedoch, wenn sie dann bei uns sind, meine Söhne mit Partnerinnen, dann geniessen wir ganz viel Zeit miteinander. Nicht nur ein Nachtessen und dann Tschüss. Neudeutsch heisst diese Zeit dann Qualitytime.

Für mich war die Nachricht von werdendem Leben sozusagen ein Weckruf. Unser Geschäft leidet sehr unter der Situation, zumal unsere Struktur zu klein ist, um staatliche Hilfe zu bekommen. Da kann man schon ins Grübeln kommen. Aber es geht irgendwie weiter, irgendwann ist es vorbei. Da ist Familienzuwachs ein schönes Zeichen dafür. Mein etwas verloren gegangener Optimismus ist wieder zurückgekehrt. Erstaunlich, was dieses heranwachsende Enkelkind bereits jetzt mit mir anstellt.

Ich wünsche auch Ihnen ein Erlebnis, welches Sie wieder frohgemut in die Zukunft blicken lässt. Ich glaube, wir haben gute Gründe dafür.