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16.12.2020

Weihnachtsstern am Abendhimmel

Eine stete Annäherung: Schloss Lenzburg mit Saturn (oben), Jupiter (Mitte) und Mond (rechts) am Abendhimmel, aufgenommen am 18. November. Die Planeten nähern sich immer mehr an und «verschmelzen» am 21. Dezember scheinbar zu einem Objekt. Foto: Andreas Walker

Eine stete Annäherung: Schloss Lenzburg mit Saturn (oben), Jupiter (Mitte) und Mond (rechts) am Abendhimmel, aufgenommen am 18. November. Die Planeten nähern sich immer mehr an und «verschmelzen» am 21. Dezember scheinbar zu einem Objekt. Foto: Andreas Walker

Himmelserscheinung Am 21. Dezember werden die Planeten Jupiter und Saturn am Abendhimmel so nahe sein, dass sie von blossem Auge als eine Einheit wahrgenommen werden. Diese Situation ist ähnlich wie bei der Geburt Christi.

Von: Andreas Walker

Die beiden Planeten Jupiter und Saturn waren dieses Jahr bereits seit dem Herbst als markante Erscheinung im Südwesten am Abendhimmel sichtbar und nähern sich einander immer mehr.

Am Abend des 21. Dezember, genau um 19.21 Uhr, kommen Jupiter und Saturn einander auf nur 6,1 Bogenminuten nahe. Diese Entfernung entspricht einem Fünftel des Vollmonddurchmessers.

So nah wie letztmals 1623

Obwohl die beiden Planeten räumlich weit voneinander entfernt sind, erscheinen sie an diesem Tag von der Erde aus gesehen fast am gleichen Ort am Himmel.

Sie sind dann mit blossem Auge kaum mehr zu trennen wegen der Helligkeit der Planeten und können selbst bei einer 150-fachen Vergrösserung noch auf einmal im Gesichtsfeld eines Fernrohrs gesehen werden. Es ist der kleinste Abstand seit dem 16. Juli 1623.

Wie der Stern von Bethlehem

Diese Planetenkonstellation ist ähnlich wie bei der Geburt Christi – wir haben also im Dezember 2020 einen echten Weihnachtsstern.

Der Stern von Bethlehem soll dafür gesorgt haben, dass die drei Weisen aus dem Morgenland den Weg fanden, um den neu geborenen König der Juden zu finden. Laut einer Interpretation des Matthäusevangeliums durch den Astronomen Johannes Kepler soll es sich beim Weihnachtsstern um eine dreifache Begegnung (Konjunktion) der Planeten Jupiter und Saturn im Jahr 7 vor Christus gehandelt haben. Tatsächlich haben Forschungen gezeigt, dass zur Zeit von Christi Geburt sich die Planeten Jupiter und Saturn in einer sehr seltenen Konstellation befanden. Dreimal kamen sich diese zwei Planeten sehr nahe, sodass sie eine sehr auffällige Erscheinung am damaligen Nachthimmel waren.

Das Datum 7 vor Christus scheint richtig zu sein, denn man nimmt heute an, dass Jesus zwischen 7 und 4 vor Christus geboren wurde.

Wo ist das Ereignis hier zu sehen?

Jupiter und Saturn erreichen ihre grösste Annäherung am 21. Dezember um 19.21 Uhr, allerdings versinkt das Planetenpaar bereits um 19 Uhr unter den Horizont. Spielt das Wetter mit, ist die besondere Konstellation im Südwesten bereits etwa ab 18 Uhr in der Abenddämmerung zu beobachten. Deshalb ist es wichtig, einen tiefen Horizont im Südwesten zu haben, damit das Planetenpaar nicht schon früh hinter einem Hügel verschwindet.

Zudem sollten keine hellen Stadtlichter vorhanden sein, die die Beobachtung stören. Hochdrucklagen im Winter sind gerade in der Region oft mit Nebel im Flachland verbunden. In einem solchen Fall bietet ein Standort über dem Nebel eine klare Sicht auf das Himmelsspektakel.