Stadt Lenzburg
09.01.2019

Wie der Gemeindesaal zum Hörsaal wurde

<em>Bildhaft mit Seilen: </em>Neuropsychologin Barbara Studer verknüpft neue Gewohnheiten mit der Routine im Alltag. Foto: Alfred Gassmann

Bildhaft mit Seilen: Neuropsychologin Barbara Studer verknüpft neue Gewohnheiten mit der Routine im Alltag. Foto: Alfred Gassmann

Neujahr Männiglich wähnte sich am Lenzburger Neujahrsempfang im Hörsaal einer Hochschule. Barbara Studer, Neuropsychologin an der Universität Bern, geizte nicht mit Tipps, wie sich Vorsätze umsetzen lassen.

Alfred Gassmann

Wer sich Barbara Studer, Expertin im Bereich der Lern- und Gedächtnisforschung, für ihre Worte zum neuen Jahr brav am Rednerpult ausmalte, sah sich getäuscht. Ein lebendiger Auftritt wars, auf einem wissenschaftlichen Hintergrund beruhend.

«Doch, sei verspielt, nicht zu seriös und nimms mit Humor», sagte sie selber. Dass sie mit Freundinnen neben Gelungenem auch auf Misslungenes im letzten Jahr anstiess und darüber herzhaft lachen konnte, wirkte glaubhaft.

Woran liegt es, dass die wenigsten von uns richtig zufrieden sind? Oft daran, dass die Menschen ein Bild eines zukünftigen Zustands in sich haben, den sie sich wünschen und den sie erreichen wollen. Resultat: Die Bilanz fällt eher negativ aus.

Gegenseitiges Schulterklopfen

Barbara Studer empfahl, den Fokus umzukehren, auf den zurückgelegten Weg zu richten und mit dem früheren Zustand zu vergleichen. Sie stellte eine eher positive Bilanz in Aussicht. Bei einem Erfolgserlebnis werden Glückshormone ausgeschüttet. Das bewirkt Motivation und Selbstvertrauen für den nächsten Schritt. Es darf bewusst gefeiert werden. Mit gegenseitigem Schulterklopfen zum Beispiel, wie am Neujahrsempfang eingeübt.

Viele Menschen fassen keine Vorsätze mehr oder erreichen ihre Ziele nicht. «Ich zeige euch auf, dass es sich trotzdem lohnt, Ziele zu setzen, und wie wir es schaffen, sie auch umzusetzen», legte die Neuropsychologin dar. Es gilt, neue Gewohnheiten mit der gewohnten Routine zu verknüpfen. Sie spricht von einem «Wenn-Dann-Plan»: Wenn Pause, dann einen Apfel statt Schokolade.

Barbara Studer plädiert für kleine Schritte. Neues Verhalten muss geübt werden. Anpacken, was man wirklich will; nicht, was man sollte. Zum Schluss verriet sie dem Saal noch ihr Ritual am Morgen. Wenn ihre Füsse beim Aussteigen aus dem Bett den Boden berühren, dankt sie Gott für diesen neuen Tag und sagt: «Es wird ein guter Tag.»

Sorgen wegen ABB-Verkauf

Stadtammann Daniel Mosimann wünschte vorab der Bevölkerung im Namen des Stadtrates von ganzem Herzen ein gutes neues Jahr, Gesundheit, Glück und Zufriedenheit. Er rief dazu auf, die gegenseitige Achtung und Toleranz, den «Lenzburger Geist», weiterhin zu pflegen, positiv zu denken und zu handeln.

Ferner empfahl er, sich Zeit zu nehmen «für mich selber, für mein Gegenüber und für meine Arbeit». Daniel Mosimann sorgt sich für Lenzburg um die Folgen des Verkaufs der ABB-Stromsparte an Japan.

Nicht zu viel versprach Stadtschreiber Christoph Hofstetter, als er mit der Gruppe «klangcombi» ein musikalisches Wechselbad ankündigte. Die fünf Luzerner Profis mit Violine, Cello, Kontrabass und Schlagzeug wussten zu begeistern. Erinnerung oder Vorfreude? Der Schlagzeuger entführte das Publikum sogar ans Jugendfest-Feuerwerk.