Stadt Lenzburg
19.12.2018

Verdichtungstest und Digitalisierung

<em>Launige Rede vor dicht gedrängten Reihen:</em> Marianne Wildi, Vorsitzende der Geschäftsleitung der Hypothekarbank Lenzburg, an der Chlausmarktzusammenkunft der Gemeindeammänner und -schreiber im Burghaldenhaus. Foto: Alex Spichale

Launige Rede vor dicht gedrängten Reihen: Marianne Wildi, Vorsitzende der Geschäftsleitung der Hypothekarbank Lenzburg, an der Chlausmarktzusammenkunft der Gemeindeammänner und -schreiber im Burghaldenhaus. Foto: Alex Spichale

Chlaustag An der Chlausmarktzusammenkunft der Gemeindeammänner und -schreiber des Bezirks Lenzburg im Burghaldenhaus referierte «Hypi»-CEO Marianne Wildi über die Digitalisierung – nicht nur in der Bankenwelt.

Fritz Thut

Stadtammann Daniel Mosimann als Gastgeber konnte zum traditionellen Treffen der Ammänner und Kanzler die Rekordzahl von 54 Teilnehmern willkommen heissen. Erstmals, so Mosimann, seien alle 20 Gemeinden mit einer Zweierdelegation (Ausnahme von Egliswil) vertreten. Da herrschte im Saal des Burghaldenhauses ein unheimliches Gedränge: «Da könnt ihr gleich eigene Erfahrungen mit der städtischen Verdichtung machen», hielt der Stadtammann in seiner munteren Begrüssung fest.

Für einmal war Niederlenz mit einem Trio präsent: Gemeindeammann Jürg Link wurde von gleich zwei Gemeindeschreibern begleitet; vom künftigen Roland Suter und vom bald pensionierten Thomas Steudler. Steudler nahm zum 32. und letzten Mal an der Chlausmarktzusammenkunft teil. «In meiner Zeit hier habe ich drei Lenzburger Stadtammänner, zwei Stadtschreiber und fünf Stadtchläuse erlebt.» In seiner kurzen Rede blieb auch nicht unerwähnt, dass die als Geschenk verabreichten Lebkuchen früher noch eine Füllung hatten. Tempi passati.

Grossmütter und Bankräuber

Auf dem Zeitstrahl eher in die andere Richtung zielte das Referat von Marianne Wildi. Die Vorsitzende der Geschäftsleitung der Hypothekarbank Lenzburg («Hypi») wurde von Daniel Mosimann als «digitale Treiberin der digitalsten Bank» vorgestellt. In ihren launigen Ausführungen nahm Wildi die Zuhörer mit auf eine rasante Reise in jene Zukunft, in der immer mehr digitale Assistenten den Menschen immer mehr Aufgaben abnehmen.

Nicht ohne Ironie zeigte Marianne Wildi anhand von Beispielen, beileibe nicht nur aus der Bankenwelt, wie sich der Alltag schon in wenigen Jahren verändern kann und wird. Die Sprachassistenten werden laufend weitere Bereiche erobern und «denkende» Kühlschränke bestellen ihren Inhalt selbstständig. Im Reich vom Internet der Dinge kann es jedoch zu unliebsamen Missverständnissen kommen, etwa wenn der Herzschrittmacher mit dem Toaster des Nachbarn korrespondiert oder der Kühlschrank plötzlich voll WC-Rollen ist. «Es ist daher wichtig, sich zu fragen, ob eine Anwendung sinnvoll ist und uns wirklich weiterhilft», stellte Wildi fest.

In einer digitalisierten Welt spielt für die «Hypi»-CEO der zwischenmenschliche Kontakt nach wie vor eine wichtige Rolle. Nicht alle stehen Wechseln gegenüber gleich offen gegenüber. Es gibt verschiedene Tempi. Als sie einmal den saloppen Spruch «Nur Grossmütter und Bankräuber brauchen noch Bargeld» machte, sei sie in der Stadt von einigen scheel angeschaut worden. Trotzdem empfahl sie allen Zuhörern, sich mit den Trends auseinanderzusetzen: «Der beste Weg, die Zukunft vorauszusagen, ist, sie zu gestalten», zitierte Wildi zum Ende ihrer Rede den deutschen Politiker Willy Brandt.

Nach Wurstweggen und Chäsküchlein liess der Stadtchlaus verschiedene Vorkommnisse in den Gemeinden auf amüsante Weise nochmals aufleben, ehe sich die Gesellschaft zum Apéro in den «Ochsen» aufmachte.